Mehr als 3000 Betriebe sollen erreicht werden

Projekt bietet kostenlosen Heizungscheck an

Handwerker sollen kostenlos bei der Heizungsoptimierung beraten. © VdZ

Kostenlose Beratung im Heizungsbereich startet mit 30 Betrieben und soll über fünf Jahre ausgebaut werden.

Die Bundesregierung hat eine Reihe von Initiativen gestartet, um für eine höhere Austauschrate bei Heizungen zu sorgen. Der erste Gesetzentwurf für ein Label für alte Heizungen liegt vor. Auf EU-Ebene gibt es ab 26. September die Pflicht, die meisten neuen Heizungen mit einem Energielabel zu versehen. In einem neuen Projekt sollen nun  "innovative Klimaschutz-Dienstleistungen des Heizungsbau- und Schornsteinfeger-Handwerks" entwickelt werden.

Im Rahmen eines Projektes unter dem Doppel-Label "Pellets-Check" und "Heizungs-Check" sind zunächst 30 Betriebe am Start. Sie sollen in der Erprobungsphase 300 bis 350 Hauseigentümer erreichen. Bis 2020 soll sich die Zahl der Betriebe auf 3.250 Betriebe erhöht haben. Die Frage ist nun, wie sich das in die bereits bestehende Beratungslandschaft einfügt.

Die Bundesregierung gibt dabei das Ziel aus, die klimaschutzrelevanten Beratungsleistungen der Gewerke des Sanitär-, Heizungs- und Klima- sowie des Schornsteinfegerhandwerks zusammenzuführen und zu verbessern. "Ziel ist es, den Handwerksbetrieben eine umfassende und einheitliche Grundlage in der Beratung zur Steigerung der Energieeffizienz sowie zur Erhöhung des Anteils an regenerativen Energien an die Hand zu geben. Dieser umsetzungsorientierte Beratungsansatz bringt die ausführenden Gewerke direkt mit den Endverbrauchern in Dialog", so das BMU auf Anfrage von EnBauSa.de.

Im Laufe des Projekts sollen "effiziente und innovative Dienstleistungen identifiziert und entwickelt und in Beratungspaketen zusammengefasst" werden. Dazu gehören sowohl geringinvestive Maßnahmen wie die Optimierung der Heizungspumpe oder der hydraulische Abgleich als auch umfassende Sanierungsarbeiten.

Zielgruppe in der Beratung sind sowohl Besitzer von Ein- als auch von Mehrfamilienhäusern. "Gerade Hauseigentümer sehen in Handwerkern (Heizungsbauern und Schornsteinfegern) die zentralen Akteure, um Informationen zum Thema Energieeffizienz zu erhalten", so das BMU weiter. Im Rahmen des Projektes werden die Beratungsleistungen den Endverbrauchern unentgeltlich angeboten. Zeitgleich startet auch das Label für Altanlagen, das ebenfalls für die Endkunden kostenlos vergeben wird.

Energieberater, die Vor-Ort-Beratung anbieten, könnte das erneut in Erklärungsnöte bringen. Man begrüße jede Maßnahme, die eine energetische Sanierung antreibe, indem Kunden sensibilisiert würden. Endkunden würden bei den vielen Förderungen, die es bundes-, landesweit und auf regionaler Ebene gibt, immer mehr verwirrt, kommentiert etwa Dieter Bindel, stellvertretemder Vorsitzender des Energieberater-Bundesverbands GIH. Dazu komme, dass die Kunden oft eine niederschwellige und eine ausführliche professionelle Beratung nicht auseinander halten können. "So entstehen Erwartungshaltungen niedriger finanzieller Art an profunde Beratungen", der Preisdruck könne sich also erhöhen.

Die Prüfung der Heizanlage sei bei jeder professionellen Energieberatung selbstverständlich dabei. Außerdem könne die Heizung nicht separat betrachtet werden. Bei einer ganzheitlichen Betrachtung des Gebäudes gebe es viele Abhängigkeiten, so könne durch zukünftige Dämmmaßnahmen die Heizung kleiner (und damit preiswerter) ausgelegt werden. Zudem müsse bei einem Check und Analyse der Heizung auch über Erneuerbare Energien nachgedacht werden. von Pia Grund-Ludwig

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