Lichtblick ändert Geschäftsmodell für KWK
15.10.2012, 18:05
Der Hamburger Energieversorger Lichtblick stellt sein Geschäftsmodell bei seinem Angebot für KWK-Anlagen um. Künftig gibt es die in das Schwarmstromkonzept eingebundenen BHKW nicht mehr im Contracting für 5.000 Euro Einstiegspreis, sondern nur zu kaufen. Damit tritt das Unternehmen noch stärker in Konkurrenz zu konventionellen BHKW-Herstellern.
Der Preis sei mit knapp 28.000 Euro in der angebotenen Leistungsklasse gut, urteilt BHKW-Experte Louis Stahl, Vorsitzender des BHKW-Forum. "Das Geschäftsmodell, das Gerät ausschließlich zum Kauf anzubieten, hat jedoch nicht mehr den Charme des alten Contracting-Modells, bei dem der Hausbesitzer nur sehr wenig Geld in die Hand nehmen musste", so Stahl weiter.
Das bisherige Modell sei besonders für Wohnungsunternehmen interessant gewesen, die so ohne große Kosten für sich und die Mieter die Heizung sanieren konnten. 600 Kunden konnte Lichtblick bislang gewinnen, 100.000 verkaufte Anlagen haben sich die Hamburger zum mittelfristigen Ziel gesetzt.
Lichtblick wird das Gerät in Zukunft alternativ auch mit Spitzenlastkessel verkaufen für Gebäude mit sehr großem Wärmeverbrauch. Zudem können Immobilienbesitzer demnächst neben der Wärme auch den Strom selber nutzen.
Lichtblick arbeitet mit Systemen, die Volkswagen unter dem Label Ecoblue entwickelt. Diese Kooperation mit einem Automobilhersteller ist nicht ungewöhnlich. Vaillant hat bei seinem Kleinst-Blockheizwerk Ecopower 1.0 mit Honda zusammengearbeitet.
Stahl geht davon aus, dass eines der Themen, an denen Volkswagen arbeitet, ein Brennwert-Wärmetauscher für eine der nächste Gerätegenerationen sein könnte: "Dieses Bauteil ist für eine größtmögliche Effizienz im Eigenbetrieb besonders wichtig, wenn die Heizungsinstallation dank ausreichend großer Heizkörper oder einer Fußbodenheizung mit niedrigen Systemtemperaturen betrieben werden kann."
Für Kunden des Hamburger Unternehmens ist auch beim Kauf der Anlage eine Integration in das Schwarmstromkonzept möglich. Dabei wird die Laufzeit zentral geregelt. Dabei sei die Frage "in welchem Umfang Lichtblick den Spitzenlastkessel einsetzt, weil der Betreiber dann keinen Strombonus erhält", betont Stahl. Entscheidend für die Rentabilität ist, wie viel Strom für den eigenen Verbrauch ein Eigentümer erzeugen kann.
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