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Bundesregierung will 2012 den Förderstopp aufheben

Mal wieder ein "Go" für die Mini-KWK-Förderung

29.11.2011, 14:48

Beratungsgespräch vor einem Mini-BHKW
Für kleine Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung gibt es 2012 wieder Förderung. © Vaillant

Kurz vor Jahresende gibt es noch ein Bonbon für die Hersteller kleiner und kleinster Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung: Die Aussetzung der Förderung von Mini-KWK-Anlagen soll im Haushaltsjahr 2012 beendet werden. Das erklärte die Bundesregierung auf eine Frage von Oliver Krischer von Bündnis 90/ Die Grünen.

Das Förderprogramm für kleine KWK-Anlagen wurde 2008 gestartet und 2010 überraschend eingefroren. Seitdem hat sich in diesem Segmenrt technisch und auf der Produktseite aber viel getan, vor allem bei Kleinstkraftwerken, die mittlerweile auch für den Bedarf von Ein- und Zweifamilienhäusern vermarktet werden. Diese Produkte wurden 2011 fertiggestellt, deren Hersteller dürften die Lobby-Maschine angeworfen haben, um zum Marktstart in die Förderung zu kommen. Die Bundesregierung hatte wiederholt betont man wolle das Programm wieder aufnehmen, konkrete Zusagen gab es bislang aber nicht.

20 Millionen Euro sind nun in Aussicht gestellt. Damit ist bereits jetzt absehbar, dass die Mittel nicht für eine Breitenförderung reichen können. 2009 betrug der Fördertopf bei einem deutlich kleinerem Angebot an Geräten 33 Millionen Euro. "Die für das kommende Jahr sind bereits jetzt vielfach überzeichnet", warnt Oliver Krischer, energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion. Das gilt vor allem deshalb, weil die Mittel aus dem Energie- und Klimafonds kommen sollen.

Wie schnell und in welcher Höhe dort Mittel zur Verfügung stehen ist noch offen. Der Fonds speist sich aus den Einnahmen aus CO2-Zertifikaten. "Sollte der Zertifikatspreis auf dem derzeit sehr niedrigen Niveau verharren, würde dies gegenüber der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes zu Mindereinnahmen beim Energie- und Klimafonds von etwa einem Drittel führen", antwortete Umweltstaatssekretärin Katherina Reiche im Parlament auf eine Frage der Grünen.

Lichtblick, einer der Hersteller dieser so genannten Kellerkraftwerke, begrüßte die neue Förderung als positives Signal. "Jetzt kommt es darauf an, die Mittel dauerhaft zu sichern", sagte Lichtblick-Vorstand Gero Lücking gegenüber der Süddeutschen Zeitung. In anderen Bereichen, etwa beim Marktanreizpogramm, mit dem der Umstieg auf Erneuerbare Energien im Heizungsbereich gefördert wird, hatte in den vergangenen Jahren ein Stopp and Go bei den Zuschüssen für Verwirrung bei Herstellern und Verbrauchern gesorgt.

"Wichtig für den Markt, das heißt für Hersteller, Handwerk und auch Endkunden, sind zunächst stabile ordnungspolitische Rahmenbedingungen. Sowohl eine Stop-and-Go-Förderung als auch vage Ankündigungen beziehungsweise langwierige Diskussionen über zukünftige Förderbedingungen führen bei Investoren zu Zurückhaltung", mahnt Jens Wichtermann von Vaillant.

Die kleinsten Mini-KWK-Anlagen liegen im Leistungsbereich von 1 bis 3 Kilowatt und sind bereits ab 13.000 bis 15.000 Euro zu haben. Nach Aussage des Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK) rechnet sich eine Mini-KWK-Anlage besonders für Häuser, bei denen der Wärmeverbrauch - für Heizung und Warmwasser - über das gesamte Jahr hinweg relativ gleichmäßig ist. Im Vergleich zu konventionellen Heiztechniken sind die Anfangsinvestitionen relativ hoch. Doch der Hausbesitzer erhält damit auch eine Anlage, die sowohl Strom als auch Wärme liefert.

Bereits seit zwei Jahren ist als kleine Anlage für den Bedarf von Ein- und Zweifamilienhäusern mit einer elektrischen Leistung von einem Kilowatt und 7 Kilowatt thermischer Leistung 2GHome auf Basis der Whispergen zu haben. 800 Anlagen waren Stand September 2011 in Deutschland bislang installiert. Lichtblick hatte bis Ende September 2011 nach eigenen Angaben 250 Anlagen aufgebaut.

Bei Vaillant erfolgte der Verkaufsstart der Ecopower 1.0 im Juli 2011. Sie ist gemeinsam mit dem japanischen Autobauer Honda entwickelt worden und erzeugt 1 Kilowatt elektrische und 2,5 Kilowatt thermische Leistung. Damit ist das Verhältnis von Wärme zu Strom besonders günstig.

Senertec hat die ersten Dachs Stirling SE Mikro-KWK-Anlagen im Oktober 2011 ausgeliefert. Den Preis gibt das Unternehmen mit knapp 16.000 Euro inklusive Warmwasserbereitung netto für das Erdgasgerät und 16.200 Euro für das Flüssiggasgerät an. Bei Brötje hat im Oktober der reguläre Verkauf der EcoGen WGS begonnen. Deren Herz ist ein Stirling-Motor, der 5 Kilowatt Wärme und zugleich 1 Kilowatt elektrische Energie liefert. Viessmanns Vitotwin 300-W mit einem Kilowatt elektrischer und 6 Kilowatt thermischer Leistung ist seit dem 1. September 2011 erhältlich.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

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