Viele Heizungen sind zu groß und wenig effizient

Verbraucherzentrale bietet Brennwert-Check an

Sorgfältige Planung und Heizlastberechnung ist bei Brennwertheizungen notwendig. © Buderus

Die Verbraucherzentralen bieten für 30 Euro die Überprüfung der Effizienz von Brennwertheizungen an.

Mehr als 3.800 private Brennwertheizungen haben Experten der Verbraucherzentrale Energieberatung in den vergangenen Jahren überprüft. Ihre Erkenntnis: Viele Heizungskessel sind für das betroffene Haus viel zu groß. "Brennwertheizungen sind eigentlich besonders effizient, weil sie die Wärme des Wasserdampfs in den Abgasen nutzen", erklärt der Energieexperte Peter Kafke. In der Praxis arbeiten jedoch bis zu zwei Drittel der Geräte nicht optimal, das hatte bereits im Jahr 2011 eine Feldstudie der Verbraucherzentrale Energieberatung ergeben. Seitdem haben die Energieberater über 3.800 weitere Kessel überprüft. Nach wie vor gibt es viel Verbesserungsbedarf.

Besonders ärgerlich für Heizungsbesitzer: "Immer noch werden viele überdimensionierte Heizkessel installiert", berichtet Peter Kafke: "Ein zu starker Wärmeerzeuger produziert aber mehr Wärme, als das System benötigt. Deshalb schaltet das Gerät häufig ab und kurze Zeit später wieder an. Es läuft also kaum im ruhigen Normalbetrieb. Dadurch verschleißt es deutlich schneller." Dieses Phänomen ist auch unter Umweltschutzaspekten problematisch, da beim Start des Wärmeerzeugers mehr Schadstoffe ausgestoßen werden als im laufenden Betrieb.

Bei der Planung einer neuen Heizungsanlage müsse deshalb unbedingt eine individuelle sogenannte Heizlastberechnung durchgeführt werden, fordert Kafke. Nur so könne die optimale Kesselgröße ermittelt werden.

Alarmierend ist aus Kafkes Sicht noch ein weiterer Befund der Brennwert-Checks: Steht ein Heizkessel in einem unbeheiztem Raum, müssen Rohrleitungen und Armaturen sorgfältig gedämmt sein, sonst geht darüber viel Heizwärme ungenutzt verloren. Nicht einmal bei einem Viertel der untersuchten Systeme ist dies jedoch vorschriftsmäßig ausgeführt. Dieses Problem kann schnell und kostengünstig behoben und damit viel Energie gespart werden.

Der Brennwert-Check der Verbraucherzentrale ermittelt, wie effizient der eigene Kessel arbeitet und mit welchen Maßnahmen die Heizleistung optimiert werden kann. Den Check können alle Verbraucher durchführen lassen, die ein Brennwertgerät besitzen. Dank der Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium fällt nur eine Kostenbeteiligung von 30 Euro an. Da für den Brennwert-Check Messgeräte installiert und wieder abgebaut werden müssen, sind zwei Termine im Abstand von wenigstens 24 Stunden notwendig. Der Brennwert-Check kann nur in der Heizperiode durchgeführt werden. Quelle: Verbraucherzentrale / pgl

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