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Anbieter haben Lösungen mit geringer Aufbauhöhe entwickelt

Nachrüsten einer Fußbodenheizung macht oft Sinn

04.11.2010, 00:00

Fußbodenheizung von Uponor
Viele Fubbodenheizungssysteme eignen sich auch für den nachträglichen Einbau. Bild: Uponor

Die recht niedrigen Systemtemperaturen von Wärmepumpen oder thermischen Solaranlagen lassen sich mit herkömmlichen Heizkörpern kaum effizient nutzen. Fußbodenheizungen dagegen arbeiten optimal mit Vorlauftemperaturen, die unter 40 Grad liegen. "Die Investitionskosten sind genauso hoch wie die herkömmlicher Systeme, der Energieverbrauch ist jedoch geringer", meint dazu der Hersteller Uponor. Daher ergibt auch das Nachrüsten einer Fußbodenheizung meistens Sinn. Allerdings kann die Installation bautechnische Probleme bereiten.

Ein Grund dafür ist, dass in bestehenden Gebäuden oft nicht die erforderliche Konstruktionshöhe zur Verfügung steht. Oder aber der Untergrund wie zum Beispiel eine Holzbalkendecke hält der Belastung nicht stand. Laut dem Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) wird für eine herkömmliche Konstruktion ein ungefähr 65 Millimeter starker Estrich benötigt. Das bedeute eine zusätzliche Belastung von etwa 130 Kilogramm pro Quadratmeter.

Viele Anbieter haben sich auf diese Anforderungen eingestellt. So gibt es mittlerweile Lösungen für Fußbodenheizungen, die mit geringen Aufbauhöhen auskommen und eine geringe Flächenlast haben. Dazu zählen etwa Verbundkonstruktionen, bei denen das Rohrsystem auf dem alten Untergrund in einer dünnschichtigen Ausgleichsmasse beziehungsweise einem Spezialestrich verlegt wird. Der alte Estrich muss also nicht entfernt werden. Der Hauseigentümer spart sich somit Aufwand und die Kosten. Die Aufbauhöhen liegen bei solchen Lösungen zwischen 15 und 40 Millimetern.
 

15 Millimeter Aufbauhöhe reichen

Eine solche Heizungslösung, die mit einem Spezialestrich arbeitet, bietet zum Beispiel der Hersteller BK Therm. Das System Ondol ist speziell auf Renovierungen ausgelegt. In der Regel beträgt der Gesamtaufbau inklusive Estrich 20 Millimeter. Mindestens 15 Millimeter sollten laut Hersteller an Aufbauhöhe verfügbar sein.

Ebenfalls nur 15 Millimeter benötigen ähnliche Fußbodenheizungssysteme von Anbietern wie Effidur oder Uponor. Solche Lösungen benötigen weniger Zeit zum Trocknen als herkömmliche Systeme. Laut Projektberichten der Hersteller sind die Räume drei bis fünf Stunden nach Installation der Fußbodenheizung wieder begehbar. Abhängig vom Verlauf der gesamten Renovierung kann bereits nach wenigen Tagen mit dem Funktionsheizen begonnen werden. Dies ist gerade dann ein gewichtiges Argument, wenn eine Fußbodenheizung in bewohnten Objekten nachgerüstet wird. Aufgrund der geringen Aufbauhöhe erwärmen die Systeme zudem schneller die entsprechenden Räume.

Diese Vorteile lassen sich mit Bodenkonstruktionen in Trockenbauweise noch steigern. "Die Ausbauzeit bis zur Einbringung der Bodenbeläge ist im Vergleich zu nassverlegten Bodenbelägen deutlich kürzer", heißt es beim BVF. Bei Trockenlösungen werden die Rohre in Systemplatten mit oder ohne Dämmschicht verlegt. Trockenestrich oder Metallplatten decken die Leitungen dann ab. Letztere erhöhen die Reaktionsfähigkeit des Systems noch einmal. In der Regel ist die Aufbauhöhe von Trockensystemen jedoch etwas höher als die von nassverlegten Lösungen. Um die 50 Millimeter müssen Bauherren in ihre Planungen miteinbeziehen.

Als "schlankste Fußbodenheizung in Trockenbauweise" bewirbt daher Hersteller Wolf Bavaria sein Produkt PowerFloor Slimline. Das System hat eine Aufbauhöhe von 19 Millimetern. Ein Gesamtpaket samt Planung, Slimline-Elementen, Verbundrohr und Randdämmstreifen kostet 64,90 Euro netto pro Quadratmeter. Ob solche dünnen Heizsysteme aus ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll sind, hänge jeweils vom individuellen Fall ab, meint BVF-Geschäftsführer Joachim Plate. In einigen Fällen – zum Beispiel bei einer Kernsanierung -  könne es günstiger sein, den vorhandenen Estrich auszutauschen und eine herkömmliche Fußbodenheizung einzusetzen.

Eine konventionelle Lösung kann auch dann die günstigere Alternative darstellen, wenn eine Geschossdecke eine zusätzliche Dämmung benötigt, weil sie zum Beispiel über unbeheizten Kellerräumen liegt. Die Dämmung ist ohnehin ein Punkt, der unter den zusätzlichen Kosten beachtet werden muss. Um die Anforderungen der Energieeinsparverordnung zu erfüllen, muss gegebenenfalls auch bei dünnschichtigen Systemen eine Zusatzdämmung eingebaut werden.

Darüber hinaus müssen die Bauherren vor der Installation des Heizsystems beachten, dass der tragende Untergrund die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Er muss laut BVF ausreichend trocken sein und eine ebene Oberfläche aufweisen. Erfüllt der Untergrund die Ebenheitstoleranzen nicht, ist eine Niveauausgleichsschicht einzubauen. Diese Forderung gilt laut BVF für Beton und Holzdecken. Der Auswahl des Bodenbelags sind dagegen nur wenig Grenzen gesetzt. Grundsätzlich muss der Belag fußbodentauglich und entsprechend ausgewiesen sein. Doch möglich sind sowohl Textilbeläge, PVC, Laminate oder Parkett als auch Keramikfliesen, Platten sowie Natur- oder Betonstein.

Von unserem Redakteur
Markus Strehlitz

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