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HWWI legt Studie zur Hybridheizung vor

Ölheizung bezieht 60 Prozent Erneuerbaren-Strom ein

03.03.2015, 08:45

Keller mit Öl-Heizung, Pufferspeicher und Elektroheizer
Christian Halper erklärt die Hybridheizung mit 500-Liter-Pufferspeicher (rechts) und Elektroheizer (dahinter an der Wand). © A. Morhart

Immer wenn genügend Wind- und Solarstrom im allgemeinen Netz ist, schaltet eine Fernsteuerung im Keller von Öl- auf Stromheizung um. Dann werden Raumluft und Warmwasser nicht nur billiger als mit Öl erwärmt, sondern der Eigenheimbesitzer bekommt sogar noch einen Bonus vom Stromhändler. Nur noch 40 Prozent der Wärme kommt damit übers Jahr gerechnet aus dem Öltank.

So sieht das Konzept aus, das das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) in einer 70-seitigen Studie  durchgerechnet hat. Der Auftraggeber, das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) , - hinter dem Mineralölwirtschaft und Heizgeräteindustrie stehen, hat die Untersuchung in Berlin vorgestellt und dabei auch gleich ein erstes Referenzobjekt präsentiert: ein Einfamilienhaus im Ortsteil Falkenhagener Feld von Berlin-Spandau. Hier tut die Strom-Öl-Heizung seit August 2014 ihren Dienst.

Die technische Idee hinter dem Konzept - IWO-Projektleiter Simon Jastrzab spricht von "Power-to-Heat" (Strom-zu-Wärme) - ist faszinierend: Mit sehr einfachen Mitteln, und damit niedriger Investitionshöhe, kann erneuerbarer Strom genutzt werden, der sonst kostenträchtig hätte abgeregelt werden müssen. Da als zweite Wärmequelle immer die Ölheizung einspringen kann, sind weder zusätzliche Kraftwerke noch weitere Stromleitungen nötig - ein Pluspunkt im Vergleich mit der Wärmepumpe.

Mehrkosten im Massenmarkt liegen bei 1800 Euro

Aber rechnet sich das auch? Die Mehrkosten, die beim Spandauer Prototyp noch bei rund 6.500 Euro liegen, haben die HWWI-Autoren für den Massenmarkt mit 1.800 Euro angesetzt. Darin sind ein 6-kW-Elektroheizer samt Anschlüssen und ein 500-Liter-Pufferspeicher mit Trinkwasserstation enthalten.

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

Michael Bräuninger - 03.03.2015, 17:36

In dem obigen Artikel wird kritisiert, dass wir in der HWWI-Studie zu den ökonomischen Potenzialen der Vernetzung von Strom- und Wärmemarkt bestimmte Kosten nicht berücksichtigt haben. Dazu möchte ich feststellen, dass in der Studie auf alle Kostenbestandteile hingewiesen wurde und dass es gute Gründe gab, die jeweiligen Kosten nicht zu berücksichtigen:
Bezüglich der Kosten der Präqualifikation auf dem Regelenergiemarkt stellen wir in der Studie fest, dass hier Änderungen des derzeitigen Verfahrens notwendig sind. Denkbar wäre zum Beispiel eine standardisierte Typ-Präqualifikation für bestimmte Speicher-Elektroheizer-Kombinationen vom Hersteller dieser Komponenten.
Tatsächlich sind für Power-to-Heat-Hybridheizungen intelligente Zähler notwendig, deren Kosten nicht berücksichtigt wurden. Allerdings erscheint es uns im Zusammenhang mit der Energiewende unabdingbar, dass der Stromverbrauch im Haushalt intelligenter gestaltet wird. Dazu sind variable Strompreise und intelligente Zähler notwendig. Die Power-to-Heat Hybridheizungen sind somit ein Bestandteil eines ohnehin stattfindenden Technologiewechsels.
In dem Artikel wird auch angemerkt, dass wir keine Passivhäuser berücksichtigt hätten. Das ist so nicht richtig. Wir sind nur davon ausgegangen, dass diejenigen, die ein Passivhaus bauen keinen Anreiz haben, eine Power-to-Heat-Hybridheizung einzubauen. Wir haben unterstellt, dass in 20 % der Bestandsgebäude, die eine neue Öl- oder Gasheizung installieren (und im Regelfall keine Passivhäuser sind), zusätzlich ein elektrischer Heizstab und ein größerer Pufferspeicher eingebaut werden.
Tatsächlich haben wir die Kosteneinsparungen nicht diskontiert. Die vielen verschiedenen Szenarien zeigen eine erhebliche Variation in den Amortisationszeiten. Die zusätzliche Diskontierung hätte die Amortisationszeiten um wenige Monate verändert. Angesicht der insgesamt großen Variation über die Parameter erschien uns dies vernachlässigbar. In jedem Fall gilt aber: Die Amortisationszeiten von Power-to-Heat-Hybridheizungen liegen deutlich unter denen, die sich für manch andere energetische Maßnahmen im Gebäudebereich ergeben.
Zu den genannten möglichen Brennstoffeinsparungen ist zu ergänzen, dass sich die im Artikel genannten verbleibenden 40% Wärme aus Heizöl oder Erdgas auf das Jahr 2032 in einem Szenario mit reduzierten Umlagen und Entgelten für Power-to-Heat-Strom und gleichzeitig steigenden Brennstoffpreisen beziehen. 2020 wären hier Einsparungen von auch schon beachtlichen 18 % möglich.

 

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