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Leistung und Lärm unter der Lupe

Institut legt Vergleich von Wärmepumpen vor

19.08.2011, 10:47

Wärmepumpe an einer Hausfassade
Schweizer Institut fühlt Wärmepumpen auf den Zahn. © Alpha Innotec

Das Wärmepumpen-Testzentrum an der schweizerischen Interstaatlichen Hochschule für Technik in Buchs hat neue Testergebnisse für Wärmepumpen vorgelegt. Die Tests basieren auf den Normen EN 14511 und EN 255. Ausgewertet werden elektrische Leistung, Heizleistung und COP für unterschiedliche Basistechnologien bei verschiedenen Betriebspunkten. Neben der Leistung haben sich die Schweizer auch angeschaut, wie laut die Geräte sind. Auf dem Prüfstand waren ausschließlich serienreife Produkte.

Die Ergebnisse sind auch für Deutschland wichtig, da die Förderung nach dem Marktanreizprogramm sich an der Jahresarbeitszahl der Geräte orientiert, die vom COP abhängt. Zum 15. März 2011 wurde die Hürde gesenkt. Sole/Wasser-Wärmepumpen und Wasser/Wasser-Wärmepumpen müssen Mindestjahresarbeitszahlen von 3,8 bei Wohngebäuden beziehungsweise 4,0 bei Nichtwohngebäuden erreichen, um eine Förderung durch das BAFA zu erhalten. Bei Luft/Wasser-Wärmepumpen ist eine Jahresarbeitszahl von 3,5 Fördervoraussetzung, bei gasbetriebenen Wärmepumpen 1,3. Ab dem 1. September 2011 muss der Heizkreis einer Wärmepumpe außerdem mindestens eine neu installierte Umwälzpumpe der Effizienzklasse A enthalten. Eine Liste der zulässigen Umwälzpumpen der Effizienzklasse A stellt das BAFA zur Verfügung.

Bei den Luft/Wasser-Wärmepumpen haben sich die Schweizer knapp 30 Produkte von 22 Herstellern unter die Lupe genommen. Bei einem Arbeitspunkt von einer Außenlufttemperatur von 2 Grad, einer Temperatur des Heizungsvorlaufs von 35 Grad und einer relativen Luftfeuchte von 84 Prozent lagen bei einer Prüfung nach der EN 14511 knapp die Hälfte der Geräte über einem COP von 3,8. Der COP gibt das Verhältnis von Nutzwärme zu elektrischer Leistung an. Je größer die Zahl, desto besser. Eine hohe Leistungszahl führt zu einer hohen Jahresarbeitszahl. Vom COP kann aber nicht direkt auf die Jahresarbeitszahl geschlossen werden, da er nur für die Wärmepumpe allein gilt und die Jahresarbeitszahl für die gesamte Heizanlage. Heizflächen, benötigte Temperaturen und Benutzerverhalten fließen mit ein.

Beim Schall-Leistungspegel kamen die leisesten Geräte außen auf 53 dB, die meisten Geräte lagen bei über 60 dB. Im Innenbereich waren fast alle Wärmepumpen deutlich leiser als 60 dB, viele unter 50 dB. Zum Vergleich: Ein Kühlschrank liegt in der Regel bei zirka 50 dB, normale Unterhaltung bei Zimmerlautstärke bei 70 dB.

Bei den Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen war die Produktauswahl mit knapp 50 Produkten von 17 Herstellern deutlich größer. Die Produkte lagen im Test alle relativ dicht beieinander, alle schafften die COP-Hürde von 4 bei einer Sole-Temperatur von 0 Grad und einer Vorlauftemperatur von 35 Grad. Ein Spitzenprodukt von Ochsner kam auf einen COP von 4,7. Der Schalldruckpegel bewegte sich in einer Bandbreite zwischen 39 und über 60 dB, die meisten Geräte lagen bei rund 50 dB.

Als alleiniges Qualitätskriterium reicht der COP nicht aus. Wichtig ist es vor allem, dass die Wärmpeumpe richtig installiert und in die Heizanlagen eingebunden wird.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät, dabei folgende Pumpe zu beachten:

  • Gebäude und Wärmepumpe müssen gut aufeinander abgestimmt sein.
  • Das Haus sollte gut gedämmt sein und die Wärmeverteilung über eine Fußboden- oder Wandheizung erfolgen.
  • Als Wärmequelle kommen in erster Linie das Erdreich oder das Grundwasser in Frage.
  • In hoch wärmegedämmten Passivhäusern ist der Einsatz von Luft-Wärmepumpen in Kombination mit der Lüftungsanlage sinnvoll.
  • Die Wärmepumpe sollte möglichst monovalent, also ohne Elektroheizstab betrieben werden. Die Warmwasserbereitung sollte ebenfalls über die Wärmepumpe erfolgen.
  • Auf eine genaue Planung und Auslegung der Wärmepumpe ist zu achten. Einen hydraulischen Abgleich für die Wärmequelle und die Wärmeverteilung sollte man durchführen lassen.
  • Man sollte auf jeden Fall einen Wärmemengenzähler einbauen und eine Jahresarbeitszahl vertraglich zusichern lassen. Nach dem Einbau empfiehlt es sich, die Jahresarbeitszahl durch regelmäßiges Zählerablesen zu prüfen.

Der letzte Punkt ist aber umstritten. Er wird von Verbraucherschützern gefordert, sei aber nicht realisierbar, sagt der Bundesverband Wärmepumpe. Die Jahresarbeitszahl hänge zu stark von den Benutzern ab, dafür könne man den Installateur nicht in Haftung nehmen.

von unserer Redakteurin Pia Grund-Ludwig

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

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