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Prototyp vereint Fotovoltaik und Solarthermie

Das Angebot an Energiedächern wächst

24.03.2010, 05:00

Solar-Energiedach
Integrierte Solardächer machen Schluss mit Flickenteppichen auf dem Dach. Bild: Wolf

Der Bedarf an ästhetisch ansprechenden Energiedächern anstelle von Flickenteppichen aus Fotovoltaikmodulen und Solarthermiekollektoren wächst, hat Heizungsexperte Wolf entdeckt und gemeinsam mit dem niederländischen Dachspezialisten Ubbink den Prototypen für ein eigenes Sonnenenergiedach entwickelt. Ab Sommer soll das Energiedach, das Fotovoltaik und Solarthermie integriert und das herkömmliche Ziegeldach komplett ersetzt, auf dem Markt zu haben sein. Dort steht das Produkt dann unter anderem im Wettbewerb mit den Energiedächern der Spezialisten Roto Dach- und Solartechnologie und Systaic.

Auch die haben sich die Ästhetik auf die Fahnen geschrieben. Systaic hat für sein Design sogar schon mehrere Preise eingeheimst. So wurde der Anbieter gleich bei der ersten Vorstellung seines Energiedaches auf der Messe BAU 2009 von der Gesellschaft für Know-how-Transfer und der Zeitschrift AIT mit dem "Innovationspreis Architektur und Bauwesen" ausgezeichnet. Im November 2009 folgte der Innovationspreis der Pariser Bau- und Architekturmesse Batimat.

Das Konzept vom Dach, bei dem die gesamte Dachfläche aus Solarmodulen mit einheitlicher Farbgebung besteht, kommt offenbar nicht nur bei Architekten und Designern, sondern auch bei den Bauherren an. So meldet Roto für 2009 eine Verdopplung der verkauften Solardächer auf 20 Stück. "Alle 20 waren Sanierungsdächer", widerlegt Roto-Sprecher Tilmann Fabig im Gespräch mit EnBauSa die Vermutung, dass sich vor allem die Bauherren von neuen Häusern für ein Energiedach entscheiden.

Roto nimmt für sich in Anspruch, der einzige Anbieter zu sein, der sowohl Fotovoltaikmodule und Solarthermiekollektoren als auch Dachfenster aus eigener Produktion zu einem Komplettsystem kombiniert. "Roto Wohndachfenster lassen sich perfekt in das System integrieren", so Fabig. So auch das hoch wärmedämmende Fenster Designo R8 NE mit einem U-Wert von 0,84 W/m²K. Darauf, dass das Energiedach absolut wasserdicht ist, gibt der Hersteller 25 Jahre Garantie.

"Auch wir werden sicherlich eine Garantie auf die Dichtigkeit geben und uns dabei am Wettbewerb orientieren", sagt Karl-Heinz Knoll, Bereichsleiter Marketing bei Wolf. Derzeit bestehe lediglich ein Prototyp, der allerdings bei der Vorstellung auf der SHK 2010 in Essen auf großes Interesse gestoßen ist. Die größte Herausforderung bei der Entwicklung war nach Angaben von Wolf, einen Solarkollektor zu entwickeln, der hinsichtlich Größe, Stärke und Farbe einem typischen Fotovoltaikmodul entspricht.

Dieser Kollektor kann beim Wolf-Energiedach mit Fotovoltaikmodulen unterschiedlichster Hersteller kombiniert werden. Für einen optisch einheitlichen Gesamteindruck hat Wolf mit seinem niederländischen Partner zudem  "Dummy"-Module entwickelt. Diese sehen wie Funktionsmodule aus und können vor Ort zugeschnitten werden, um Dachfenster oder Rohre einzurahmen und Lücken in den Flächen zu füllen. Die Dummy-Module lassen sich direkt auf der Baustelle anpassen. Zudem können mit dem Wolf-System Unebenheiten in der Dachfläche ausgeglichen werden.

Während Roto und Wolf Solarthermiekollektoren und Fotovoltaikmodule nebeneinander in das Energiedach integrieren, besteht das Systaic-Dach auf den ersten Blick nur aus Fotovoltaik-Modulen. Im Gegensatz zu dem Fotovoltaik-Anbieter Solarworld, der ebenfalls ein komplettes Energiedach im Angebot hat, nutzen die Module von Systaic - der Anbieter spricht von Energieeinheiten - jedoch auch die unter den Fotovoltaikzellen entstehende Wärme. Diese wird über eine Wärmepumpe für den Heiz- und Warmwasserbedarf aufbereitet.  Die Wärmepumpe hat zwei Lufteingänge, einen für die Abwärme der Fotovoltaikanlage und einen zweiten für Raum, der idealerweise die Luft aus einem  ausgebauten Dachstuhl nutzt. Die Nutzung der PV-Wärme sorgt für kühlere Fotovoltaikmodule, wodurch die Erträge steigen. Auch Systaic hat Lösungen für Fenster mit im Programm.

"Die Energieeinheiten sorgen für Schutz-, Strom- und Wärmeversorgung", betont der Anbieter. Fotovoltaische und solarthermische Energieeinheiten seien integrierter Bestandteil des Dachs und näherten sich optisch stark an, um eine möglichst homogene Farb- und Formgebung des Energiedaches zu erreichen, erklärt Systaic-Sprecher Achim Zolke. Bei günstiger Lage könne das Energiedach den gesamten Jahresbedarf eines Haushalts an Strom und Wärme decken. Zahlen dazu, wie hoch der Wärmeertrag der Lösung tatsächlich ist, gibt es allerdings noch nicht. Das speziell auf das Systaic-Dach zugeschnittene Wärmepumpensystem befindet sich laut Zolke noch in der Entwicklung.

Preislich liegt das Systaic-Dach mit 4.600 Euro pro Kilowatt Peak zuzüglich Mehrwertsteuer deutlich über dem Energiedach von Roto, für das Hausbesitzer dem Hersteller zufolge 3.500 Euro je Kilowatt Peak plus Mehrwertsteuer zahlen müssen. Dafür entfallen dann natürlich jeweils die Kosten für das konventionelle Dach. Zum Vergleich: Eine konventionelle Aufdach-Fotovoltaikanlage schlägt derzeit mit rund 3.000 Euro je Kilowatt Peak zu Buche.

Angesichts dieser Zahlen stellt ein Energiedach durchaus eine Alternative zum herkömmlichen Dach mit Aufdach-Fotovoltaik-Anlage dar. Kein Wunder also, dass alle Anbieter mit einer wachsenden Nachfrage rechnen. Dies auch angesichts der angekündigten Änderung der Einspeisevergütung. Fabig: "Wie überall in der Solarbranche herrscht auch bei uns Chaos. Die Nachfrage explodiert." sth

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

Gerd Muchow - 18.03.2013, 16:50

Man muss das was oben beschrieben steht nicht so für die bare Münze nehmen. Das kann man machen mit einem kleinem Häuschen, ich baue aber ein Hotel mit mehr als 150 Betten, und da geht so etwas gar nicht Gruss Gerd M.

 

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