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Pellet-Verband kritisiert Untersuchung als realitätsfern

IWO legt Studie zu Feinstaubemissionen vor

10.04.2010, 10:59

Holzpellets
Studie entfacht Streit über Feinstaubemissionen. Bild: Wengert

Mit einer Studie zu Feinstaubemissionen von Heizungen hat das Institut für Wirtschaftliche Ölheizung (IWO) den Deutschen Energieholz- und Pelletverband (DEPV) gegen sich aufgebracht. Die Feinstaubemissionen moderner Ölheizungen seien sehr gering und lägen beim Betrieb von Ölheizungen mit schwefelarmem Heizöl auf vergleichbar niedrigem Niveau wie die von Erdgasheizungen. Holzpelletheizungen hingegen verursachten bis zu 1200 Mal mehr Feinstaub als Öl- und Gasheizgeräte. Und auch beim Ausstoß von Kohlenmonoxid (CO) und Stickoxiden (NOx) schneiden Öl- und Gasheizkessel deutlich besser ab als Pelletheizungen.

Als Beleg für die Aussage führt das IWO eine Studie an, die es an der Universität Stuttgart in Auftrag gegeben hat. Das Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik (IFK) hat dabei in einer über vier Jahre laufenden Versuchsreihe die Feinstaubemissionen sowie gasförmige Emissionen von Heizkesseln im kleinen Leistungsbereich bis 20 Kilowattstunden mit Heizöl EL, Heizöl EL schwefelarm und Bioheizöl sowie Erdgas H und Holzpellets ermittelt.  Das Institut hat den Betrieb mit drei unterschiedlichen Wärmebedarfsprofilen und daraus resultierender taktender Betriebsweise simuliert.

Sowohl im stationären Dauerbetrieb als auch unter Berücksichtigung der Start- und Stopp-Vorgänge im realitätsnahen Betrieb lägen die Schadstoffemissionen bei modernen Öl- und Gasheizungen niedriger als bei Pelletkesseln: Der gemessene Ausstoß von Feinstaub sei durchweg erheblich höher als beim Öl- oder Gaskessel und nehme im realitätsnahen Betrieb gegenüber dem eher unrealistischen Dauerbetrieb sogar noch einmal deutlich zu, so die Studie.

"So liegen beim Pelletkessel im günstigeren Fall des stationären Dauerbetriebs die Feinstaubemissionen mit 74 Milligramm pro Kilowattstunde (mg/kWh) um den Faktor 430 höher als beim mit Heizöl EL schwefelarm betriebenen Ölkessel (0,17 mg/kWh). Beim Betrieb mit dem Wärmebedarfsprofil, das einen kalten Wintertag mit einer Kesselauslastung von 44 Prozent repräsentiert, haben die Forscher beim Pelletkessel sogar bis zu 1200 Mal mehr Feinstaub (114 mg/kWh) als beim Ölkessel mit schwefelarmem Heizöl (0,09 mg/kWh) gemessen", so die Studie.

Die verwendete Heiztechnik war für Öl und Gas ein Niedertemperaturkessel mit 18 kW Nennwärmeleistung. Dieser wurde für den Heizölbetrieb mit einem Blaubrenner ausgerüstet, beim Erdgasbetrieb kam ein einstufiger Gas-Gebläsebrenner zum Einsatz. Für die Pellets nutzten die Forscher einen Dreizug-Kessel mit Unterschubbrenner und einer Nennwärmeleistung von 20 kW. Die Zündung der Pellets erfolgte automatisch beim Kesselstart mit einer elektrischen Heizpatrone.

Bei der Studie "werden Äpfel mit Birnen verglichen und ein Ergebnis errechnet, das alleine dem Wunschdenken der Auftraggeber entspricht und keinesfalls der Realität", wetterte DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. Er verweist auf die aktuell gültigen Immissionsschutzbestimmungen, die Grenzwerte für Staubemission festlegen. Ein Großteil der Heizungshersteller halte für die heute betriebenen Pelletheizungen bereits die Grenzwerte der zweiten Stufe ein, so der Verband.

Für Staubemissionen gilt ein Grenzwert von 0,06 g/m3 Abluft. Mit der zweiten Stufe wird dieser Wert auf 0,02 g/m3 Abluft verschärft. "Seriöse Feinstaubstudien, die unter realistischen Verhältnissen messen, würden diese Werte auch in der Praxis nachweisen können", argumentiert Bentele. Er wirft den Stuttgarter Experten vor, unter unrealistischen Bedingungen gemessen zu haben. Der taktende Start-Stopp Betrieb ohne Pufferspeicher sei alleine auf die üblichen Laufbedingungen von Öl- und Gasheizungen ausgelegt, nicht aber auf die Einsatzbedingungen von Pelletkesseln. Zum einen arbeiten letztere mit Flamm-Modulation zur Reduzierung von Starts und Stopps. Sie kämen oftmals mit weniger als 1.000 Starts pro Jahr aus gegenüber den in der Studie zu Grunde gelegten rund 4.000 Starts.

Bestandteil vieler Pelletheizungen ist zudem ein Pufferspeicher, durch den die Lauf- und Standzeiten der Pelletkessel verlängert und die Emissionen erheblich verringert werden. Abgasemissionswerte, die auf diese Weise ermittelt werden, entsprächen daher nicht der Realität, sondern dem Wunschdenken der Auftraggeber.

Mareike Soder von Zukunft Altbau, einem Programm des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg, findet die Einwände des DEPV richtig, dass man auf Pufferspeicher setze, um die Feinstaub-Belastung durch häufige Start- und Stopp-Vorgänge zu verringern. Richtig sei aber, dass Pellet-Kessel einen höheren Feinstaubausstoß hätten als Ölheizungen. Das sei aber nicht das einzige Kriterium. Schließlich gehe es auch um die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, und da seien Pellet-Kessel besser: "Während eine Ölheizung mit 319 g/kWh zu Buche schlägt, sind es bei einer Gasheizung noch 251 g/kWh. Bei einer Pelletsheizung sinken die CO2 Emissionen um den Faktor 10 auf 29 g/kWh. pgl

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