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BDH sieht deutliche Einbrüche bei Erneuerbaren

Zwangsumstieg auf Erneuerbare funktioniert nicht

24.11.2010, 17:03

Pelletheizung
Der Umsatz mit Brennstoffkesseln für feste Biomasse ist eingebrochen. Bild: KWB Biomasseheizungen

Auf einen dramatischen Einbruch bei den Umsätzen für erneuerbare Energien im Heizungsbereich verweist der Bundesindustrieverband Deutschland
Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH). 30 Prozent weniger für die Hersteller von Brennstoffkesseln für feste Biomasse, 25 Prozent weniger Umsatz bei der Solarthermie und 10 Prozent weniger bei Wärmepumpen seien es 2010 im Vergleich zum Vorjahr gewesen, sagte BDH-Geschäftsführer Andreas Lücke im Gespräch mit dem Online-Magazin EnBauSa.de.

"Noch 2008 lag der Markt für Technologien zur Nutzung  von erneuerbaren Energien auf der Zielgeraden. Umso mehr bestürzt der Einbruch bei Solarthermie, Wärmepumpen und fester Biomasse in 2010", betonte BDH-Präsident Klaus Jesse. Das Segment der Wärmepumpen kam noch halbwegs ungeschoren davon. "Wärmepumpen sind im Moment vor allem im Neubau stark vertreten", beobachtet Lücke. Jede dritte Installation im Neubau ist eine Wärmepumpe.

Ein Grund für die Zurückhaltung beim Umstieg könnte das Hin und Her bei der Förderpolitik durch das Marktanreizprogramm sein. Erst gab es über Monate gar kein Geld für den Umstieg auf Erneuerbare, anschließend wurden die Förderrichtlinien verschärft. Nun ist das Jahr bald zu Ende, und erstaunlicherweise sind die Mittel nun nicht ausgeschöpft, gab die Bafa unlängst bekannt. "Die Mittel werden aber sicher bis Ende 2010 noch abgerufen", ist Lücke sicher.

Den heftigsten Einbruch gab es 2010 für die Handwerker und Hersteller in Baden-Württemberg. Dort ist seit Anfang 2010 ein Erneuerbare-Wärme-Gesetz in Kraft, das auch in Bestandsgebäuden bei einer Sanierung der Heizung die Einbeziehung regenerativer Energien vorschreibt. Das sollte eigentlich einen Push für die Erneuerbaren bringen. Nach Jesses Meinung bewirkt es aber genau das Gegenteil: "Wir hatten Vorzieheffekte 2009 bei denen die Leute nur noch schnell den Kessel getauscht haben. Nun herrscht aber Abwarten, und es wird überhaupt nicht mehr investiert."

Das sehen andere Akteure ähnlich. Auch Martin Bentele vom Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) hält nicht viel von Zwangsmaßnahmen.

Die Nutzungspflicht könne durchaus ein Grund für die enorm rückläufigen Zahlen in Baden-Württtemberg sein, meint Bentele. "Wir sollten die Menschen durch Anreize dazu bringen, die Energiewende auch im Wärmesektor zu vollziehen. Das von uns und dem BEE vorgeschlagene haushaltsunabhängige Förderinstrument einer Erneuerbaren-Wärme-Prämie wäre hier ein positives Element", bringt Bentele einen Vorschlag seines Verbands ins Gespräch. Für diesen gibt es allerdings bislang wenig Begeisterung auf politischer Ebene.

Besser als Zwangsmaßnahmen wäre es gewesen, man hätte das Marktanreizprogramm verstetigt oder sogar ein eigenes Förderprogramm für den Südweststaat aufgelegt, meint Lücke. "Ich hoffe nicht, dass andere Bundesländer mit ähnlichen Initiativen nachziehen", sagt Lücke.

Von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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