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IFA 2011: Telekom und IBM rüsten sich für Zukunftsmarkt

Offene Plattformen für Smart Homes angekündigt

07.09.2011, 09:41

Menschen vor dem Messeeingang Nord bei der IFA 2011
Auf der IFA war das vernetzte Haus eines der Trendthemen. © IFA

Mit der Deutschen Telekom und IBM haben auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin gleich zwei Schwergewichte aus der Informations- und Kommunikationstechnik-Branche eine offene Plattform für Smart Homes angekündigt. Partner der Deutschen Telekom sind neben E.ON und EnBW der Spezialist für Hausautomationslösungen eQ-3 und Haushaltsgerätehersteller Miele. Gemeinsam wollen sie Standards für die Hausvernetzung setzen, um die intelligente Steuerung von Waschmaschinen, Heizung und Fotovoltaikanlagen sowie Unterhaltungselektronik zu ermöglichen. IBM kooperiert mit der EnBW und plant als erste Etappe der Zusammenarbeit einen Markttest der offenen Plattform.

Der Ansatz der beiden Konzerne ist ähnlich. Beide entwickeln eine Infrastruktur, die in der Lage ist, in der Haus- und Gebäudeautomation gängige Kommunikationsprotokolle wie Enocean, ZigBee, ZWave, KNX, Modbus oder LON zu verstehen, so dass alle Geräte, die eines dieser Protokolle nutzen, angeschlossen werden können. IBM kombiniert dazu eigene Komponenten mit denen ihres Businesspartners Shaspa, etwa der Shaspa Bridge, einem Universal-Übersetzer, der die Kommunikationsprotokolle übersetzt. Zudem hat der IBM-Partner mit dem Shaspa Service Delivery Framework eine cloudbasierte Lösung zur Überwachung und Steuerung von Umgebungen, etwa einzelnen Gebäuden im Programm. Entsprechend hat IBM angekündigt, die für die Nutzung und den Betrieb notwendigen IT-Leistungen auch als Service über das Internet anzubieten, also als sogenannten Cloud-Service.

"Die offene Plattform ermöglicht es, Dienstleister aus den unterschiedlichsten Bereichen anzubinden. Das könnte den Smart-Home-Angeboten zum Durchbruch verhelfen", sagte Thomas Eberlen, Leiter des Bereichs Energiewirtschaft bei IBM Deutschland. Die Plattform-Lösung biete erstmals die Möglichkeit, intelligente Lösungen der EnBW rund um das Thema Energie, wie den Intelligenten Stromzähler, dezentrale Energieerzeugung oder Elektromobilität, mit Anwendungen von Partnern flexibel zu kombinieren.

Die Telekom nennt ihre offene Plattform "Smart Connect". Zentrale Komponente ist die sogenannte "Smart Connect Box", die ebenfalls in der Lage sein soll, möglichst viele der gängigen Kommunikationsprotokolle zu verstehen und im Zusammenspiel mit verschiedenen Cloud-basierten Funktionen als lokale Service-Zentrale fungiert. Dabei setzt die Telekom auf Geräte der Firma Sumitomo. Ab Mitte 2012 soll die Plattform, die unabhängig vom Telekommunikationsanbieter an jedem Breitbandanschluss funktioniert, verfügbar sein. "Zum Preis können wir jetzt noch nichts sagen. Vielleicht im Frühjahr auf der Cebit", sagte eine Sprecherin auf dem IFA-Stand der Telekom im Gespräch mit EnBauSa.de.

 

Beiden Lösungen gemeinsam ist auch, dass sie derzeit vor allem die Möglichkeiten der Smart-Home-Technologie zur Lastverteilung in den Stromnetzen der Energieversorger und zum Sparen von Stromkosten betonen. "Mit 'Smart Connect' bieten Unternehmen wie E.ON und EnBW ihren Kunden künftig intelligente Dienstleistungen an, die etwa bei zuviel Strom in den Netzen eine Information über einen günstigen Kilowattpreis an den Wäschetrockner übermitteln. So gelingt es Wind- und Solarstrom in die Grundlast zu integrieren und Netzausfälle zu vermeiden", sagte Gabriele Riedmann de Trinidad, bei der Telekom Leiterin des Konzerngeschäftsfeldes Energie.

Inwieweit Haushalte ihre Lasten in der Praxis durch den entsprechenden Einsatz von Wäschetrockner oder Waschmaschine tatsächlich verschieben können, ist umstritten. Dennoch setzt sich der Trend in Richtung "Smart-Grid"-fähiger Endverbrauchergeräte zunehmend durch. So waren auf dem IFA-Stand von Liebherr "Smart grid ready"-Gefrierschränke zu sehen, die automatisch den jeweils günstigsten Stromverbrauch nutzen können und derzeit in Baden-Württemberg getestet werden. Und Bosch zeigte einen Geschirrspüler, der mit dem Stromnetz kommunikativ verbunden ist.

In beiden Kooperationen findet sich bis dato kein großer Heizungshersteller. Bei der Telekom ist der Bereich der Heizungssteuerung immerhin teilweise über eQ-3 abgedeckt, insgesamt ist der Bereich Wärmeenergie aber noch unterbelichtet. Die Telekom hat aber angekündigt, dass weitere Partnerschaften mit Herstellern von Hausgeräten und Gebäudetechnik sowie Anbietern von Sicherheitslösungen in Vorbereitung sind. Ziel sei es, die vielfältigen im Rahmen des "vernetzten Hauses" möglichen Anwendungen abzudecken - von der Fernsteuerung von Fenstern und Beleuchtung mit einem Smartphone oder Tablets bis hin zum Bedienen von Alarmanlagen oder Steuern von Haushaltsgeräten.

Zumindest bei der Unterhaltungselektronik sind die Voraussetzungen für die Steuerung über das Internet gut: Laut Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik gfu hatten im ersten Halbjahr 2011 bereits 59 Prozent aller Consumer-Electronics-Geräte vom Notebook über die digitale Kamera bis zum Fernseher einen Internetanschluss - Tendenz rasant steigend.

Von unserer Redakteurin Silke Thole

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