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Hygieneuntersuchung in Lüftungsanlagen zeigt Verbesserungspotenzial

Reinigung von Lüftungsanlagen wird verstärkt zum Thema

04.10.2013, 07:25

Luftkanäle einer Lüftungsanlage
Lüftungskanäle aus glattem Kunststoff sind leicht zu reinigen. © Zehnder

Die kontrollierte Wohnungslüftung ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Im ersten Halbjahr 2013 wurden hierzulande 20.515 Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung verkauft, 12,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das berichtet der Fachverband Gebäude-Klima e.V. (FGK). Vielen Käufern ist allerdings nicht bewußt, dass es beim Betrieb einer Lüftungsanlage nicht mit einem regelmäßigen Filterwechsel getan ist. Mindestens alle zwei Jahre, besser jährlich sollte das System zudem von einem Fachunternehmen gewartet und dabei nach Bedarf gereinigt werden, empfiehlt der Verband und bekräftigt diese Forderung mit dem Verweis auf eine aktuelle Schweizer Lüftungsstudie.

Unter Leitung der Hochschule Luzern – Technik & Architektur hat ein Expertenteam 100 Lüftungsanlagen unterschiedlicher Größe und Komplexität unter die Lupe genommen, 16 Prozent davon in Wohngebäuden. Das Ergebnis: Bei rund 33 Prozent der Anlagen wurden mehr als die Hälfte der Komponenten wegen hygienischen Mängeln beanstandet, meist aufgrund von Verschmutzung, Korrosion oder konstruktiven Mängeln. In 19 Prozent der Anlagen wurde der Zustand von mehr als der Hälfte der analysierten Oberflächen als mikrobiologisch unzureichend beurteilt.

Erstaunlich ist jedoch, dass die untersuchten Anlagen unter dem Strich dennoch das Schutzziel der Schweizer Hygie­nerichtlinien für raumlufttechnische Anlagen (RLT) erfüllten. Diese schreiben – analog zur deutschen Norm VDI 6022 – vor, dass die Qualität der zugeführten Luft zumindest jener der Außenluft entsprechen muss. "Das muss nicht heißen, dass es sinnvoll ist, gefundenen Dreck liegen zu lassen, wenn die Auswirkungen auf die Raumluft vielleicht gering sind", betont Claus Händel, Technischer Referent im Fachverband Gebäude-Klima und ergänzt: "Wird er entfernt, ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite."

Besonders wichtig ist beim Betrieb einer Lüftungsanlage der regelmäßige Filterwechsel. Mindestens einmal im Jahr, in Abhängigkeit von der Umgebung besser jedes Halbjahr sollten die Filter im Lüftungsgerät gewechselt werden.

"Im Gerät ist der Filterwechsel Pflicht, wenn das in den Abluftdurchlässen nicht gemacht werden kann, dann ist es besser, Sie verzichten ganz auf diese Filter", stellt Händel klar. Doch eine fachmännische Wartung geht weit über den reinen Filterwechsel hinaus. So wird etwa auch geprüft, ob alle Betriebsanzeigen und der Kondensatablauf des Gerätes sowie die Frostschutz-Abtauvorrichtung funktionsfähig sind. Außerdem werden die Luftverteilnetze auf Anzeichen von Beschädigungen, Korrosion und Verschmutzung untersucht. "Wenn die Lüftungsgeräte vernünftig gewartet und die Filter regelmäßig getauscht werden, dann muss am Rohrleitungssystem über lange Zeit bis hin zu Jahrzehnten nichts gemacht werden", weiß Händel aus Erfahrung.

Klar ist, das mit der höheren Anzahl an Wohnungslüftungsgeräten auch die Nachfrage nach Reinigungsleistungen steigen wird. Damit umzugehen ist nicht ganz einfach für die entsprechenden Unternehmen, denn Lüftungsanlagen und Luftverteilsysteme sind sehr unterschiedlich. So kann der Aufwand je nach Zugänglichkeit der Lüftungsgeräte sowie der Länge und Abmessungen der Leitungen erheblich schwanken. "Manchmal ist die Kalkulation einer Anfrage teurer als die Dienstleistung selbst", berichtet Fachmann Händel. 

Der FGK hat reagiert. Händel: "Wir arbeiten daran, die Angebote zu standardisieren, so dass Festpreise angeboten werden können." Bis es soweit ist, unterstützt der Verband reinigungswillige Gebäudeeigentümer mit einer Anfrage-Checkliste. Darin sind alle wichtigen Angaben enthalten, die Anbieter für ein fundiertes Angebot brauchen, so dass eine Besichtigung vor Ort entfallen kann. Außerdem hat der Verband zusammen mit dem TÜV-Süd Qualitätskriterien für die Reinigung von Lüftungsanlagen entwickelt und zertifiziert Dienstleister. Eine Liste mit spezialisierten bundesweiten Unternehmen ist in der Anfrage-Checkliste enthalten. Weitere Anbieter finden sich im Netz unter rlt-reinigung.de.

Zwischen 500 und 1.000 Euro müssen Gebäudeeigentümer für eine Reinigung des Kanalsystems kalkulieren. "Verteilt auf 10 Jahre sind die jährlichen Kosten etwa so hoch, wie früher die Kosten für den Schornsteinfeger", so Händel.

Ein weiteres Ergebnis der Schweizer Studie kann der FGK-Referent für Deutschland nicht bestätigen. In der Schweiz zeigte sich, dass 19 Prozent der für die Hygiene relevanten Komponenten der untersuchten Lüftungsanlagen gar nicht zugänglich waren und somit weder überprüft noch gereinigt werden konnten. "Unsere Erfahrung ist, dass man in Wohnungslüftungsanlagen eigentlich überall hinkommt, wenn die Luftverteilbox und das Lüftungsgerät zugänglich sind." Allerdings gibt es durchaus auch bezüglich der Reinigung kritische Installationen, etwa bei Luftverteilnetzen ohne glatte Oberflächen. Doch die werden heutzutage kaum noch eingesetzt. Der Standard sind glatte Kunststoffrohre oder Wickelfalzrohre. von Silke Thole

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