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Nachfrage-Run für das Jahresende erwartet

Einspeisevergütung sinkt zum Oktober

20.09.2010, 06:00

Solardach
Solarteure werden bis Jahresende gut zu tun haben. Bild: Aleo Solar

Nach dem Run auf Fotovoltaikanlagen vor der Reduzierung der Einspeisevergütung im Juli 2010 hat sich in den Sommermonaten die Nachfrage etwas beruhigt. Die zweite Absenkung zum 1. Oktober scheint nicht zu einem neuem Boom zu führen. Zum Jahresende könnte sich das aber wieder ändern. Ab 2011 gibt es noch einmal deutlich weniger für alle, die dann eine Anlage in Betrieb nehmen.

"Viele Installateure hatten bis 30. Juni volle Auftragsbücher und keine Erholungsphasen dazwischen. Daher waren Juli und August geprägt von Urlaubszeiten bei den Installateuren. Die Nachfrage in diesen beiden Monaten war deutlich schwächer als im 2. Quartal. Im September hat sich die Auftragslage wieder deutlich spürbar verbessert", beobachtet etwa Günther Haug, Geschäftsführer des Solargroßhändlers MHH. "Wir haben aber den Eindruck, dass die erneute Absenkung der Vergütung zum 1. Oktober um drei Prozent zu keinem extremen Nachfrageschub führt, sondern innerhalb der Jahresend-Belebung aufgeht", so der Solarexperte weiter. Er erwartet aber eine insgesamt hohe Nachfrage im vierten Quartal.

Wie hoch die Degression zum Jahresanfang 2011 ausfallen wird ist noch offen. Sie hängt auch von der Leistung ab, die 2010 installiert wird. Bundesumweltminister Röttgen rechnet damit, dass es bis zu 6.000 Megawatt Solarstrom mehr bis zum Jahresende sein könnten. Das sagte er im Rahmen der Bundestagsdebatte zum Haushalt 2011. Bis Mai 2010 liegen die Zahlen der Bundesnetzagentur vor. Mehr als 1.700 Megawatt gingen in den ersten fünf Monaten ans Netz. Die Leistung der Anlagen, die im Boom-Monat Juni ans Stromnetz angeschlossen worden sind, liegt noch nicht vor.

Wie viele Anlagen bis Jahresende noch dazukommen hängt nicht nur von den Bestellungen, sondern vor allem aber von der Verfügbarkeit der Kompontenten ab. "Wechselrichter sind immer noch knapp, auch wenn sich durch niedrigere Auslieferungszahlen im Juli und August die Situation etwas verbessert hat", sagt Haug. Die gewünschten und vereinbarten Monatsliefermengen könnten aber weiterhin nur wenige Hersteller erfüllen. "Die Bauteilknappheit bei den Wechselrichterherstellern könnte noch bis Mitte 2011 anhalten", lautet Haugs Prognose.

Stimmen die Annahmen von Bundesumweltminister Röttgen zum Zubau, würde die zum Jahresende fällige Absenkung der Solarförderung um drei Prozentpunkte höher ausfallen und die Einspeisevergütung zum 1. Januar 2010 um zwölf Prozent fallen.

Der starke Zubau in 2010 hat zudem Gerüchte über eine kommende Deckelung der Fotovoltaik-Installationen wieder aufleben lassen. Nach den bisherigen Beschlüssen zur Einspeisevergütung erfolgt zum 1. Oktober 2010 eine Reduzierung um drei Prozent, zum 1. Januar 2011 eine Rückführung der Zuschüsse um bis zu 13 Prozent und zum 1. Januar 2012 um weitere bis zu 21 Prozent. Die konkrete Höhe der Förderabsenkung orientiert sich am Marktwachstum.

Für 2012 ist eine Novelle des Erneuerbare Energien Einspeisegesetzes angekündigt. Aus der Union wurden Stimmen laut, die für eine Debatte über einen Deckel für den Fotovoltaik-Zubau plädieren, FDP-Experte Michael Kauch sprach sich dafür aus, bei den erst im Juli 2010 verabschiedeten Kürzungen ohne weitere Maßnahmen zu bleiben. Widerstand gegen eine Deckelung ist von SPD und Grünen zu erwarten. Pia Grund-Ludwig

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