Verband begrüßt Einbeziehung der Gas-Infrastruktur und Technologieoffenheit

BDH ist sich mit Agora Energiewende einig

BDH: Besitzer von Ölheizungen brauchen Perspektive. © MDH

Bislang haben sich die Vertreter der Agora Energiewende und des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) gerne beharkt. Streitpunkt war der Stellenwert Erneuerbarer im Heizungsmarkt. Die jüngste Untersuchung der Agora zur Wärmewende 2030 findet die Zustimmung des BDH. Er vertritt die klassischen großen Heizungshersteller.

Im Unterschied zu früheren Betrachtungen spiele der Energieträger Gas in diesem Szenario sowie die vorhandene Infrastruktur des deutschen Gasnetzes auch in 2030 noch eine tragende Rolle, freut sich der BDH. Darüber spricht sich die Untersuchung für hybride Systeme aus.

"Hier zeigt sich eine bemerkenswerte Lernkurve der Agora, die bislang einen all-electric-Ansatz verfolgte", so Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer BDH. Agora nähere sich damit der BDH-Strategie einer breit gefächerten, technologieoffenen Lösung an, die neben dem wachsenden Anteil von Strom auf Sicht auch noch gasförmige sowie liquide Brennstoffe, also Öl, umfasse. Die erhielten über Power-to-X-Konzepte mehr und mehr erneuerbare Anteile, argumentiert Lücke. Power-to-X steht für die Umwandlung von Strom in andere Brennstoffe wie Gas oder Öl oder die Wärmenutzung. Dafür haben die Verbände, die ihre klassischen Anlagen weiter verkaufen wollen, Konzepte vorgelegt. So hat das IWO, das sich an der Schnittstelle zwischen Heizgeräteindustrie und Mineralölwirtschaft positioniert, für Heizungen mit Öl 2015 in einem Pilotversuch getestet, wie Strom aus Erneuerbaren einbezogen werden kann. Im Dezember 2016 ist ein zweijähriges Pilotprojekt mit Nutzern aus ganz Deutschland angelaufen.

Eine zentrale Rolle bei den künftigen Wärmeerzeugern spielen in der Studie der Agora Wärmepumpen. Diese Auffassung teilt der BDH im Grundsatz und bewertet den starken Trend zu Wärmepumpen positiv. Allerdings hätten Wärmepumpen heute noch keine fünf Prozent Anteil am Bestand der insgesamt 20 Millionen Wärmeerzeuger in Deutschland. Ihr Marktvolumen lag 2016 bei rund 70.000 Stück, die zum größten Teil in den Neubau gingen. Der von Agora geforderte Bestand von sechs Millionen Wärmepumpen bis 2030 werde vor diesem Hintergrund realistischerweise kaum erreicht.

Offen lasse Agora, was mit den immer noch weit über fünf Millionen Ölheizungen geschehen solle. Es werde lediglich angemerkt, dass Öl in 2030 kaum noch eine Rolle spiele, kritisiert der BDH. Betreiber von Ölheizungen blieben allerdings ohne eine konkrete Empfehlung, wie sie zur Wärmewende 2030 beitragen sollen.

"Schade, dass Agora sich auf ein einziges Szenario beschränkt und auch jede Kostenbetrachtung unterlässt", betont Manfred Greis, Präsident des BDH. Davon abgesehen werde an keiner Stelle auf das Potenzial innovativer Technologien zur Kraft-Wärme-Kopplung wie Brennstoffzellenheizungen oder der Digitalisierung des Wärmemarktes eingegangen. pgl

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