Pilotinstallation kühlt Jazzclub

Salzlösung speichert Energie verlustarm

Verfahren sorgt für angenehmes Klima im Jazzclub.

Wärmegetriebene Verfahren zur Klimatisierung wie offene Sorptionsanlagen nutzen die Abwärme von BHKW, Überschusswärme aus Fernwärmenetzen oder Sonnenenergie.

In großen Gebäuden übersteigt der Primärenergiebedarf für die Klimatisierung oft den für die Heizung, weil gängige Kompressionskältemaschinen meist mit Strom arbeiten. Wärmegetriebene Verfahren zur Klimatisierung wie beispielsweise offene Sorptionsanlagen stellen eine Alternative dar. Sie nutzen die Abwärme von Blockheizkraftwerken, Überschusswärme aus Fernwärmenetzen oder aber die Sonnenenergie. Vielfach ist das Temperaturniveau der verfügbaren Wärmequelle relativ niedrig. Zu den Systemen, die dann eingesetzt werden können, gehören die offenen Sorptionsanlagen. 

Sorption beruht auf dem Prinzip, dass Ungleichgewichte zwischen Temperaturen oder Stoffen ausgeglichen werden. Offene Sorptionsanlagen klimatisieren Gebäude über die Lüftungsanlage. Mit festen oder flüssigen Sorbentien entfeuchten sie zunächst die angesaugte Außenluft. Die dabei frei werdende Wärme wird abgeführt. Eine gezielte Wiederbefeuchtung der Luft vor Eintritt in die Lüftungsanlage des Gebäudes senkt die Temperatur durch Verdunstungskühlung. Zusätzlich bieten diese Anlagen die Möglichkeit, durch einen Speicher die Kälteproduktion zeitlich von der Nachfrage zu entkoppeln. Das BINE-Projektinfo "Klimatisieren und Kälte speichern mit Salzlösungen" stellt ein neues Verfahren mit Speicherung sowie seine Pilotanwendung vor. Es wurde vom Bayrischen Zentrum für Angewandte Energieforschung entwickelt.

Für die Gebäudeklimatisierung werden offene Sorptionsanlagen mit flüssigen Sorbentien bisher nur in Einzelfällen eingesetzt. Ein speicherfähiges offenes Sorptionssystem zur Luftentfeuchtung und-kühlung wurde jetzt im Rahmen der Energieforschung entwickelt. Eine konzentrierte Salzlösung als flüssiges Sorbens ermöglicht es, Klimatisierungsenergie mit hoher Dichte verlustfrei zu speichern. Das Verfahren eignet sich für zahlreiche Arten von Niedertemperaturwärme und macht auch die Solarenergie als Wärmequelle interessant. Wie sich das System in der Praxis bewährt, zeigt eine Demonstrationsanlage auf Basis von Fernwärme in einem Münchner Jazzklub. pgl

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