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Grüne: Wirtschaftsministerium rechnet die Einsparpotentiale klein

Studie zu Energieverbrauch für Klimatisierung in der Kritik

12.12.2011, 13:04

Bürokomplex
Klimatisierung gehört in Bürogebäuden zum Standard. © Viessmann

Die Studie "Energieverbrauch des Sektors Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) in Deutschland für die Jahre 2007-2010", die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums entstanden ist, schätzt den Anteil der Energie zur Gebäudeklimatisierung in diesem Segment auf knapp 2 Prozent. Nur 13 Prozent der Bürogebäudeflächen seien gekühlt oder klimatisiert. Fachverbände und Opposition wundern sich über diese Zahlen.

Die 132 Seiten umfassende Studie untersucht den Energieverbrauch in den Jahren 2007 bis 2010 in 14 unterschiedlichen Bereichen der Sektoren Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Als Basis wurden bundesweit in 2091 Gebäuden die Verbräuche an Strom, fossilen Energieträgern und an Fernwärme erhoben und analysiert. Anschließend wurden die Ergebnisse aus diesen Erhebungen auf den gesamten deutschen Bestand an GHD-Gebäuden hochgerechnet.

"Die Ergebnisse decken sich in keiner Weise mit anderen aktuell vorliegenden Untersuchungsergebnissen", kritisiert Günther Mertz, Hauptgeschäftsführer des Bundesindustrieverbands Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik. Außerdem ließen sie sich nicht mit den von verschiedenen Verbänden erhobenen Absatzzahlen im Bereich der Raumlufttechnik-Geräte und der Raumklima- oder Split- und Multisplitgeräte in Übereinstimmung bringen.

Die Zahl der Geräte, die jährlich verkauft werden stünde in keinem Verhältnis zu dem, was laut Studie des Wirtschaftsministeriums eingesetzt wird. Der Anteil von 13 Prozent gekühlter Flächen sei viel zu niedrig angesetzt, zumal die Studie in ihre Untersuchungsergebnisse das gesamte Spektrum vom Einsatz zentraler Raumlufttechnik bis hin zu mobilen Klimageräten einbeziehe.

Andere Untersuchungen wie eine vom Umweltbundesamt herausgegebene Studie zu den Energieeinsparpotenzialen der Gebäudekühlung kommen zu dem Ergebnis, dass der Anteil gekühlter Bürogebäudeflächen bei 51 Prozent, der im Handel bei 66 Prozent und der in Krankenhäusern bei 20 Prozent liegt.

Die Grünen werfen dem Wirtschaftsministerium vor, mit der Studie die Potentiale des Energieeinsparens kleinzurechnen. "Ohne methodische Ansätze von Studien bewerten zu wollen, passt diese Studie doch stark ins Bild zur aktuellen Blockade-Politik des Bundeswirtschaftsministers beim Thema Energieeffizienz. Philipp Rösler hat es sich zum Ziel gesetzt, jede verbindliche Vorgabe der EU bei Energieeffizienz zu verhindern. Da trifft es sich doch gut, die Energieeffizienzpotentiale im Bereich GHD klein zu rechnen nach dem Motto 'Da gibt es nicht viel zu holen, also brauchen wir nichts zu machen'", sagt Oliver Krischer, energiepolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen.

Vom Wirtschaftsministerium war auf die Frage, ob man denn die vorliegenden Zahlen mit denen des Umweltbundesamts abgeglichen habe keine Stellungnahme zu bekommen. Verantwortlich seien die Autoren des Fraunhofer ISI, so das Rösler-Ministerium. Barbara Schlomann, Leiterin des Geschäftsfelds Energieeffizienz am ISI, kann die Kritik nicht nachvollziehen: "Ohne die Datengrundlagen der UBA-Studie genau zu kennen, erscheinen uns die dort genannten Anteile der Klimatisierung als sehr hoch. Wir halten unsere Angaben in der Studie für das Bundeswirtschaftsministerium nach wie vor für plausibel", betont sie.

Die Erhebung sei bereits mehrmals durchgeführt und die Ergebnisse vergleichbar und Entwicklungstrends plausibel. Gerade die Fragen zur Klimatisierung und Lüftung würden aufgrund ihrer großen Bedeutung im Laufe der Erhebungen kontinuierlich ausgeweitet und verbessert, so die Karlsruher Forscherin.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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