Bundesregierung will Anteil der Erneuerbaren verdoppeln
Berlin. Die Bundesregierung hat am 4. August 2010 den von Bundesumweltminister Norbert Röttgen vorgelegten "Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energie" beschlossen. Der Plan geht davon aus, dass das verbindliche nationale Ziel, bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch auf 18 Prozent zu steigern nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen wird. Derzeit liegt der Anteil der Erneuerbaren der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen zufolge bei 8,8 Prozent. Das Bundesumweltministerium beziffert ihn auf rund 10 Prozent.
Die Bundesregierung geht nach aktuellen Schätzungen davon aus, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 19,6 Prozent erhöht werden kann. Als Voraussetzung hierfür gilt, dass der Ausbau der Windenergie planmäßig voranschreitet. Für die einzelnen Sektoren ergeben sich im Aktionsplan für 2020 im Bereich Wärme/Kälte ein Anteil der Erneuerbaren von 15,5 Prozent, beim Strom ein Anteil von 38,6 Prozent und im Verkehrsbereich ein Anteil von 13,2 Prozent. Bei diesen Ausbauzahlen handelt es sich einer Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums zufolge nicht um neue Ziele der Bundesregierung, sondern um derzeitige Schätzungen beziehungsweise Erwartungen.
Erste Kritik am Nationalen Aktionsplan kommt vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE). Er fordert von der Bundesregierung deutlich größere Anstrengungen beim Ausbau Erneuerbarer Energien – vor allem im Wärmebereich. "Der von der Bundesregierung beschlossene Nationale Aktionsplan für Erneuerbare Energien reicht mit einem Anteil von lediglich 15,5 Prozent Erneuerbarer Energien im Wärmebereich bis zum Jahr 2020 hinten und vorne nicht aus", betont Martin Bentele, Sprecher der AG Wärme im BEE. Für den Wärmesektor, der am Endenergieverbrauch in Deutschland mehr als die Hälfte ausmache, müsse die dringend notwendige Umstellung schneller erfolgen, so Bentele. "Anderenfalls wird es schwierig, die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen."
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