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Energieautarke Ventile versprechen Null Wartungsaufwand

Heizkörperstellventile kommen ohne Batterie aus

28.03.2013, 07:00

Steuerung der Haustechnik via Smartphone.
Heizungs- und Lichtsteuerung via Smartphone sind zunehmend gefragt. © Eltako/WeberHaus

Nicht nur die co2online-Kampagne "Meine Heizung kann mehr", die EnBauSa.de als Partner unterstützt, rückt derzeit Heizkörperthermostate verstärkt ins Blickfeld, auch auf der ISH gab es dazu Neuigkeiten. Ferngeregelte Heizkörperventile liegen voll im Trend. "Heizkörperventile ermöglichen eine breite Anwendung der Funktechnik und bieten einen riesigen Nachrüstmarkt", nennt Andreas Schneider, Mitbegründer von Enocean, Gründe. Er ist überzeugt: die kleinen Stellantriebe für Heizkörper ebnen der intelligenten Gebäudetechnik den Weg. "Niemand wird gleich sein ganzes Haus vernetzen. Das geht wie in anderen Bereichen auch Schritt für Schritt."

Zwei Jahre ist es her, dass Enocean als Technologiegeber für den gleichnamigen batterielosen Funkstandard verkündete, Wärme als Energiequelle erschlossen zu haben. Überall dort, wo zumindest zeitweise ein Temperaturunterschied von wenigstens 2 Grad Celsius vorhanden ist, können Funkmodule durch den DC/DC-Wandler ECT 310 mit Energie aus Wärme versorgt werden. Da bietet sich der Heizkörperstellantrieb als Einsatzfeld an. Auf der ISH in Frankfurt zeigten nun gleich drei Anbieter entsprechende Lösungen. Der Vorteil: Die Heizkörperstellantriebe arbeiten komplett energieautark und sind wartungsfrei. Die Produkte von Kieback & Peter sowie von Micropelt und Thermokon sind zwar teurer als batteriebetriebene Systeme, doch sie rechnen sich schnell, weiß Enocean-Mann Schneider: "Vor allem in Mietwohnungen, wo der Batteriewechsel mit hohem Aufwand verbunden ist, ist die energieautarke Lösung spätestens nach dem ersten Batteriewechsel billiger."

Kein Wunder also, dass die Anbieter entsprechender Systeme als Kunden vor allem die Wohnungswirtschaft im Visier haben. "Die Einsparung an Heizenergie von bis zu 20 Prozent trifft auf besonders hohe Akzeptanz durch die Wohnungsnutzer, da sie ohne Komforteinbußen realisiert wird", berichtet etwa Kieback& Peter. Allerdings ist umstritten, ob sich allein durch die Temperaturregelung über die Heizkörperventile tatsächlich so viel Energie einsparen lässt. Severin Beucker vom Borderstep Institut schätzt, dass lediglich 10 Prozent Energieeinsparung möglich sind. Der Grund: Die Thermostatventile haben keine direkte Verbindung zur Heizung im Keller. Beim Runterdrehen durch einen automatischen Stellantrieb wird lediglich der Volumenstrom im Heizkörper gedrosselt. Die Heizung reagiert darauf erst mit einiger Zeitverzögerung, es bleiben also Einsparpotenziale ungenutzt.

"Tatsächlich ist es optimal, wenn die Raumlösung nicht nur mit dem Heizkörperventil, sondern auch mit der Heizung im Keller kommuniziert", bestätigt Enocean-Mitbegründer Schneider. Es gelte daher die verschiedenen Systeme zu verheiraten und das passiere bereits. So wirbt etwa Kieback & Peter mit dem modularen Aufbau seiner Systeme. Die Raumautomation mit der Produktfamilie en:key mit Raumsensoren und Funkheizkörperventilen sorge für Effizienz auf der Verbrauchsebene. Die Vernetzung dieser Raumebene mit der technischen Zentrale des Objektes schaffe die Grundlagen für eine bedarfsgerechte Regelung der Energieerzeugung.

Bestandteile der Produktfamilien en:key sind der energieautarke Raumsensor und der ebenfalls energieautarke Ventilregler. Der Raumsensor ist mit einer Präsenzerkennung ausgestattet und bezieht seine Energie über eine Solarzelle aus dem Umgebungslicht. Ein zusätzlich integrierter Speicher sichert den Betrieb auch im Dunkeln. Der Ventilregler wird über einen Thermogenerator versorgt. Bei Nicht-Nutzung der Räume wird über dieses System die individuell voreingestellte Komforttemperatur automatisch auf ein 4 Grad Celsius niedrigeres Spar-Niveau abgesenkt.

Auch der gemeinsam von Micropelt und Thermokon sowie dem Spezialisten für Antriebstechnik Precision Motors Deutsche Minebea entwickelte Heizungsstellantrieb läßt sich über Präsenzmeldungen steuern. Er arbeitet mit dem Micropelt Thermogenerator. Dieser wandelt das Temperaturgefälle zwischen Vorlauftemperatur und Umgebungstemperatur in elektrische Energie um, mit der das Enocean-Modul und die Antriebselektronik versorgt werden. Das Heizkörperventil hat einen temporären Stromspeicher für überschüssige Energie. Dadurch funktioniert der Stellantrieb auch in den Übergangsmonaten.

Für die Einzelraumregelung werden die Stellantriebe als Empfänger mit einem Thermokon MSG-Server verbunden. Dieser erhält von Enocean-basierten Raumfühlern, Fensterkontakten oder -griffen die Regelparameter und berechnet daraus regelmäßig die Ventilstellungen für die gewünschte Raumtemperatur. Die verschiedenen Sollwerte werden über Zeitprofile sowie Präsenzmeldungen beim MSG-Server abgerufen. von Silke Thole

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