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Vor der Sanierung muss der künftige Wärmebedarf ermittelt werden

Zahl der Holzöfen wächst trotz Heizungsflaute

07.10.2010, 00:00

Scheitholz
Scheitholz und Pellets wandern immer häufiger in den Ofen. Bild: Morhart

Fünf Prozent aller deutschen Haushalte heizen mittlerweile mit einer Holzzentralheizung, so aktuelle Zahlen der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Der Gesamtbestand an Holzheizungen in privaten Haushalten liege in Deutschland bei zirka 9 Millionen Einheiten, schätzt die FNR, das sind 25 Prozent der Haushalte. Etwa 82 Prozent entfallen auf Kachel- und Kaminöfen. 125.000 Pellet-Heizungen waren 2009 installiert. 145.000 sollen es bis Ende diesen Jahres sein, so Zahlen des Deutschen Pellet-Instituts.

Holzheizungen sind mittlerweile in nahezu beliebigen Ausbaustufen und unterschiedlichen Varianten wie Zentralheizung oder Einzelöfen erhältlich. Im Prinzip wäre sogar eine Nutzung von Pellets in Mini-Blockheizkraftwerken möglich. "Das wäre für Einrichtungen mit hohem Wärmebedarf, es ist für Pellets aber keine funktionsfähige und breitennutzbare Technik vorhanden", sagt Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Pellet-Instituts. Die Leistung reicht vom kleinen System für das gut gedämmte alte oder neue Haus bis zur automatisch betriebenen Holzheiz-Anlage für den Mehrfamilienbereich. Die Ausnahme sind Scheitholzkessel. Für geringen Wärmedarf im energieoptimierten Neubau sind sie zu mächtig. Die kleinste Leistungsklasse bringt es auf 16 Kilowatt Nennleistung. Das ist mehr als das Doppelte der für ein gut gedämmtes 150-Quadratmeter-Haus benötigten Wärmemenge.

Holzheizungen können zudem in Kombination mit bestehenden Anlagen oder auch mit anderen erneuerbaren Energien wie Solarthermie oder Wärmepumpen eingesetzt werden. Vor der Entscheidung für ein konkretes System sollte im Neubau die Erhebung der konkreten Heizlast stehen. Dazu gehört auch die Frage, ob eine Flächenheizung eingeführt und auch das Brauchwasser mit Holz erhitzt werden soll. Ist sofort oder später eine Kombination mit anderen Energieträgern geplant, sollte man das bei der Planung berücksichtigen, um zum Beispiel ausreichend Platz für Lager und Speicher vorzusehen.

Im Sanierungsfall sollte vorab ein Gesamtkonzept samt geplanter Maßnahmen wie Dämmung oder Austausch der Fenster erstellt werden, um die Heizung richtig zu dimensionieren. Ist eine Kombination mit anderen Energieträgern geplant, muss eventuell ein zweiter Schornsteinzug eingerichtet werden. Und Interessenten sollten erkunden, ob es Installateure gibt, die bereits Erfahrung mit der Kombination der in Frage kommenden Anlagen geamcht haben, rät die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe. Die anlagentechnische Integration ist nicht banal und erfordert hohe Sachkenntnis.

Beim Einsatz von Scheitholzheizungen weist die FNR auf zwei häufige Fehler hin, auf die Hausbesitzer bei der Konzeption durch den Installateur achten sollten. Der erste Fehler sei es, den Vorlauf des Holzkessels auf den Pufferspeicher zu lenken. Wird Wärme abgefragt, wird dann zunächst auf den Gas- oder Ölkessel zurückgegriffen. Ähnliches gilt für den Heizungsbedarf von Boilern. Auch hier müsse Gas oder Öl nachgeordnet sein, um die erwünschten Spareffekte zu erzielen. Als Innovation lobt die FNR einen Scheitholzvergaserkessel mit automatischer Befüllung, den das Schweizer Unternehmen Lopper vor zwei Jahren vorgestellt hat. Bis zu zwei Wochen halte der Vorrat, versprechen die Schweizer.

Wer ansonsten nicht immer vor Ort sein will um Holz nachzulegen, kann auch auf eine Kombination aus Pellet und Scheitholz setzen, allerdings gegen Aufpreis wie immer bei Doppel-Lösungen.

Die Stiftung Warentest hat zuletzt Ende 2009 Holzpellets und Pellet-Heizkessel getestet. Es gab für alle 10 geprüften Holzpellet-Marken ein "Gut". Den Kesseln bestätigen die Tester Fortschritte in der technischen Entwicklung. Die führenden Produkte erreichen den Jahresnutzungsgrad konventioneller Heizkessel. Zwei pusteten zu viel Staub und Kohlenmonoxid in die Atmosphäre. Im Pellet-Kessel-Vergleich gaben die Prüfer acht der zehn getesteten Öfen Noten zwischen 2,1 und 2,9. Zwei Kessel wurden aufgrund hoher Staub- und CO-Emissionen mit ausreichend bewertet. Pia Grund-Ludwig

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