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Verbraucherzentrale ist bei Stromheizung skeptisch

Infrarotheizungen haben hohe Betriebskosten

16.02.2015, 08:45

Heizen mit Strom gilt als ineffizient und teuer. Dennoch wurde die gesetzliche Vorschrift, elektrische Nachtspeicherheizungen auszutauschen, zurückgenommen, und elektrische Infrarot-Flächenheizungen werden von den Herstellern sogar als besonders kostengünstig und klimafreundlich beworben. Das stört Verbraucherschützer.

Der Austausch elektrischer Nachtspeicherheizungen ist nicht mehr verpflichtend. Die Heizungen könnten nämlich, so das Argument, eine wichtige Rolle für die Energiewende spielen, indem Strom aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel der Windkraft, in privaten Speicherheizungen "zwischengespeichert" würde. "Die Idee ist gut", bestätigt Birgit Holfert, Expertin der Verbraucherzentrale Bundesverband. "Die Praxis ist aber leider schwierig: In den entsprechenden Regionen sind gar nicht genug Speicherheizungen angeschlossen, um die Netze tatsächlich spürbar zu entlasten. Außerdem sind viele Anlagen nicht vom Netzbetreiber aus der Distanz regelbar – damit können sie gar nicht bei Bedarf zugeschaltet werden. Und so bleiben Nachtspeicherheizungen in erster Linie Strom- und Geldfresser."

Als kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zur Nachtspeicherheizung wird die Infrarot-Flächenheizung beworben. Da sie mit Strahlungswärme heizt, reichen laut den Herstellern niedrigere Raumtemperaturen aus für ein behagliches Wohnklima. Allerdings verbraucht die Infrarotheizung vor allem tagsüber Strom, zu durchschnittlich 27 Cent pro kWh (zum Vergleich: Gas ca. 5,5 Cent/kWh, Heizöl umgerechnet ca. 6 Cent/kWh, Holzpellets ca. 5 Cent/kWh). "Diese hohen Betriebskosten einer Infrarotheizung werden auch durch die relativ niedrigen Anschaffungskosten nicht wettgemacht", stellt Birgit Holfert klar. "Und klimafreundlich sind Elektroheizungen übrigens auch nur mit einem zertifizierten Ökostromtarif – sonst ist die Klimabilanz schlechter als bei anderen Energieträgern."

Generell seien Elektroheizungen also nur in wenigen Einzelfällen sinnvoll, fasst Birgt Holfert zusammen. "Allerdings ist der Umstieg auf ein anderes Heizsystem auch nicht ganz unkompliziert, Leitungen müssen verlegt und Heizkörper montiert werden." Bevor über den Austausch der Heizung entschieden werde, sollten Verbraucher daher unbedingt eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband / pgl

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Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

spiegel wohnbauforschung - 17.02.2015, 11:24

Seit fast 15 Jahren beheize ich ein Mehrfamilien-Passivhaus mit 11 Sozialwohnungen (MF PH AC)"stromrebellisch"(EWS)und 16m²Kollektor - zur allgemeinen Zufriedenheit: geringe Heiz- und Warmwasserkosten, Komfortlüftung (WRG) und Finanzierung (Bauherr und Wohnungsamt). Warum interessiert sich keiner für dieses Modell? MfG - dietmar spiegel - 40 Jahre Wohnbauforschung

 

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