ISH-Trendscout Stehl: Feinstaub-Tests fehlen noch
Frankfurt. Nach wie vor klappt die Messung von Feinstaub in der Abluft von Verbrennungsanlagen gemäß der gültigen Bundesimmissionsschutzverordnung nicht. "Einige Hersteller hatten Lösungen zugesagt, aber bislang ist noch nichts in Sicht", hat Harald Stehl, EnBauSa.de-Trendscout, bei seinem Messerundgang erfahren. Stehl ist Bezirksschornsteinfegermeister, Gebäudeenergieberater im Handwerk und hat eine Zusatzqualifikation für Lüftungs- und Klimageräte. Die Situation verunsichere die Kunden die nicht wissen, ob sie ihre Feuerstelle nach 2014 weiter betreiben können, ob es sich lohnt, diese mit einem Filter nachzurüsten oder ob womöglich auch alles im "grünen" Bereich ist. Testoterm wolle noch in diesem Jahr ein Gerät auf den Markt bringen, sagt Stehl, habe aber noch keines zeigen können. Manche Händler starteten derzeit sogar noch Versuche, Öfen zu verkaufen, die die neuen Richtlinien nicht erfüllen, rät Stehl potentiellen Kunden zur Vorsicht.
Er legt bei der Beratung Wert darauf, den Kunden die ganze Wahrheit zur Energiebilanz einer potentiellen neuen Heizung zu sagen. Dazu gehört für ihn auch die Frage, wieviel Strom Anlagen verbrauchen, die mit Erneuerbaren Energien arbeiten. So müsse man bei Pellet-Heizungen den Strom sowohl für die Förderschnecken als auch für die Glühzünder einberechnen. Schon der Glühzünder eines Pellet-Ofens verbrauche 270 Watt pro Stunde, sagt Stehl.
Am Herzen liegt Stehl aber nicht nur das Thema Feinstaub, sondern auch Lüftungsanlagen. "Es müsste eigentlich eine Erziehung zum richtigen Lüften geben", fordert er. Stehl lässt dabei auch die Hersteller der Anlagen nicht aus der Pflicht: "Was mir bei allen Herstellern von Lüftungsanlagen fehlt ist der Hinweis, dass die Geräte regelmäßig gereinigt werden müssen." Dazu gehöre auch eine reinigungsfreundliche Konstruktion. Das Thema Lufthygiene sei noch nicht wirklich in den Köpfen angekommen, so Stehls Eindruck.
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