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Diskussion: Deckelung des Ausbaus oder Abschmelzen der Vergütung

Debatte um Einspeisevergütung reißt 2011 nicht ab

11.01.2011, 06:48

Dachintegrierte Fotovoltaik Roto Sunroof
Aussichten für Fotovoltaik sind 2011 noch unsicher. Bild: Roto

2011 wird für Installateure von Fotovoltaik-Anlagen, Menschen, die sich eine PV-Anlage kaufen wollen und die Hersteller von Solarmodulen und Komponenten ein spannendes Jahr. Im Moment ist offen, wie es mit der Förderung von Strom aus Solaranlagen weitergeht.

Zum Jahresanfang 2011 wurden die Vergütungen für Solarstrom wie angekündigt um 13 Prozent gesenkt. Das hat aber nicht wie in den vergangenen Jahren vor der Absenkung zu einer Installations-Ralley geführt. Branche und Installateure melden eher Business as usual.

Da bringt Umweltminister Norbert Röttgen Bewegung in die Szene: Er plant laut Presseberichten eine weitere dynamische Kürzung der Fördersätze. Was hinter den Plänen steckt und wie sie konkret aussehen weiß niemand. Der Branchenverband BSW kennt nach eigenen Angaben keine Kürzungspläne, auch das Umweltministerium hält sich mit konkreten Aussagen noch bedeckt.

Einspeisevergütung ab 2011(Stand Januar 2011)

Anlage

=<30kW

30-100kW

>100-1000kW

auf/an Gebäuden
oder einer Lärmschutzwand

28,74 ct/kWh

27,34 ct/kWh

25,87 ct/kWh

Eigenverbrauch anteilig
bis 30%

12,36 ct/kWh

10,96 ct/kWh

09,49 ct/kWh

Eigenverbrauch anteilig
über 30%

16,74 ct/kWh

15,34 ct/kWh

13,87 ct/kW

 

Definiert ist im Nationalen Aktionsplan für Erneuerbare Energien der Bundesregierung derzeit ein Ausbauziel von 52 Gigawatt (GW) bis 2020. Erreicht sind bislang zirka 18 GW. Der Bundesverband Solarwirtschaft geht von einem noch kräftigen Zubau 2011 mit zirka 6 GW und einem "Einschwingen auf einen Zubau von etwa 3 bis 5 Gigawatt pro Jahr" für die Folgejahre aus. Das hat sich der Verband in einer Studie von Roland-Berger-Beratern bestätigen lassen.

Der BSW formuliert in der Ende November 2010 vorgelegten Studie außerdem das Ziel, die Systempreise bis 2020 um die Hälfte zu senken. Bis 2013 geht der Verband von Netzparität aus. Das bedeutet, dass die Stromgestehungskosten für Fotovoltaikstrom den Kosten von Haushaltsstrom entsprechen. Das Erreichen der Netzparität wird auch in einem Appell von Energiewissenschaftlern im November 2010 als Argument dafür genannt, dass eine schnellere  Absenkung der Einspeisevergütung möglich und notwendig ist. Gleichzeitig ist aber umstritten, welche Kosten eingerechnet werden müssen. So argumentiert der Solarenergie Förderverein Deutschland, dass auch Speichersysteme für PV-Strom eingerechnet werden müssen.

Längst sind es mehr als die "üblichen Verhafteten" aus der Energielobby, die eine Anpassung der Einspeisevergütung fordern. Eine Reihe von Wissenschaftlern von Wuppertal Institut bis Öko-Institut hatte vor einem zu schnellen und einseitigen Ausbau der Fotovoltaik gewarnt. Ihr Argument ist die Belastung durch die Einspeisevergütung. Die lasse sich auf 2 Cent pro Kilowattstunde begrenzen, sagt der BSW. Die Wissenschaftler sprechen von 3,5 Cent pro Kilowattstunde schon 2011 und möglicherweise bis zu 4,5 Cent pro Kilowattstunde 2012. Damit bestehe die Gefahr, dass "das EEG und die Erneuerbaren Energien insgesamt an Akzeptanz verlieren" und zur Disposition gestellt werden. Sie plädieren deshalb für einen Ausbaukorridor von 3,5 Gigawatt bereits für 2011 und eine quartalsweise Reduzierung.

Der Solarförderverein wendet ein, dass nur mit einem schnellen Ausbau der Produktion Skaleneffekte erreicht würden, die eine Reduzierung der Preise erlauben. Sie schlagen zu einer Limitierung der Einspeisevergütung vor, die noch geltenden EEG-Ausnahmeregelungen für stromintensive Branchen abzuschaffen.

Die Debatte um die Einspeisevergütung betrifft auch Unternehmen, die mit Fotovoltaik eigentlich eher am Rande zu tun haben. So versprechen sich auch Hersteller von Dach- und Fassadenlösungen wie Roto, Schüco, Braas oder Eternit. Fast alle haben mittlerweile dachintegrierte Lösungen im Programm, die Strom liefern können oder werden sie auf den Messen 2011 zeigen. Ob die bei den Kunden auf Akzeptanz stoßen hängt auch davon ab wie schnell es Klarheit über die weiteren Ausbauziele in Deutschland gibt.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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