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Elektroinstallateur entwickelt intelligente Wärmepumpensteuerung

Energybrain reduziert Energiekosten deutlich

10.02.2015, 08:35

PV-Anlage auf Garage
Auch auf dem Garagendach wird Solarstrom erzeugt. © Geckler

Die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe ist nicht entscheidend für die Effizienz eines Heizsystems. Vielmehr kommt es auf das Gesamtsystem an, auf die Zusammenarbeit der einzelnen Komponenten. Davon ist Heinz Geckler überzeugt. In seinem eigenen Wohnhaus im baden-wüttembergischen Örtchen Ofterdingen hat er den Beweis dieser These angetreten. Geckler ist nicht nur Elektroinstallateur, sondern auch Gebäudeenergieberater und zertifizierter Fachinstallateur für Wärmepumpensysteme.

Innerhalb von zwei Jahren hat er die Jahresenergiekosten in dem von fünf Erwachsenen zur Miete bewohnten Gebäude von rund 4.500 auf 2.600 Euro gesenkt. 2015 sollen es nur noch rund 1.700 Euro sein. Gecklers Ideen zur Steuerung des Heizsystems haben inzwischen mehrere Experten auf den Plan gerufen. Wärmepumpenhersteller zeigen ebenso Interesse wie Energieversorger. Und CO2online hat das Projekt ausgewählt, Teil einer Studie zu werden, in der der Erfolg von energetischen Sanierungen evaluiert werden soll.

Geckler wohnt in einem Haus mit 176 Quadratmetern Wohnfläche. Gebaut wurde es 1961, seither wurde lediglich das Dach gedämmt. Bis Anfang 2013 wurde das Objekt mit einer Öl-Zentralheizung versorgt. Dann baute Geckler zusätzlich eine Heizungs-Wärmepumpe ein. "Wir haben uns damals für ein Modell entschieden, das eigentlich für das Gebäude zu klein ist. Schließlich war ja bereits eine Ölheizung vorhanden, die Spitzenlasten abdecken konnte", erinnert sich Geckler. Geplant war, dass die Ölheizung einspringt, wenn an sehr kalten Tagen die Wärmepumpe nicht so effektiv arbeitet oder nicht genug Wärme liefert. Schnell zeigte sich jedoch: Die Leistung der Wärmepumpe reicht für die Heizung durchaus aus, die Ölheizung wird lediglich für die Brauchwassererwärmung benötigt. "Zwar konnten wir die Heizkosten schon allein durch die Heizungswärmepumpe um rund ein Drittel senken, aber für die Nachheizung des Brauchwassers benötigten wir 2013 immer noch 670 Liter Heizöl."

Brauchwasserwärmepumpe nutzt Solarstrom besser

Außerdem musste für die Vorerwärmung des Brauchwassers durch die Heizungswärmepumpe selbst im Sommer noch Strom vom Energieversorger zugekauft werden. Geckler: "Es gab 2013 nur wenige Tage, an denen der Strom vom Dach für den Betrieb der Heizungswärmepumpe mit einer Anschlussleistung von 4 Kilowatt ausgereicht hat." Der logische nächste Schritt war daher die Installation einer Brauchwasserwärmepumpe. Die hat lediglich eine Anschlussleistung von 500 Watt, wodurch das Brauchwasser nun ganzjährig mit dem Strom vom eigenen Dach und der Abwärme aus dem Heizraum erwärmt werden kann. Im Zuge des erneuten Umbaus im Heizungskeller tauschte Geckler außerdem den bisherigen 140-Liter-Durchlaufpuffer der Wärmepumpe gegen einen 850-Liter-Pufferspeicher aus.

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 4 von 4.

Heinz Geckler - 20.02.2015, 13:48

Hallo Dietmar Spiegel,
mir geht es bei meinem Projekt vor allem darum aufzuzeigen, dass es auch in der Altbausanierung Alternativen zur Reduzierung der Energiekosten gibt. Eine Sanierung des Gebäudes ( 2-Familien-Haus Bj. 1961 ) wäre nur mit erheblichem Aufwand zu realisieren. Die Modernisierung der Gebäudetechnik war dagegen recht problemlos. Wenn ich die entstandenen Kosten den Kosten gegenüber stelle, die bei der Heizungssanierung sowieso angefallen wären ( inkl. Erfüllung des EWärmeG BW ) habe ich eine Amortisation von wenigen Jahren. Natürlich betreibe ich die Wärmepumpe mit dem "Mössinger Naturstrom" der Stadtwerke Mössingen. Das betrifft natürlich den gesamten im Gebäude verbrauchten Strom.
Eine Sanierung dieses Gebäudes zum Passivhaus lässt sich wirtschaftlich überhaupt nicht darstellen.

spiegel wohnbauforschung - 17.02.2015, 16:36

Hallo Herr Geckler, schön, dass Sie Ihr Modell der Wärmepumpen und -kosten-Effizienz zur Diskussion stellen. Richtig ist, eine Wärmepumpe ist nur Energie und Kosten effizient, wenn sie ihren Strom Klima korrekt vom Dach oder von den EWS beziehen und vor den teueren aktiven Komponenten (WP, PV) zunächst die Passivhaus-Technologie nutzen. Elektromobilität bringt Sie dann zu Ihre Insel der wahrhaft seeligen Nullenergiekosten-Menschen. Wahrscheinlich investieren Sie in einen nicht nachhaltigen Wohnstandort. MfG - Dietmar Spiegel

Heinz Geckler - 10.02.2015, 19:20

Hallo Bernd Engels,
ich bin gerne bereit, ergänzende Detailinformationen weiterzugeben. Allerdings halten sich die laufenden Kosten für Wärmepumpe und PV-Anlage sehr in Grenzen. Die einzige "Wartung" der Wärmepumpe ist die Reinigung des Luftfilters in der Ansaugung. Wartungskosten für die PV-Anlage gibt es eigentlich gar keine. Lediglich bei schwierigen Montagebedingungen ( z.B. Verschmutzung ) muss auch die PV-Anlage alle paar Jahre einmal gereinigt werden. Einzig die PV-Vollversicherung schlägt mit ca. 75.- Euro pro Jahr zu Buche.
Im Gegenteil dazu habe ich bei der bisherigen Öl-Zentralheizung ebenfalls keine Wartungskosten in den Energiekosten berücksichtigt. Diese Kosten ( Wartungsvertrag, Schornsteinfeger ) betrugen in den Vorjahren jedes Jahr ca. 200,- Euro.

Bernd Engels - 10.02.2015, 17:25

Naja, wenn man schon "Energiekosten" Vorher / Nachher vergleicht um damit die Wirsamkeit einer Modernisierung aufzuzeigen dann sollte dies auch eine Volkostenrechnung sein: Also mit den anteiligen Jahres-Kosten der Wärmepumpe, Photovoltaik, Systemwartung etc., denn ansonsten ist der Kostenvergleich ohne Wert.
Setze ich eine 500kW Windradanlage mit Speicher und Tauchsieder neben mein Haus habe ich ebenfalls Energiekosten von Null...

 

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