Feldtest für stromerzeugende Heizung wird ausgeweitet

Eon Hanse sucht Testhaushalte für Brennstoffzellen

Die Eon Hanse AG will im Rahmen des Projekts Callux 100 Brennstoffzellen-Heizgeräte als Feldtest in ihrem Versorgungsgebiet installieren.

Die Eon Hanse AG will im Rahmen des Projekts Callux 100 Brennstoffzellen-Heizgeräte als Feldtest in ihrem Versorgungsgebiet installieren. Für die stromerzeugenden Heizungen werden jetzt Hausbesitzer als Tester gesucht.

Auf einem ehemaligen Frachtensegler, dem Hamburger Wahrzeichen Rickmer Rickerms wurde das erste von 100 Brennstoffzellengeräten in Betrieb genommen. Die übrigen Anlagen sollen in ihrem "natürlichen Umfeld" installiert werden: Einfamilienhäusern.

Nahezu alle großen Gasanbieter in Deutschland versuchen derzeit einen Fuß in die Heizungskeller ihrer privaten Gaskunden zu bekommen. Die Hamburger Lichtblick AG kooperiert mit VW und bietet sich gleich noch als Betreiber der stromproduzierenden Heizungen an. Die Berliner Gasag hat nach ausgedehntem Feldtest für 2010 den Vertrieb von Mini-BHKW der Marke Whispergen angekündigt. Und auch die Badenova AG betreut derzeit 20 Mini-BHKW in einem Feldtest.

Die Eon Hanse will in Hamburg in den nächsten Jahren mehrere dutzend Einfamilienhäuser ausrüsten. Die zum Einsatz kommenden Brennstoffzellen-Heizgeräte von Baxi Innotech erreichen eine thermische Leistung von 1,7 Kilowatt. Falls diese Leistung nicht ausreicht, kann ein Zusatzbrenner weitere 1,7 bis 15,0 kW beisteuern. Die elektrische Leistung beträgt maximal 1,0 Kilowatt.

Das Herzstück des Geräts bildet der mit einer Niedertemperatur von 70 Grad Celsius arbeitende so genannte "Brennstoffzellenstack". Er ist laut Hersteller für einen Dauerbetrieb von über 20.000 Stunden ausgelegt. Das im Erdgas enthaltene Methan wird in seine Bestandteile zerlegt und wasserstoffreiches Prozessgas erzeugt. In der Brennstoffzelle, mit Sauerstoff aus der Luft angereichert, entsteht so über die "kalte Verbrennung" gleichzeitig Wärme und Strom. Der Wechselrichter bereitet den elektrochemisch erzeugten Gleichstrom für die Einspeisung ins 230-Volt-Netz auf.

Der Test  ist eingebunden in das Forschungsprojekt Callux des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Dessen Ziel ist es, gemeinsam mit verschiedenen Herstellern und Energieversorgungsunternehmen die Entwicklung des Brennstoffzellen-Heizgerätes für Einfamilienhäuser zu beschleunigen und den Markteinstieg vorzubereiten. Die Tests laufen bei anderen Anbietern teilweise seit Juli 2008.

Hausbesitzer können sich für eine Projektteilnahme bewerben. Ziel von Callux ist eine Technologieoffensive, in deren Verlauf ab 2013 im großen Stil Brennstoffzellen als "stromerzeugende Heizungen" am Markt zu kaufen sein sollen. Markus Kreusch

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