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Einsatz im KWK-Bereich am sinnvollsten

IFEU: Nutzung von Bioöl muss eingeschränkt bleiben

19.06.2009, 17:39

Palmöl wird teilweise unter fragwürdigen Umweltbedingungen gewonnen. © Pixelio/Ruhbaum

Im Gegensatz zu den Branchenverbänden BDH und IWO begrüßt Martin Pehnt, Fachbereichsleiter Energie am Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) die restriktiven Voraussetzungen für den Einsatz von Biobrennstoffen im Wärmemarkt, die durch Regelungen wie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) gegeben sind. Die Verbände hatten auf einer Veranstaltung in Berlin dagegen Stimmung gemacht.

Eine uneingeschränkte Zulassung von Bioölen und Biogas sorge für eine deutlich höhere Nachfrage nach diesen Energieträgern, argumentiert Pehnt. Denn diese Variante sei für viele Verbraucher die am einfachsten abzuwickelnde Option, um die Nutzungspflicht zu erfüllen. Dadurch werde jedoch Biomasse aus den Verwendungsbereichen Verkehr und Kraft-Wärme-Kopplung abgezogen. "Gerade in der Kraft-Wärme-Kopplung entfalten Bioenergieträger aber ihren größten Beitrag zum Klimaschutz", erklärt der Experte. 

"Im Verkehrssektor gibt es hingegen – solange Elektromobilität noch nicht serienreif ist - keine Energieträger, die alternativ zu Biobrennstoffen eingesetzt werden können, um die Klimaziele zu erreichen", meint Pehnt weiter. Ganz anders im Wärmesektor: Mit Solarkollektoren, Holzkesseln, Wärmepumpen und anderen Technologien steht hier laut Pehnt eine Vielfalt anderer regenerativer Energieträger zur Verfügung.

Eine größere Nachfrage nach Bioöl und Biogas kann nach Meinung von Pehnt auch dazu führen, dass die Energieträger importiert werden müssen – möglicherweise auch aus dem nicht-europäischen Ausland. Dies wiederum habe eine Reihe von "potenziell sehr problematischen Konsequenzen". So würden etwa Palmöl und andere Pflanzenöle oftmals nach ökologisch deutlich niedrigeren Standards produziert.

Insgesamt sieht Pehnt eine "ungehemmte Bevorzugung von Biogas und Bioöl im Wärmesektor ohne Kraft-Wärme-Kopplung" als falsches Signal, zumal sich die Option einer niedrigen Beimischung von Bioöl eher förderlich auf den Einsatz von Ölheizungen auswirke.

Außerdem ist der Bezug von Biogas und Bioöl durch den Endkunden nur schwer kontrollierbar. "Dadurch steigt die Missbrauchsgefahr", glaubt der Energiefachmann. Pehnt und sein Institut widersprechen damit dem BDH (Bundesverband Deutschland Haus-, Energie und Umwelttechnik) und dem IWO (Institut für wirtschaftliche Ölheizung), die kürzlich die Benachteiligung der Biobrennstoffe durch das EEWärmeG und die Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV) kritisiert haben. mst

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