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Forschungsprojekt nimmt flüchtige organische Schadstoffe ins Visier

Preiswerte Sensoren spüren Luftschadstoffe auf

26.05.2011, 00:00

Immer mehr Gebäude werden isoliert und abgedichtet, um Energie zu sparen. Dadurch steigt jedoch die Schadstoffbelastung in den Innenräumen an, vor allem mit flüchtigen organischen Verbindungen. Diese sind gesundheitsschädlich und werden für das so genannte Sick Building Syndrom verantwortlich gemacht. Abhilfe können bessere Lüftungssysteme schaffen. Saarbrücker Messtechniker koordinieren dafür jetzt ein europaweites Forschungsprojekt, in dem preiswerte Sensorsysteme für Luftschadstoffe entwickelt werden. Mit ihrer Hilfe sollen Gebäude ausgewogen klimatisiert und durchlüftet werden, ohne dass dabei unnötig Energie verbraucht wird.

Das auf drei Jahre bewilligte Forschungsprojekt wird mit 1,1 Millionen Euro gefördert. Rund 300.000 Euro erhält das Team von Andreas Schütze, Professor für Messtechnik der Universität des Saarlandes. Weitere Partner sind die 3S GmbH, eine Ausgründung der Saar-Uni, die UST Umweltsensortechnik sowie mehrere Klimatechnik-Firmen und Forschungsinstitute in Deutschland, Frankreich und Portugal. "Unser Ziel ist es, flüchtige organische Schadstoffe in der Innenluft wie zum Beispiel Formaldehyd oder Xylol mit Gassensoren zu messen. Übersteigen diese dann bestimmte Grenzwerte, führt die Klimaanlage automatisch Frischluft zu", erläutert Schütze. "Flüchtige organische Verbindungen dünsten zum Beispiel aus Teppichböden, Wandfarben oder Möbeln aus. Sie können in Büro- und Wohnräumen kaum vermieden werden. Durch die regelmäßige Lüftung von Innenräumen sollte jedoch eine Gesundheitsbelastung ausgeschlossen werden", meint Andreas Schütze.

Im Projekt sollen mikro- und nanostrukturierte Halbleiter-Gassensoren, die auf Metalloxiden basieren, weiterentwickelt werden. "Diese Sensoren reagieren sehr empfindlich auf Luftschadstoffe wie Formaldehyd, Benzol oder Xylol. Idealerweise sollten sie in jedem Raum installiert werden. Dann kann das gesamte Gebäude je nach Belegung der einzelnen Räume bedarfsgerecht gelüftet werden", sagt der Saarbrücker Forscher. pgl

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