Anlagenbauer haben den Service noch nicht auf dem Schirm

ISH-Trendscout: Vernetztes Denken fehlt der Branche

Christoph Feldhaus vermisst vernetztes Denken. Bild: Grund-Ludwig

Christoph Feldhaus, Geschäftsführer der Cosolvia, war für EnBauSa.de auf der ISH untewegs. Der Branche fehle vernetztes Denken, sagt er.

Bei seinem Rundgang über die ISH hat EnBauSa.de-Trendscout Christoph Feldhaus zwei Dinge vermisst: Es gebe zu wenig Unternehmen, die wirklich vernetzt denken, und es gebe zu wenig Personal, das potentiellen Kunden Produkte und Lösungen gut genug erklären kann. Feldhaus ist Geschäftsführer der Cosolvia Betriebstechnik die Krankenhäuser berät, die Energieeinsparkonzepte umsetzen wollen.

"Beim Versuch, Sparpotentiale zu heben werden in der Regel immer noch einzelne Bauteile optimiert", klagt Feldhaus. Gut gefallen hat ihm deshalb der Ansatz von Immosolar, den er sich auf der ISH hat zeigen lassen. "Das Unternehmen speichert im Sommer mit seiner Erdwärmepumpe Wärme zurück und trägt somit zu einer Regeneration des Erdspeichers bei", sagt er. Damit lasse sich die Jahresarbeitszahl auf 6 und mehr erhöhen, ist er überzeugt.

Er fordert von der Branche, zum Messen, Steuern und Regeln in der Gebäudeleittechnik Lösungen zu entwickeln, mit denen sich einfach ein optimierter Betriebspunkt unter verschiedenen Prämissen, etwa kostenoptimiert oder CO2-optimiert, bestimmen lässt. Lösungen, die das ermöglichen, hat er sich bei Deos angeschaut, einer kleinen Technologieschmiede. Mit deren Software ist es möglich, den Anlagenbetrieb etwa nach Kosten für Wärme- oder Kälteleistung zu verbessern.

Feldhaus fordert bei komplexen Anlagen der Gebäudetechnik mehr Ansätze zur Energieoptimierung, ohne dass zunächst zusätzlich investiert werden muss. "In unseren Projekten holen wir häufig Energieeinsparungen von 30 Prozent heraus ohne Investitionen", berichtet er aus der Praxis. Die Unternehmen seien noch zu sehr Anlagenbauer und zu wenig serviceorientiert. Wenn man von einem Unternehmen Servicetechniker haben wolle, die die Anlage nicht nur einmal einregeln, sondern auch wiederkommen zur Überprüfung sei das meist schwierig. "Das haben die Unternehmen noch nicht wirklich auf dem Schirm", so sein Eindruck. pgl

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