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VdZ: "Ladenhüter, der schnelle Wirkung entfalten soll"

Prämie für Pumpentausch gewinnt wieder Zuspruch

15.08.2011, 08:15

Monteur im Heizungskeller
Städte fördern Pumpentausch. © Wilo

Eine Zeitlang wurde der Austausch alter Heizungspumpen vom BAFA bezuschusst, dann hat die Bundesregierung das entsprechende Programm auslaufen lassen. Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, fordert einen stärkeren Fokus auf die Energieeinsparung und plädiert für eine Abwrackprämie für alte Kühl- und Gefriergeräte und für ineffiziente Heizungspumpen. In einzelnen Städten gibt es diese Prämie noch.

In einem 4-Punkte-Programm sprechen sich die Verbraucherschützer aus Rheinland-Pfalz für Nachbesserungen der Gesetze zur Energiewende aus. Dazu gehört auch die Abwrackprämie für Heizungspumpen. Die VdZ Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik, in der zahlreiche Unternehmen der Heizungsbranche organisiert sind, kann dem Vorschlag der Verbaucherschützer nicht besonders viel abgewinnen. Es sei typisch für die Sommer- und Ferienzeit, dass ein Ladenhüter hervorgezaubert werde, der schnelle Wirkung entfalten solle. "Ein Beispiel ist die so genannte Abwrackprämie, an der die Automobilindustrie zweifellos gut verdient hat", sagt VdZ-Geschäftsführer Horst Eisenbeis gegenüber EnBauSa.de. Vor zweieinhalb Jahren hatte der Verband selbst noch eine solche Prämie gefordert, nun setzt er sich für strukturelle Maßnahmen wie Steuerförderung ein, die den Zustand des Gebäudebestands verbessern.

Einen BAFA-Zuschuss für den Austausch alter Heizungspumpen gab es bis März 2010, dann wurde er abgeschafft. Einige Städte wollen mit Programmen für mehr Konstanz sorgen. So gibt es in Tübingen seit 2008 ein entsprechendes Programm, es wurde 230 Mal in Anspruch genommen. Es handelt sich um eine Finanzierungshilfe. Handwerker übernehmen in Absprache mit den Stadtwerken die Montage. Die Hausbesitzer bezahlen anschließend über ihre Stromrechnung vier Jahre lang 96 Euro.

Ein ähnliches Modell gibt es seit Anfang August 2011 vom Frankfurter Energieversorger Mainova und dem Energiereferat der Stadt Frankfurt. In Kooperation mit dem Pumpenhersteller Wilo bieten die Hessen eine Hocheffizienzpumpe für 399 Euro inklusive Montage und Anfahrt an. Das Angebot gilt im Mainova-Netzgebiet in Frankfurt und Umgebung auch für Haushalte, die keine Mainova-Kunden sind.

Kunden können jedoch auch auf ein Finanzierungsangebot zurückgreifen und den Betrag in fünf Jahresraten bezahlen. In Kombination mit dem hydraulischen Abgleich gibt es außerdem einen Zuschuss von 100 Euro. In einer ersten Testphase seit März wurden bereits 50 Pumpen verkauft. In Karlsruhe gibt es von den Stadtwerken 50 Euro beim Tausch einer alten Pumpe, die Aktion ist bis Ende 2011 begrenzt.

Wer sich zum Tausch der Pumpe entschließt, sollte darauf achten, dass das neue Gerät wirklich nur ein Minimum an Strom verbraucht, schließlich wird es nach der Montage in der Regel über Jahrzehnte seinen Dienst leisten. Viele Pumpenhersteller kategorisieren Umwälzpumpen in die Energiesparklassen A bis G. Dieses Bewertungsverfahren ist nicht Pflicht, aber mittlerweile international vereinheitlicht. "Bei einer Neuanschaffung ist es sehr zu empfehlen, eine Pumpe der Effizienzklasse A zu wählen", so die Verbraucherzentrale Bayern.

Häufig ist auch für die Warmwasserzirkulation eine Pumpe installiert. Bei dieser raten die Verbraucherschützer zu prüfen, ob die wirklich notwendig ist, sie sei ohne Komfortverlust oft abstellbar. Als erstes sollte hinterfragt werden, ob das tatsächlich erforderlich ist. Wenn sie gewünscht sei, sollten die Verbraucher darauf achten, dass die Zirkulationspumpe nicht ständig läuft. Sie empfehlen eine Zeitschaltuhr oder Heizungsregelung, die die Geräte nachts ausschaltet.

Der Tausch der Pumpen, darin sind sich Verbraucherschützer und VdZ einig, ist aber nur eine Baustelle bei der Gebäudesanierung, die bearbeitet werden muss um die Sanierungsquote zu erhöhen und den Klimazielen näher zu kommen. Es sei dringend erforderlich, dass nach der Sommerpause in einem Vermittlungsverfahren die Debatte um die vorliegenden steuerlichen Fördermaßnahmen für Sanierung und Energieeffizienz aufgegriffen werde. Die Steuerförderung müsse schnellstmöglich in Kraft gesetzt werden, so Eisenbeis gegenübe EnbauSa.de.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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