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Vier Wohnungen hängen probeweise am System

Wohnungsgesellschaft testet Mikro-Kraftwerke

02.10.2009, 05:00

Mehrfamilienhaus von außen
Mikro-Blockheizkraftwerke laufen hier im Pilottest. © BGW

Auf den Messen der vergangenen Monate haben eine ganze Reihe von Unternehmen Mikro-KWK-Anlagen angekündigt, die auch kleinere Wärmemengen produzieren können. So testet die Bielefelder gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (BGW) in einem Pilotversuch Geräte, deren Marktreife für 2010 versprochen wird.

In dem Heizkessel, der im Keller des Wohnhauses an der Wand hängt, arbeitet ein mit Erdgas beheizter Stirling-Motor. Stirling-Motoren zeichnen sich durch die Besonderheit aus, dass die Wärme von außen zugeführt wird, in diesem Fall über einen Gasbrenner. Es lassen sich aber auch andere Energieträger nutzen. Zum Einsatz kommt ein Gerät des holländischen Herstellers Remeha. Das Gerät zeichne sich durch einen hohen Wirkungsgrad aus, so Norbert Müller, Geschäftsführer der BGW im Gespräch mit EnBauSa.de. 

Die Anlage erzeugt nicht nur bis zu 28 Kilowatt Heizleistung, sondern zeitgleich auch bis zu einem Kilowatt Strom, der von den angeschlossenen Wohneinheiten genutzt werden kann. Seit dem Anfang 2009 in Kraft getretenen KWK-Gesetz ist das spannend, weil auch selbst eingespeister Strom vergütet wird.

"Aus meiner Sicht hat diese Technologie eine große Zukunft, vor allem als Insel-Lösung", betont Müller. Die Lösung sei aber aus Kostengründen nur da spannend, wo es keinen Anschluss an das Fernwärmenetz gibt. Deshalb setzt er vor allem auf Kraftwerke, die auch kleine Mengen Wärme effizient liefern können.

In der Vergangenheit hat Müller in Kooperation mit den Bielefelder Stadtwerken immer wieder innovative Heizverfahren getestet, darunter vor fünf Jahren auch Brennstoffzellen. "Der Imagegewinn für uns ist enorm, wir haben viele Anfragen nach unseren Erfahrungen", berichtet Müller über einen Nebeneffekt der Offenheit für neue Ideen. Seit knapp zwei Jahren laufen auch Mini-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen im Probebetrieb. "Bei den ersten Geräten hatten wir Probleme mit der Laufzeit, die sind häufig ausgefallen", sagt Müller.

Aufsehen erregt hatte die Kooperation zwischen dem Hamburger Netzbetreiber Lichtblick und Autobauer VW. Sie wollen Kleinkraftwerke in Häusern aufstellen und diese zu virtuellen Kraftwerken koppeln. Der Idee kann auch Müller etwas abgewinnen. "Ich denke, dass die Zukunft den Netzwerken gehört", betont er. Wie das konkret aussehe müsse man aber von Fall zu Fall entscheiden.

Vom Modell des Contracting, bei dem der Betrieb der Kleinkraftwerke vom Hauseigentümer oder einer Immobiliengesellschaft an einen Dritten angegeben wird, hält Müller nicht viel: "Das wäre für uns nur dann spannend, wenn wir selbst nicht über die notwendige Liquidität verfügen", meint er. pgl

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