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Hannover Messe ist Schaufenster für Energieeffizienz

Vaillant zeigt Prototyp der Brennstoffzellen-KWK

04.04.2011, 15:54

Brennstoffzellen-Heizung
Vaillant zeigt erstmals seine Brennstoffzellen-Heizung. © Vaillant

Die Hannover Messe Industrie hat sich in den letzten Jahren zu einer Leistungsschau entwickelt, die auch Themen der Energieeffizienz in privaten Haushalten abdeckt. Das gilt vor allem für das Thema Hausautomation. Nun hat die Vaillant Group das Event genutzt, um erstmals den Prototypen ihres wandhängenden Mikro-Kraft-Wärme-Kopplungssystems auf Basis von Brennstoffzellen zu zeigen.

Experten hatten schon bezweifelt, dass es der Branchenriese Vaillant überhaupt noch ernst meint mit seinem Engagement in Sachen Brennstoffzellen-Kellerkraftwerk. Erst vor wenigen Wochen hatten die Remscheider ein neues Mikro-KWK-Gerät gezeigt, das sie gemeinsam mit Honda entwickeln. Auch zahlreiche andere Unternehmen zeigten solche Produkte im Umfeld der ISH. Brennstoffzellen wird im Prinzip viel Potential bei der Kraft-Wärme-Kopplung zugesprochen. Vor allem deshalb, weil das Verhältnis zwischen erzeugter Wärme und Strom günstig ist, denn KWK-Anlagen laufen dann rentabel, wenn parallel zur Wärme möglichst viel Strom produziert wird, der zur Refinanzierung dient.

Das Gerät, das Vaillant in den nächsten Monaten in den Feldtest schickt, erzeugt 2 Kilowatt Wärme und 1 Kilowatt Strom. Bei Mikro-KWK-Anlagen, die auf der ISH vor wenigen Wochen eines der Top-Themen waren, beträgt die elektrische Leistung in der Regel ebenfalls ein Kilowatt bei einer Wärmeleistung zwischen 2,5 und 6 Kilowatt.

Das in Hannover gezeigte Gerät läuft mit Erdgas und ist sowohl für Neubauten als auch sanierte Bestandsgebäude konzipiert. Es arbeitet mit Festoxid- oder oxidkeramischen Brennstoffzellen oder Solid Oxide Fuel Cells (SOFC). Sie erreichen eine Arbeitstemperatur von mehr als 800 Grad Celsius und erlauben eine optimale Nutzung von Erdgas. Vaillant hat seit 2009 mehrere Prototypen des SOFC-Geräts im Labor erprobt und spricht von mittlerweile mehr als 12.000 Stunden im Dauerbetrieb. "Darüber hinaus konnte erstmals der Nachweis erbracht werden, dass auf Basis der SOFC-Technologie auch Starten und Stoppen des Systems ohne nennenswerte Einbußen bei der elektrischen Leistung möglich ist", so das Unternehmen zum Start des neuen Heizgeräts in Hannover.

Vaillant war für die komplette Systementwicklung verantwortlich und hat dabei unter anderem mit Staxera und dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden zusammen gearbeitet.

Der nächste Schritt hin zur Marktreife ist der Test im Rahmen des vom Bundesbauministeriums geförderten Callux-Projekts. Rund 800 Brennstoffzellen-Heizgeräte sollen dort über einen Zeitraum von acht Jahren in Eigenheimen auf den Prüfstand. In diesem Feldtest haben bislang die Konkurrenten von Baxi und Hexis die Nase vorn. Diese haben bereits 100 Geräte für den Feldtest geliefert und im Test 25.000 Betriebsstunden nachgewiesen. 60.000 seien möglich, erklärte Baxi-Chef Guido Gummert. Er gab als späteren Marktpreis 15.000 Euro an, der werde jedoch nicht zu Beginn der Markteinführung 2013 zu erreichen sein. Damit liegt er fünfzig Prozent über den gängigen Preisen für Mikro-KWK-Geräte. Vaillant nennt noch keinen Preis.

Von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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