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Nettopreis für Plattenbauten bei bis zu 99,98 Euro pro Megawattstunde

Thüringen setzt Preissenkung bei Fernwärme durch

29.10.2012, 00:00

Acht Thüringer Fernwärmeversorger müssen nach einer Intervention des Landes die Preise senken. Wirtschaftsminister Matthias Machnig beklagt nach wie vor mangelnden Wettbewerb sowie ein Ost-West-Preisgefälle bei Fernwärme.

Mit dem jetzigen Schritt würden die Verbraucher in Thüringen um insgesamt 3,25 Millionen Euro entlastet, so Machnig. Im Schnitt lagen die Preissenkungen bei sechs Prozent. Grund für die Preisnachlässe war eine Überprüfung der Thüringer Fernwärmeversorger durch die Landeskartellbehörde.

Die Abfrage unter 43 Anbietern hatte ergeben, dass acht Unternehmen um mindestens zehn Prozent über dem Durchschnittspreis aller Versorgungsunternehmen lagen. Diese Versorger waren daraufhin aufgefordert worden, ihre Preise zu reduzieren. "Faire und wettbewerbsfähige Preise sind entscheidend, um Akzeptanz für die Energiewende zu schaffen", betonte der Minister.

Das Wirtschaftsministerium hatte in seiner Untersuchung vier typische Abnahmefälle betrachtet: zwei im Bereich größerer Industrieunternehmen sowie jeweils einen in mehrgeschossigen Plattenbauten und Einfamilienhäusern. Die konkrete Überprüfung hatte sich auf den für die Praxis relevantesten Abnahmefall des Plattenbaus konzentriert (160 kW Leistung, 288 MWh, 1.800 h/Jahr). Der Durchschnittsnettopreis betrug hier 85,53 Euro je Megawattstunde, der teuerste Anbieter verlangte 99,98 Euro. In der Kritik standen diejenigen acht Versorgungsunternehmen, deren Preis über einer Grenze von 94,08 Euro lag.

Allerdings bleibt der Sektor Fernwärme als klassischer Monopolbereich weiterhin im Fokus künftiger Untersuchungen der Landeskartellbehörde", sagte der Minister weiter. Fernwärmeversorger haben innerhalb ihres Leitungsnetzes zumeist keine Konkurrenz, so dass die Kunden ihren Versorger nicht wechseln können. "Im Markt für Fernwärme gibt es nach wie vor keinen funktionierenden Wettbewerb. Deshalb muss hier die Kartellaufsicht dafür sorgen, dass Unternehmen ihre Monopolstellung nicht ausnutzen und ihren Kunden überhöhte Preise abverlangen."

Neben mangelndem Wettbewerb gibt es im Fernwärmesektor noch immer ein deutliches Ost-West-Preisgefälle. Fernwärme ist in den neuen Ländern zum Beispiel im Unternehmensbereich um 15 Euro pro Megawattstunde teurer als in den alten Bundesländern (85,38 Euro im Vergleich zu 70,39 Euro). Mit einem durchschnittlichen Fernwärmepreis von 84,50 Euro liegt Thüringen leicht unter dem Vergleichswert des Ostens, aber deutlich über dem des Westens.

"Die Verbraucher in den neuen Ländern dürfen nicht weiterhin überproportional belastet werden", forderte Machnig. "Das relativ große Energiepreisgefälle zwischen alten und neuen Ländern muss überwunden werden." Insbesondere bei der Umsetzung der Energiewende sei darauf zu achten, dass die anfallenden Kosten für den notwendigen Ausbau von Kraftwerken und Netzen gerechter als bisher auf alle Schultern verteilt werden. Quelle: Wirtschaftsministerium Thüringen / pgl

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