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Conergy startet Pilotprojekt zur Ermittlung des Eigenverbrauchs

Einspeisevergütung belohnt solare Selbstversorgung

19.02.2010, 06:18

Vision Box von Conergy
Vision Box zeigt, ob der Solarstrom fürs Wäschewaschen reicht. Bild: Conergy

100 Testkunden können demnächst bei Conergy an einem Pilotprojekt teilnehmen. Sie sollen herausfinden, ob sich der Eigenverbrauch von Strom aus Fotovoltaik lohnt. Dafür ändern sich die Bedingungen mit der geplanten Reform der Einspeisevergütung. Der Eigenverbrauch wird künftig stärker als bisher belohnt.

Als "Schlupfloch bei der Solarförderung" wurde von einigen die Beibehaltung des Entgelts für den Eigenverbrauch bezeichnet. Es ist von der Kürzung der Einspeisevergütung ausgenommen. Dafür hatte sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen eingesetzt.

Von einem Schlupfloch mag Conergy nicht sprechen, man nutze die geänderten Regelungen. Mit Hilfe des gestärkten Eigenverbrauchs könne ein Teil der Einmalkürzung bei der normalen Einspeisevergütung kompensiert werden, sagt David Wedepohl vom Bundesverband Solarwirtschaft. Dadurch dürfe es aber nicht zu einer erneuten Überförderung des Solarstroms kommen, warnt Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen gegenüber der TAZ.

Verbraucht ein Solaranlagenbetreiber seinen Strom selbst, erhält er nach den derzeitigen Plänen ab Juni 2010 auch weiter 42,76 Cent. Hierin sind 22,76 Cent Förderung enthalten. Dazu kommt der Betrag den der Verbraucher nicht für Strom bezahlen muss. Im Schnitt sind dies derzeit zirka 20 Cent pro Kilowattstunde Strom. Diese Bedingungen gelten für die nächsten 20 Jahre.

Wie hoch die Ersparnisse für die Nutzer dieser Regelung sein können ist aber im Moment schwer zu sagen. Ein zusätzlicher Zähler für selbst genutzten Solarstrom koste wenige hundert Euro, sagt Wedepohl. Berücksichtigen muss man bei einem Kostenvergleich aber zudem, dass bei einem geringen Bezug von Strom aus dem Netz möglicherweise die Konditionen beim Energieanbieter schlechter werden.

Der Eigenverbrauch sei von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich, betont Wedepohl. Ohne zusätzliche Investitionen in intelligente Haustechnik schätzt er ihn auf durchschnittlich rund 20 Prozent. Das hängt aber stark vom Gesamtverbrauch und vor allem davon ab, ob die Zeit der Stromerzeugung und des Verbrauchs zusammenfallen. Für wen die Rechnung aufgeht, wisse man im Moment nicht so recht, meint auch Conergys Pressesprecher Alexander Leinhos.

Klarheit soll das Pilotprojekt bringen, das sein Unternehmen jetzt startet. Die Kunden erhalten eine komplette Anlage inklusive einer so genannten Vision Box, mit der sie ihren Strombezug optimieren können. Die Box zeigt, wann die Kunden die höchsten solare Stromerträge haben. Sie können diese Zeit nutzen, um stromfressende Geräte wie Waschmaschine oder Spülmaschine anzuwerfen. Bis Juni soll die Box in Serie gehen und 700 Euro kosten. Im Pilotversuch bekommen Testkunden das Gerät gratis.

Im nächsten Schritt wollen die Solarexperten auch Strom vor Ort mit Lithium-Ionen-Akkus speichern. "Entsprechende Feldtests sollen in einem halben Jahr anlaufen", berichtet Conergy-Sprecher Leinhos.

Bislang war der Preisunterschied zwischen ins Netz eingespeistem und eigenverbrauchtem Strom so gering, dass sich die Investitionen in eigene Zähler nicht gelohnt haben. Kritiker befürchten, dass nun mit der Änderung dieser Regelung vor allem Supermärkte ihren Strom für die Kühlung billiger über das eigene Dach decken. Für die ist aber zumindest das Angebot von Conergy nicht gedacht: "Wir wollen damit Nutzer erreichen, die Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern errichten wollen", betont Leinhos.

Spannend könnte es auch für Wohnungsunternehmen sein, die mit den Fotovoltaik-Paneelen auf den Dächern die eigenen Mieter versorgen. Das ist bislang eine Ausnahme. Wird überhaupt Fotovoltaik auf großen Wohnanlagen installiert, sind die Dächer meist an Dritte vermietet. "Wir konzentrieren uns auf unser Kerngeschäft, und dazu gehört der Stromverkauf nicht", meint etwa Sigismund Mühlbauer, Geschäftsführer der Gewofag Service GmbH, München. pgl

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