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Nach Boomjahr folgt Umsatzrückgang in Europa

"Deutschland verliert bis 2015 Platz eins bei PV"

20.08.2011, 00:00

Firmengebäude Solon
Solon hat Personalabbau angekündigt. © Solon

Die Pleite des amerikanischen Solarunternehmens Evergreen und teilweise schlechter Ergebnisse der deutschen Solarunternehmen im ersten Halbjahr haben die Frage in den Mittelpunkt rücken lassen wie stabil die Solarbranche aufgestellt ist. Als bekannt wurde, dass Evergreen unter Chapter 11 ist, gaben auch die Kurse deutscher Solarfirmen nach. Schlechte Ergebnisse für einzelne Unternehmen wie Roth und Rau, einen Experten für Maschinenbau im Solarumfeld, oder angeküngter Personalabbau beim Modulhersteller Solon sorgten für weitere Unsicherheit.

Für Europa erwarten Experten einen Rückgang des Marktvolumens für 2011 von 14 Prozent. Nach den neuesten Zahlen des European PV Markets Report könnte Deutschland in den nächsten drei Jahren seine Stellung als umsatzstärkster Markt an Italien abtreten müssen. Der Nachfragerückgang hat zu hohen Lagerbeständen und fallenden Modulpreisen geführt. Laut dem Bericht erreichten die Preise für kristalline Siliziummodule ab Werk in der ersten Jahreshälfte zwischen 75 Cent und einem Euro je Watt ein Rekordtief. Gleichzeitig gibt es hohe Lagerbestände. "Die hohen Lagerbestände sind derzeit nicht bei den Herstellern, sondern bei den Händlern und Distributoren zu finden. Normalerweise dauert es zirka drei Monate, bis ein Modul die komplette Lieferkette durchläuft", erklärt Sam Wilkinson, Analyst bei IMS. Das bedeutet, dass derzeit mehr als die Produktionsmenge eines Quartals auf Lager liegt. Daher sei ein erneuter Preisverfall bei Fotovoltaikmodulen zu erwarten. Davon profitieren könnten der deutsche und US-amerikanische Markt.

Trotz rasant fallender Preise sei es im ersten Halbjahr nicht zu einem Boom in Europa gekommen, so die Analysten in ihrem Bericht. Dazu habe auch beigetragen, dass die für Mitte des Jahres angekündigte Reduzierung der Einspeisevergütung für Deutschland ausgefallen ist. Deutschland war neben Italien und der Tschechischen Republik 2010 für das Marktwachstum von 169 Prozent verantwortlich. In den kommenden Jahren werde Deutschland seine führende Rolle verlieren und sie 2015 an Italien abgeben. Beide Länder zusammen werden dann immer noch einen Marktanteil von 71 Prozent haben, so die Marktforscher. Für Europa gehen die Experten davon aus, dass es in den nächsten Jahren deutlich mehr Installationen auf privaten Wohnhäusern geben werde. Reine Investoren werden zurückhaltender, industrielle Anlagen inklusive derer auf landwirtschaftlichen Flächen bleiben dominant.

In den USA werden dieses Jahr nach Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IHS 2,4 Gigawatt Fotovoltaik-Leistung zugebaut. Das sind 166 Prozent mehr als vergangenes Jahr.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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