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Bürger können Dächer auf Eignung für Fotovoltaik prüfen

Berlin bekommt bald einen Solaratlas

07.10.2009, 05:10

Dächer von Berlin
Berlin bekommt ein Solarkataster. Bild: R.Jürgens/Pixelio

In einer ganzen Reihe von Städten gibt es bereits Verzeichnisse, in denen Bürger schauen können, ob und wie gut sich ihre Dachflächen für Fotovoltaikanlagen eignen. Auf der Messe Expo Real in München hat die Berliner Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer ein entsprechendes Projekt für die Bundeshauptstadt vorgestellt.

Das Pilotprojekt für einen Solaratlas wurde von der Berlin Partner GmbH, Berlins Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Standortmarketing, realisiert. Der Atlas stellt im Moment die Umgebung der Friedrichsstraße im Bezirk Mitte und ein Wohngebiet in Lichtenfelde dar. Sukzessive soll auch der Rest der Stadt erfasst werden.

Mit wenigen Mausklicks lässt sich in einem dreidimensionalen Stadtmodell im Internet ablesen, ob sich ein Dach für die Installation von Solaranlagen eignet und wie viel Sonnenenergie dieses Dach einfangen könnte. Das Fotovoltaikpotential ist auf einen Blick erkennbar: Das Gebäude wird nicht mehr in seiner realen Höhe dargestellt, sondern in einer Größe, die dem möglichen solaren Ertrag entspricht.

Außerdem informiert der Atlas den Nutzer, welche Kosten bei einer Investition in Fotovoltaik zu erwarten wären. Alle Daten sind online auch in zweidimensionaler Darstellung im Wirtschaftsatlas des Business Location Center Berlin verfügbar. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer: "Der Solaratlas bietet die Möglichkeit, ohne großen Aufwand und unverbindlich zu erfahren, was Fotovoltaikanlagen auf dem eigenen Dach bewirken könnten."

In einer zweiten Phase wird bis zum Frühjahr 2010 ganz Berlin mit rund 500.000 Dächern dargestellt werden. Der Solaratlas wurde federführend durch Berlin Partner gemeinsam mit dem Berliner Senat, der Fachhochschule Osnabrück und dem Dresdner Unternehmen VirtualcitySystems umgesetzt. Er wird als Zusatzinformation in das bestehende 3D-Modell von Berlin Partner integriert. Basis des Solaratlas ist das Forschungsprojekt SUN-AREA der Fachhochschule Osnabrück.

Einige andere Städte wie Oldenburg, Gelsenkirchen oder Wiesbaden waren schneller als Berlin. In anderen wie in Darmstadt laufen die Planungen. "Wir haben durch die positive Resonanz auf den Bau der ersten Bürgersolaranlage in Darmstadt gesehen, wie interessant das Thema Solarenergie für viele Darmstädter Bürgerinnen und Bürger ist", sagt Darmstadts Umweltdezernent Klaus Feuchtinger. Die Stadt stellt für das Projekt Solarkataster 63.000 Euro aus dem Klimaschutzprogramm bereit.

Auch in anderen Städten wie Flensburg oder Iserlohn laufen die Planungen für ein Verzeichnis, das einen Überblick über verfügbare solartaugliche Dachflächen verschafft.

Das Fotovoltaikpotenzial der Dächer in Deutschland wird im Moment nur zu einem Bruchteil genutzt. Martina Kläre, Professorin für Geoinformatik an der FH in Frankfurt am Main geht davon aus, dass es nicht mehr als ein Prozent sind. Sie hat ein Programm erarbeitet, mit dem sich aus Laserscan-Daten die Informationen für potentielle Solardächer und ein Solarkataster herausziehen lassen. Diese Daten erheben viele Bundesländer zur Erstellung dreidimensionaler Karten. Für einzelne Bundesländer wie Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein gibt es diese Daten bereits. In anderen fehlen sie noch, sollen jedoch in den nächsten Jahren vorliegen. pgl

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