Fotovoltaik-Dach kann zur Falle für Feuerwehr werden
Stuttgart. Fotovoltaikanlagen können zur gefährlichen Falle für Feuerwehren werden. Auch wenn sie im Brandfall den Wechselstrom am Hauptschalter abgeschaltet haben, fließt weiter Gleichstrom von den Modulen bis zum Wechselrichter. Im Sommer 2009 hat sich deshalb ein Feuerwehrmann in Rösrath bei einem Brand einen ernsten Stromschlag zugezogen. Einige Hersteller haben nun spezielle Notschalter entwickelt, um den Stromfluss möglichst nahe am Modul zu unterbinden. Erste Produkte sind auf der Münchner Solarfachmesse Intersolar im Juni 2010 zu sehen.
Die Solteq GmbH präsentiert in München das System SMS01, das auf Knopfdruck für Wartungsarbeiten oder im Brandfall die Fotovoltaikanlage vollautomatisch herunterfährt, so dass die Feuerwehr einen eventuellen Brand löschen kann. Dabei werden die Module direkt am Modul redundant durch einen Halbleiter und ein Relais kurzgeschlossen. Auch bei einem Ausfall der Versorgungsspannung sei eine sichere Abschaltung gewährleistet, sagt der Hersteller. Das Verfahren wurde zum Patent angemeldet.
Bereits auf der Intersolar 2009 hatte Eaton Moeller das Modell eines feuerfesten Notausschalters für Fotovoltaik-Anlagen gezeigt, das nun in serienreifer Ausführung zu sehen sein wird. Der Sicherheitsschalter wird in der Nähe der Solarmodule in die Gleichstromleitung eingefügt und lässt sich wie das Modell von Solteq manuell oder mit einer Fernbedienung auslösen. "Santon hat ein ähnliches Produkt in Entwicklung", berichtet Holger Thiem von der Feuerwehr München im Gespräch mit dem Online-Magazin EnBauSa.
Thiem hat in den vergangenen Jahren mit seinen Wehren unterschiedliche Möglichkeiten getestet, um die Gefahr von Stromschlägen beim Löschen von PV-Anlagen zu minimieren. Eine Idee war beispielweise, die Module abzudecken. Wenn sie kein Licht bekommen, produzieren sie auch keine Spannung mehr. "Für Kleinanlagen mit wenigen Quadratmetern oder bei technischen Hilfeleistungen an Freilandanlagen könnte diese Möglichkeit je nach Einzelfall in Frage kommen", resümiert Thiem.
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