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Zahlreiche Geräte sind nun verfügbar

Mikro-KWK-Geräte kommen jetzt in den Handel

30.09.2011, 12:46

Raum mit Mikro-KWK-Anlage
Kleinste KWK-Anlagen sind jetzt verfügbar. © Vaillant

Im Frühjahr 2011 wurden auf der Fachmesse ISH zahlreiche Mikro-KWK-Anlagen angekündigt, die auch den Bedarf von Einfamilienhäusern wirtschaftlich abdecken sollen. Ab Oktober sind alle Geräte im Handel.

Die kleinsten Mini-KWK-Anlagen liegen im Leistungsbereich von 1 bis 3 Kilowatt thermischer Leistung und sind mittlerweile ab 13.000 bis 15.000 Euro zu haben. Nach Aussage des Bundesverbands Kraft-Wärme-Kopplung rechnet sich eine Mini-KWK-Anlage besonders für Häuser, bei denen der Wärmeverbrauch - für Heizung und Warmwasser - über das gesamte Jahr hinweg relativ gleichmäßig ist.

Im Vergleich zu konventionellen Heiztechniken sind die Anfangsinvestitionen relativ hoch. Doch der Hausbesitzer erhält damit auch eine Anlage, die sowohl Strom als auch Wärme liefert. Vorsicht ist geboten, wenn bereits andere Technologien zur Heizungsunterstützung genutzt werden, also beispielsweise eine Solarthermieanlage. Dann geht die Rechnung zur Rentabilität meist nicht auf. Sie wird bestimmt durch die Laufzeit der Anlage, denn nur wenn die Anlage läuft, erzeugt sie Strom. Der ist wesentlich zur Gegenfinanzierung. Als Faustregel für die Laufzeit, die notwendig ist, nennen die Hersteller im Einfamilienbereich 3.500 Stunden.

Bereits seit zwei Jahren ist als kleine Anlage mit einer elektrischen Leistung von einem Kilowatt und 7 Kilowatt thermischer Leistung von 2G Home auf Basis der Whispergen zu haben. 800 Anlagen seien in Deutschland bislang installiert, sagt Klaus Hilvering, der bei 2G Home für den Vertrieb verantwortlich ist. Senertec wird die ersten Dachs Stirling SE Mikro-KWK-Anlagen im Oktober ausliefern. Den Preis gibt das Unternehmen mit knapp 16.000 Euro inklusive Warmwasserbereitung netto für das Erdgasgerät und 16.200 Euro für das Flüssiggasgerät an. Die Nachfrage sei enorm, so Marketingchef Michael Mark, genaue Zahlen nennt er aber nicht.

Brötje hatte vor einigen Monaten einen Feldversuch mit kleinsten KWK-Geräten gestartet und geht ebenfalls ab Oktober in den regulären Verkauf der EcoGen WGS. Deren Herz ist ein Stirling-Motor, der 5 Kilowatt Wärme und zugleich 1 Kilowatt elektrische Energie liefert. Die wird entweder selbst genutzt oder ins öffentliche Netz eingespeist. Reicht die Wärmeleistung nicht, wird wie bei anderen Geräten auch eine Gasbrennwert-Therme zugeschaltet. Brötje lässt die Anlagen nur von Unternehmen installieren, die dazu speziell geschult sind. Das soll sicherstellen, dass die Anlagen nur dort installieren werden, wo eine Rentabilität wahrscheinlich ist.

Auch bei Vaillant und Viessmann erfolgt der Verkauf ausschließlich über zertifizierte und speziell geschulte Heizungsbauer. Viessmanns Vitotwin 300-W ist seit dem 1. September erhältlich. Bei Vaillant erfolgte der Verkaufsstart der Anlagen, die gemeinsam mit dem japanischen Autobauer Honda entwickelt worden sind, im Juli 2011. "Inzwischen sind knapp 200 Anlagen installiert, bis Jahresende rechnen wir mit knapp 400 Geräten", berichtet Vaillant-Sprecher Jens Wichtermann.

Remeha hat ebenfalls eine Anlage auf dem Markt. Um schneller auf größere Stückzahlen zu kommen, erhalten die ersten Käufer dort derzeit noch einen Zuschuss von 600 Euro. Auch der Gasversorger EON macht sich für die Mikro-KWK-Anlagen stark und bezuschusst bei den eigenen Gas-Kunden die Anschaffung von Geräten von Brötje, Remeha, Senertec, Vaillant und Viessmann mit 1.000 Euro.

Einige Energieversorger wie die Stadtwerke Bielefeld bieten ihren Kunden die Geräte im Contracting an, derzeit aus Kostengründen Anlagen von 2G. Er sei sehr gespannt auf die Vaillant-Anlagen, so Betriebsleiter Günter Koppenring. Eine wird derzeit installiert. "Eine Frage ist aus meiner Sicht, wie viel aufwändiger die Wartung ist weil dort ein Verbrennungsmotor eingesetzt wird", erklärt er gegenüber EnBauSa.de. Insgesamt, so seine Erfahrung, sei die Technologie KWK bei privaten Hausbesitzern "noch erklärungsbedürftig."

In einigen größeren Städten macht sich auch die Konkurrenz durch Lichtblick bemerkbar. 170 Anlagen laufen bereits in Hamburg. In Berlin sollen es bis Ende 2011 bis zu 50 sein.

Zur Finanzierung einer Mikro-KWK-Anlage ist die Vergütung des erzuegten Stroms eine entscheidende Größe. Sie setzt sich aus dem KWK- Zuschlag, dem üblichen Strompreis und vermiedenen Netzentgelten von zirka 0,04 bis 2 Cent zusammen. Seit dem 1. Januar 2009 erhalten Mini-BHKW einen KWK-Zuschlag in Höhe von 5,11 Cent/kWh. Dieser Zuschlag gilt unabhängig davon, ob der Strom selbst genutzt oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Gewährt wird der KWK-Zuschlag für einen Zeitraum von 10 Jahren ab Aufnahme des Dauerbetriebs des Mini-BHKW. Der Strompreis orientiert sich am Baseload-Preis der Leipziger Strombörse.

Ausbezahlt wird der Zuschlag vom örtlichen Stromnetzbetreiber. Voraussetzung dafür ist für KWK-Anlagen ab 10 kW Leistung, dass sie beim BAFA angemeldet werden und dort eine Anlagennummer erhalten. Die Bescheinigung kostet 75 Euro und muss dem zuständigen Stromnetzbetreiber übergeben werden. Bei Anlagen unter 10 kW reicht es, die Inbetriebnahme per Vordruck dem BAFA mitzuteilen. Darauf weist das BHKW-Forum e.V. hin. Eine Kopie dieser Mitteilung sollte an den örtlichen Netzbetreiber gegeben werden.

Die Bundesregierung fördert die dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung mit dem KWK-Gesetz. Dieses hat das Ziel, den Stromanteil aus Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland bis 2020 von heute rund 15 auf 25 Prozent zu erhöhen. Die Novelle des KWK-Gesetzes steht noch für diese Legislaturperiode an. Ob es dabei zu einer Neuaufnahme der Förderung von Mikro- und Mini-KWK-Anlagen kommt, die von manchen gefordert wird, ist derzeit noch offen. Man sei noch dabei zu prüfen, ob diese gerechfertigt sei oder zu Mitnahmeeffekten führe, sagte FDP-Energieexperte Michael Kauch.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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