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Forscher untersuchen Erreichbarkeit der Klimaziele mit solarer Wärme

Solarthermie muss die Fassade erobern

06.10.2009, 08:48

Solarthermischer Kollektor
Solarthermie nutzt nur bei Heizungsunterstützung volles Potential. © Junkers

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wollen den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent erhöhen. Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts haben Werner Weiss vom Institut für Nachhaltige Technologien und Peter Biermayr von der Technischen Universität Wien in einer Studie untersucht, was dies für den Bereich der Wärmeerzeugung mit Sonnenenergie in unterschiedlichen Ländern bedeutet.

In Deutschland wurden im Referenzjahr 2006 insgesamt 1.376 Terawattstunden Endenergie zur Wärmeerzeugung aufgewendet, 745 Terawattstunden davon für private Haushalte. Bei Privathaushalten entfallen zirka 10 Prozent auf Warmwasser, über 75 Prozent auf Heizung. 38 Prozent des Wärmebedarfs in Deutschland ist so genannte Niedertemperaturwärme bis zu 250 Grad. Das wäre das Segment, in dem solare Wärme zum Einsatz kommen könnte. 

Derzeit wird Solarthermie zur Raumheizung in Wohngebäuden, zur Warmwasserbereitstellung in Haushalten, zur Heizung von Büros, zur industriellen Niedertemperaturwärme und zur Kühlung und Klimatisierung in Haushalten und Büros eingesetzt. "Bei der Warmwasserbereitung sind die Potentiale der Solarthermie schon erkannt", schreiben die Autoren in ihrer Studie.

Diese Bereitstellung von Warmwasser verursacht aber in den Haushalten nur einen geringen Teil des Endenergiebedarfs. Von sehr viel größerer Relevanz ist der Heizbedarf von Ein- und Mehrfamilienhäusern. Er alleine macht nach den Berechnungen der österreichischen Forscher 56,7 Prozent des gesamten Wärme- und Kältebedarfs in Deutschland aus. Wenn die Klimaziele erreicht werden sollen, reicht deshalb ein höherer solarer Anteil bei der Warmwassererzeugung alleine nicht aus.

In einem ersten Schritt haben sich die Forscher die Entwicklung bis zum Jahr 2020 angeschaut. Sie gehen im Vergleich zum Referenzjahr 2006 davon aus, dass sich der Energieverbrauch bis 2020 durch Effizienzmaßnahmen um 10 Prozent reduziert. Wenn die Erneuerbaren dann den angestrebten Anteil von 18 Prozent erreichen sollen, müsste der Anteil der Solarthermie zwischen 5,5 Prozent und 16 Prozent liegen.

Fünf Prozent nehmen die Forscher in einem Szenario an, bei dem Investitionen im bisherigen Umfang fortgeführt werden. 16 Prozent wäre es bei einem Ausbau der Förderung, Energiesparmaßnahmen und optimaler Forschungsaktivitäten. Auch das zurückhaltendste Szenario geht von einer Verfünffachung der Fläche für Solarkollektoren pro Kopf aus. 2006 waren es 0,1 Quadratmeter Solarkollektoren pro Einwohner, 2020 könnten es 0,5 Quadratmeter sein. Bei diesem Szenario käme es 2030 zu einer Sättigung des Markts.

Diese zurückhaltende Schätzung geht allerdings davon aus, dass Solarthermie weiter nur zur Warmwasserbereitstellung genutzt wird. In zwei weiteren Szenarien haben sich die Forscher die Marktentwicklung angeschaut, wenn Kombisysteme zur Warmwasserbereitstellung und Heizungsunterstützung über Solarwärme von Beginn an eingesetzt werden. Dann reichen aber alleine die Dachflächen nicht aus, es müssten zunehmend Installationen an Hausfassaden erfolgen. Bei einer Ausschöpfung dieser Potentiale ließe sich ein solarer Anteil von fünf Prozent an der Wärmeerzeugung bis 2020 realisieren. pgl

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