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EON: Zeitzonen-Tarife wirken sich auf das Verbrauchsverhalten aus

25 Prozent weniger Kosten durch variable Stromtarife

25.07.2011, 08:36

Intelligente Stromzähler
Smart Meter gelten als Voraussetzung für intelligente Netze.© DTK

Varialble Stromtarife führen dazu, dass Kunden ihr Verbrauchsverhalten ändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von EON Metering und BSH Bosch und Siemens Hausgeräte. 115 Studienteilnehmer setzten sich intensiv mit ihren Stromkosten auseinander und verschoben unter anderem durchschnittlich jeden zweiten Waschvorgang von Spül- und Waschmaschine auf eine Uhrzeit mit günstigem Tarif, berichten die Unternehmen. Dadurch fielen 25 Prozent weniger Stromkosten an als zuvor. Eine Ampel auf dem Display eines Mobiltelefons zeigte den Kunden, ob sich das aktuelle Strompreisniveau im niedrigen, mittleren oder hohen Bereich bewegte.

EON sieht sich durch die Studie darin bestätigt, die Entwicklung von Zeitzonen-Tarifen voranzutreiben. Die Akzeptanz von variablen Tarifen und die Bereitschaft, die Nutzung elektronischer Geräte zeitlich zu verschieben, seien eine Voraussetzung für die Entwicklung intelligenter Stromnetze und intelligenter Produkte und Tarife für den Haushalt, so das Unternehmen.

Intelligente Stromnetze, sogenannte Smart Grids, gelten als Voraussetzung dafür, dezentral und fluktuierend erzeugte erneuerbare Energien zu integrieren, ohne dass die Stromnetze überlastet werden. Wird mehr Energie eingespeist als nachgefragt, etwa wenn der Wind kräftig weht und die Sonne scheint, sollen niedrige Tarife für eine höhere Nachfrage sorgen, um einen Spannungsanstieg im Netz über das zulässige Maß hinaus und damit eine Abschaltung zu verhindern. Wird anders herum weniger Energie eingespeist als nachgefragt, etwa in der Mittagszeit, sollen hohe Tarife den Verbrauch drosseln, so dass es nicht zu einem Spannungsabfall kommt. Laut EON verbrauchen Hausgeräte 40 Prozent des Stroms in einem Haushalt, bergen also ein enormes Lastverschiebungspotenzial.

 

Allerdings ist trotz zahlreicher Studien, die zu ähnlichen Ergebnissen kommen wie die von EON Metering, umstritten, ob flexible Tarife und transparente Stromkosten und -verbräuche tatsächlich in der Masse zu einem geänderten Verbrauchsverhalten führen. "Ich glaube nicht, dass viele Endverbraucher ihr Verhalten ändern", sagt etwa Andreas Bentz, bei der Telekom für das Thema Smart Grid zuständig. Selbst wenn es in den ersten Wochen und Monaten für viele Verbraucher interessant sei, ständig ihren Verbrauch und die Tarife im Blick zu haben und sich entsprechend zu verhalten, schlügen mit der Zeit bei der Mehrzahl der Verbraucher die Bequemlichkeit und alte Gewohnheiten durch.

Bentz, der auch Projektleiter Smart Grid beim Modellprojekt T-City Friedrichshafen ist, plädiert daher für automatisierte Lösungen, bei denen die Verbraucher selbst keine besonders aktive Rolle spielt. Als Beispiel nennt er die Spülmaschine mit einem normalen und einem Eco-Knopf. "Der Verbraucher muss dann nur entscheiden, will ich die Maschine heute abend ausräumen oder reicht es mir morgen. Reicht es morgen, drückt er den Eco-Knopf und die Maschine startet dann automatisch in einer Niedrigtarifphase."

"Nicht jeder kann tatsächlich Lasten verlagern", sagt auch Peter Bretschneider vom Fraunhofer-Anwendungszentrum Systemtechnik AST. Ziel der Fraunhofer-Forscher sei es daher, die Bereiche zu identifizieren, in denen es tatsächlich Verschiebungspotenziale gibt. Als Beispiel nennt Bretschneider die Warmwasserbereitung. "Diese kann man so steuern, dass sie zu einem energetisch günstigen Zeitpunkt erfolgt." Auch bei Wärmepumpen dürfte sich eine automatisierte Steuerung anhand von Preisimpulsen lohnen. Auch EON setzt darauf, dass künftig durch intelligente Hausgeräte, die selbständig auf Preisanreize der Energieversorger reagieren, Kosten eingespart werden.

Von unserer Redakteurin Silke Thole

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