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"Handwerker müssen zur Anpassung der Geräte verpflichtet werden"

Verbraucherzentrale kritisiert Brennwertheizungen

21.06.2011, 09:17

Monteur im Heizungskeller
Brennwertheizungen sind häufig nicht optimal eingestellt. © Vaillant

Überdimensionierung, falsche Einstellung und fehlender hydraulischer Abgleich -  bei rund 1.000 getesteten Brennwertheizungen haben Experten der Verbraucherzentrale (VZBW) massive Mängel festgestellt. "Brennwertheizungen halten nicht, was sie versprechen", so das Fazit der Tester.

Nur bei einem Drittel der Anlagen können die Besitzer zufrieden sein, in zwei Drittel der Anlagen besteht zum Teil erheblicher Optimierungsbedarf. Damit nicht genug: Etwa die Hälfte der Heizungsanlagen sind überdimensioniert. Höhere Grundkosten beim Gaslieferanten, höherer Geräteverschleiß und höhere Emissionen sind die Folge.

Man habe "kaum eine Anlage gesehen, bei der alles gepasst hat", so Berater Stefan Materne. Sein Ratschlag an Besitzer von Brennwertanlagen: Sie sollten die Anlagen idealerweise noch innerhalb der Gewährleistungsfrist überprüfen und optimieren lassen. Schon mit einfachen Maßnahmen lasse sich aus vielen Anlagen mehr Effizienz herausholen. "In einem typischen Einfamilienhaus können mit wenig Aufwand Heizkosten von 150 Euro oder mehr pro Jahr eingespart werden", sagt Materne. Dazu gehört auch eine Dämmung der Rohre, die in vielen Fällen auch selbst durchgeführt werden kann. Nur bei knapp der Hälfte der Anlagen waren die Rohre ausreichend gedämmt. Auch bei der Nachtabsenkung haben die Experten viele Fehler wie eine zu geringe Absenkung der Vorlauftemperatur gefunden. Immerhin knapp 60 Prozent der Anlagen setzten eine geregelte Heizungspumpe ein.

Für VZBV-Vorstand Gerd Billen sind die Ergebnisse des Brennwertchecks alarmierend. Hersteller und Handwerker müssten sicherstellen, dass Heizungsanlagen optimal dimensioniert und für die individuelle Nutzung richtig eingestellt seien. Politik, Hersteller und Handwerker müssten rasch gegensteuern, um die Potentiale effizienter Heiztechniken nicht verpuffen zu lassen.

Das Thema Energieeinsparung müsse in der Handwerkeraus- und Fortbildung eine zentrale Stellung einnehmen. Eine lediglich störungsfrei laufende Anlage ist noch lange keine gute Anlage. Handwerker müssten dazu verpflichtet werden, das Heizungssystem nicht mit Werkseinstellungen zu betreiben, sondern an das jeweilige Gebäude und die Bedürfnisse der Bewohner anzupassen.

Die Geräteindustrie müsse die Heizungsregelungen so gestalten, dass sie für den Verbraucher und den Handwerker leicht bedienbar sind. Der Bund müsse seine Förderprogramme im Bereich Energieeffizienz daran koppeln, dass die Einsparziele auch tatsächlich erreicht werden.

Dass die Bundesförderung von Heizkesseln den Nachweis des hydraulischen Abgleichs verlangt, sei ein wichtiger erster Schritt, so die Verbraucherschützer. Dass der hydraulische Abgleich häufig unterbleibt hatte auch eine Studie des Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik (VdZ) festgestellt, die im Rahmen der ISH im März 2011 veröffentlicht worden ist. Vielen Hausbesitzern ist diese Maßnahme zu teuer.

Frank Ebisch vom Zentralverband des SHK-Handwerks will die Generalschelte des Handwerks, die der Test ergeben hat, so nicht stehenlassen. Da werde viel vereinfacht. Richtig sei zwar, dass auch mit gering investiven Maßnahmen viel aus Heizungen herauszuholen sei. Es sei aber die Frage, was ein Auftrag des Kunden an den Handwerker konkret beinhalte.

Von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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