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Deutschland behält seine zentrale Rolle als Absatzmarkt

8 bis 12,7 Gigawatt Solarstromplus für 2010 erwartet

10.05.2010, 08:36

Fotovoltaik-Module
Deutschland bleibt Nummer Eins bei Solarstrom. Bild: Solarworld

Der Verband der Europäischen Fotovoltaikindustrie (EPIA) hat Marktprognosen für die nächsten vier Jahre vorgelegt. Diese arbeiten mit zwei Szenarien. Das erste beschreibt die Marktentwicklung unter den bisherigen Randbedingungen. Danach wird der weltweite Fotovoltaikmarkt bereits 2010 jährlich 8,2 Gigawatt umfassen. Stärkere politische Unterstützung wird bei Szenario 2 zugrunde gelegt. Dann könnten es dieses Jahr auch schon 12,7 Gigawatt Solarstromvolumen sein.

Im konservativeren Szenario gehen die Fachleute für die nächsten Jahre von einem Umsatzvolumen aus, das jährlich um 14 Prozent wächst. Dann wäre das Volumen von Fotovoltaik bis 2014 jährlich bei 13,7 Gigawatt. Im ambitionierteren Szenario erwarten die Experten ein Jahresvolumen von 30 Gigawatt für das Jahr 2014.

Deutschland spielt dabei auch in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle als Absatzmarkt. Drei Gigawatt Zubau sollen es im konservativen Szenario in den nächsten drei Jahren sein, für die Jahre 2013 und 2014 werden sogar 4 Gigawatt pro Jahr erwartet. Damit würde Deutschland mittelfristig weiter die Hälfte des europäischen Fotovoltaikmarkts ausmachen. Für Deutschland sind die Vorhersagen der Studie schwierig, da dort die jetzt im Bundestag verabschiedeten Änderungen des Erneuerbare Energien Gesetzes noch nicht berücksichtigt worden sind. Insgesamt geht der Verband in seiner Studie davon aus, dass knapp die Hälfte der Volumina 2014 innerhalb der EU abgesetzt werden.

Frankreich galt bis Anfang des Jahres als Hochburg für die gebäudeintegrierte Fotovoltaik. Im Januar 2010 wurden die Bedingungen verschärft, um Mitnahmeeffekte zu verhindern. Die Verbandslobby hält diese Maßnahmen für vernünftig, um eine Überhitzung des Marktes zu vermeiden. Außerdem hätten bereits 2009 nur zirka zwei Drittel der installierten Anlagen überhaupt ans Stromnetz angeschlossen werden können. Hier haben die politischen Faktoren entscheidenden Einfluss auf die Marktentwicklung. Das konservative Szenario, das von einer Beibehaltung der jetzigen Rahmenbedingungen ausgeht, würde 660 Megawatt neu installierte Fotovoltaik-Leistung 2014 bedeuten. Im ambitionierten Szenario, das bestehende Probleme mit dem Anschluss ans Netz löst und administrative Hürden beseitigt, könnten es aber auch 1,3 Gigawatt sein.

In Italien gibt es ein ausgeklügeltes Fördersystem für private Solarstromerzeuger bis zu 200 Kilowatt. Da außerdem die Strompreise relativ hoch sind, gehen die Fachleute davon aus, dass Solarstrom im Süden des Landes bereits im nächsten Jahr nicht mehr teurer sein wird als konventionell erzeugter.

Hohes Potenzial sieht die Studie neben den klassischen Kernländern der Fotovoltaik wie Deutschland, Frankreich und Italien auch in einigen sonnereichen Staaten im südlichen Europa wie Bulgarien oder Griechenland. Für Bulgarien seien viele größere Projekte in der Pipeline, die sich jedoch aufgrund "entmutigender administrativer Verfahren und komplexer Anschlussstrukturen an das Netz" verzögerten. In Griechenland gibt es zwar die besten Einspeisetarife Europas, und es werde schon lange erwartet, dass Griechenland eine führende Rolle bei der Fotovoltaikentwicklung spiele, so die Untersuchung. Bürokratie und Unsicherheiten in Bezug auf die Regulierung hätten jedoch dazu geführt, dass Projekte nicht realisiert werden konnten. Aufgrund der Finanzkrise dürften sich diese Randbedingungen eher noch verschlechtern.

Enormes Wachstum der Fotovoltaik trauen die Forscher auch den USA zu. Im ambitionierten Szenario mit flankierenden politischen Maßnahmen könnte das Land im Jahr 2013 sogar Deutschland erstmals als wichtigsten Solarstrom-Markt hinter sich lassen. pgl

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