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Ifeu-Experte: Immobilienunternehmen sollten sich das Konzept ansehen

Lichtblick vermeldet Interesse aus der Wohnungswirtschaft

10.10.2009, 05:41

Volkswagen-Werksleiter Rudolf Krebs vor einem Blockheizkraftwerk
VW-Werksleiter Rudolf Krebs zeigt ein Blockheizkraftwerk. © VW

Anfang September hat die öffentliche Debatte um die Kooperation zwischen Lichtblick und VW im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung für großes Medieninteresse gesorgt. In zahlreichen Presseberichten wurde die Lösung als prädestiniert für Ein- und Zweifamilienhäuser beschrieben. Die von Lichtblick und VW vorgestellte Lösung sei aber ein Konzept, über das vor allem Wohnungsbaugesellschaften nachdenken sollten, meint Martin Pehnt. Er ist Experte für Energiesysteme beim Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg.

"Man kann aufgrund der Größe sagen, dass die von VW und Lichtblick vorgestellte Lösung insbesondere  für Wohnungsbaugesellschaften geeignet ist", so sein Urteil. Mit einem Schlag sind aus seiner Sicht zwei Haupthemmnisse beseitigt, die bislang die Durchsetzung der Kraft-Wärme-Kopplung bei dieser Kundengruppe gebremst haben: "Bislang können Wohnungsbauunternehmen in die Stromvermarktung gehen oder  nur den Direktstrom decken. Durch die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes und das Angebot von Lichtblick, alles zu übernehmen, was an Arbeit anfällt, ist das für Wohnungsbauunternehmen interessant. Das müsste den Markt vereinfachen", schätzt er. 

Rainer Kampwirth, Pressesprecher von Lichtblick, will das Preisgefüge für Privatkunden in individuellen Offerten an Wohnungsgesellschaften anpassen. Es lägen schon eine ganze Reihe von Anfragen vor, sagt er.

Privatkunden zahlen 5.000 Euro für die Entsorgung ihrer Anlage und die Installation des neuen Systems. Dazu kommen 20 Euro pro Monat, davon gehen 5 Euro wieder ab als Miete für den Keller. Die Abnehmer bezahlen 5,79 Cent pro Kilowattstunde Wärme, das ist ein bisschen weniger als für Fernwärme. Sie erhalten einen Strombonus von 0,5 Cent pro Kilowattstunde. Der Vertrag läuft über 10 Jahre, kann aber vom Kunden nach zwei Jahren mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden.

Verträge im Raum Hamburg können bereits jetzt abgeschlossen werden, ab Anfang nächsten Jahres auch bundesweit. "2010 können wir zunächst einige 100 Anlagen installieren, ab 2011 steigt VW in die Serienproduktion ein," berichtet Kampwirth.

Wichtig ist aus Sicht des Energieexperten Pehnt, dass das Konzept intelligent wärmegeführt betrieben wird: "Es steht ein großer Speicher da, dadurch haben VW und Lichtblick Verschiebungsmöglichkeiten. Das halte ich für die intelligente Variante." Intelligent meint in diesem Fall, dass das Konzept in der Lage ist, nicht auf einmal viel Strom zu erzeugen, sondern möglichst kontinuierlich.

Durch die großen Speicher kann das warme Wasser in unterschiedlichen Anlagen zeitversetzt erzeugt werden. Es wird also nicht beispielsweise auf einmal viel Strom erzeugt, wenn morgens alle duschen, sondern die Speicher werden möglicherweise über Nacht zeitversetzt aufgeheizt. Das erlaubt eine Steuerung der Stromerzeugung, die ja quasi ein "Abfallprodukt" der Wärmeproduktion ist.

Das funktioniere zu allen Jahreszeiten, meint Pehnt. Es gibt im Sommer Wärmebedarf für Warmwasser. Das Schwarmstromangebot wäre dann geringer, aber es reiche ja auch, wenn man den Speicher einmal pro Tag fülle, wenn sowieso nur Warmwasser abgefragt werde, so der Heidelberger Experte. Das lasse sich dann gut verschieben, der Beitrag zur Spitzenlast ist nicht wesentlicher geringer als im Winter.

Die Kooperation setzt mittlerweile auch Stromanbieter unter Zugzwang. Die Berliner Gasag, die bereits seit längeren ein Gerät von Otag im Pilotbetrieb hatte, geht demnächst in den Echtlauf. "Wir halten das vorgestellte Modell generell für eine interessante Konzeption", meint auch Hans-Jörg Groscurth vom süddeutschen Anbieter EnBW. Man verfolge ein wärmegeführtes Konzept, sagt er und ergänzt: "Wir haben verschiedene Projekte in der Planung, die wir zu gegebener Zeit vorstellen werden."

Auch EON beschäftige sich seit vielen Jahren mit der Thematik, meint Unternehmenssprecher Lutz Schilling. So sei man an einem Projekt zum virtuellen Kraftwerk für Brennstoffzellen gemeinsam mit Vaillant beteiligt gewesen. "Wir verfolgen intensiv die Entwicklung der Technik und überprüfen Konzepte, die mit der Entwicklung der Technik gekoppelt sind", sagt er. pgl

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