RSS | Newsletter | Über uns | Kontakt | Sitemap

Sie sind hier: Home » Heizung » Aktuelles » Artikel » Verbraucher wollen Steuernachlass bei Sanierung

Verbraucherzentrale legt Positionspapier zur Sanierung vor

Verbraucher wollen Steuernachlass bei Sanierung

17.03.2011, 11:53

Holger Krawinkel kritisiert fehlende Technologieoffenheit des MAP.
Holger Krawinkel kritisiert fehlende Technologieoffenheit des MAP. Bild: Grund-Ludwig

Auf der ISH 2011 kam bei den Herstellern die Botschaft aus dem Umweltministerium in Berlin gut an, dass es für zahlreiche Maßnahmen mehr Geld aus dem Marktanreizprogramm gibt. Man wünsche sich jedoch vor allem eine Verstetigung der Mittel, so die Botschaft der Branche nach Berlin. Verbraucherschützer Holger Krawinkel fehlt bei den Vorstößen jedoch die Technologieoffenheit und die Orientierung an dem, was die Kundinnen und Kunden wollen.

Die frohe Kunde aus Berlin hat auch die Verbände überrascht. Man habe noch gar keine Chance gehabt, sich detaillierter mit den Vorschlägen auseinanderzusetzen, so der erste Kommentar von Barbara Wiedemann, Präsidentin des VdZ Forums für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik. Er sei überrascht und glücklich, sagte Andreas Lücke, Geschäftsführer des Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik BDH im Gespräch mit EnBauSa.de. Er sei froh, dass sich überhaupt etwas tue und könne deshalb auch mit der Tatsasche leben, dass das Gesamtvolumen des Topfes Marktanreizprogramm nicht erhöht worden ist.

Die Ankündigung sei sicher auch ein bißchen getrieben von den aktuellen Entwicklungen in Japan, schätzt Wiedemann. Ihr ist es außerdem wichtig, dass die Erhöhung keine Wahlkampfaktion ist. Die Förderung müsse zuverlässig sein. Das ist auch für Marc Andree Groos, Geschäftsführer Vaillant Deutschland entscheidend. Auch für ihn ist eine Erhöhung der Mittel nicht zentral, wichtiger sei die Verlässlichkeit.

Kritik kam von Holger Krawinkel, dem Energieexperten der Verbraucherzentrale Bundesverband. Die jetzigen Erhöhungen seien wieder einmal von den Herstellern getrieben. So gebe es mehr Geld für die Solarthermie, weil die Unternehmen über die Einbrüche 2010 geklagt haben. "Es muss eine viel stärkere Differenzierung auf Seiten der Verbraucher geben", fordert Krawinkel stattdessen. Man müsse viel mehr die Situation derjenigen berücksichtigen, die Sanierungsmaßnahmen ergreifen sollen. Das sei der Schlüssel zum Erfolg, ist Krawinkel sicher. Er legte ein Positionspapier vor. Darin fordert der Verbraucherschützer

  • die Schaffung verlässlicher und nachvollziehbarer Datengrundlagen
  • kohärente und bedarfsgerechte Förderprogramme für mindestens fünf Jahre
  • sinnvolle und nachvollziehbare ordnungsrechtliche Rahmenbedingungen und eine Bündelung der gesetzlichen Regelungen
  • sozialverträgliche Kostenverteilung
  • Ausbau unabhängiger kompetenter Beratung
  • Qualifizierung der Experten
  • Qualitätskontrolle und Nutzerinformation
  • Verknüpfung mit öffentlichen Stellen

Um herauszufinden, was die Kunden wollen hat die VdZ im Februar 2011 insgesamt 1.045 Hausbesitzer befragt. Nur knapp 20 Prozent gaben an, dass sie ihre Heizung errneuert oder teilerneuert hätten. Gleichzeitig sagten aber 90 Prozent, dass sie Energie und Geld sparen wollen. "Die Hausbesitzer denken widersprüchlich", fasste VdZ-Geschäftsführer Horst Eisenbeis das Ergebnis der Befragung zusammen. Sanierung von Heizungen bleibe aus drei Gründen aus, so die Befragung: 86 Prozent der Befragten sagte, ihre Heizung funktioniere noch und deshalb dächten sie nicht über einen Tausch nach. 47 Prozent beklagten sich über unzuverlässige Fördermittel. Zwei Drittel sprachen sich für eine bessere Absetzbarkeit aus.

Für bessere steuerliche Absetzbarkeit sprach sich auch BDH-Vize Klaus Jesse aus. Das habe lange gut funktioniert, aber gegenwärtig sei die Politik nicht bereit, dieses Mittel einzusetzen, sagte Jesse. Zum Vergleich: 2000 wurden noch 854.000 Wärmeerzeuger in Deutschland abgesetzt, 2010 waren es noch 612.000. Bernard Funk von der Initiative Erdgas pro Umwelt forderte, die Vergabe von Fördermitteln müsse sich an der CO2-Einsparung orientieren, die mit einer Maßnahme erreicht werden kann. Für den Bereich der Heizungen nannte er als Hausnummer 10 Millionen Heizungen, die bis 2020 saniert werden müssten um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen.

Von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

 

Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)
Bitte geben Sie die angezeigte Zeichenfolge (Captcha) ein. Dies dient zur Vermeidung von unerwünschtem Spam.

Zurück

Premiumpartner

Anzeige