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Brennwertkessel mit Überstromventil sind dafür ungeeignet

Hydraulischer Abgleich bringt nicht immer etwas

06.12.2013, 06:30

Kundenworkshop bei Buderus
Moderne Brennwertgeräte kommen ohne Überströmventil aus. © Buderus

Zwei Drittel der 4,5 Millionen Brennwertkessel in Deutschland verschenken ihr Potenzial, weil die Rücklauftemperatur der Heizungsanlage zu hoch ist. Eine Heizungsoptimierung durch einen hydraulischen Abgleich kann dieses Problem lösen. Dies gilt allerdings nur für jene Brennwertkessel, die ohne Überströmeinrichtung auskommen.

Darauf weist die Kampagne "Meine Heizung kann mehr" hin. Ist der Brennwertkessel mit einem Überströmventil ausgestattet, kann sich ein hydraulischer Abgleich sogar nachteilig auf die Effizienz des Kessels auswirken, wie Professor Dieter Wolff von der Ostfalia Hochschule betont.

Der Heizungsexperte schätzt, dass etwa zwei Drittel aller Bestandsanlagen und ein Drittel der Neuanlagen mit einem Überströmventil arbeiten. "In diesen Anlagen erhöht ein hydraulischer Abgleich zwar den Wohnkomfort durch die gleichmäßige Verteilung der Wärme im Haus, die Effizienz des Heizkessels kann sich aber verschlechtern", so Wolff.

Vor allem in wandhängenden Thermen mit geringen Wasserinhalten sind Überströmeinrichtungen zwischen Vor- und Rücklauf eingebaut. In bestimmten Betriebszuständen wird der Vor- und Rücklauf kurzgeschlossen, um einen bestimmten Mindestvolumenstrom zu gewährleisten und ein Überhitzen der Therme zu verhindern. Dieser Vorgang erhöht allerdings die Rücklauftemperatur der Anlage und mindert so den Brennwerteffekt.

Bei hydraulisch abgeglichenen Heizungsanlagen tritt dieser Zustand häufiger auf, weil zu jedem Heizkörper dann nur die tatsächlich erforderliche Heizwassermenge transportiert wird. Strömt aber weniger Wasser zurück zum Kessel, wird die Überströmeinrichtung aktiv, um ein Überhitzen der Therme zu vermeiden.

Hauseigentümer können diesen Prozess weder beeinflussen noch selbst herausfinden, ob der eigene Kessel über eine solche Überströmeinrichtung verfügt. Ein Installateur kann das tun und helfen, indem er eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur an der Anlage einstellt. So wirkt sich das Überströmen nicht so ungünstig auf den Brennwerteffekt aus. Dieser Notlösung sind allerdings Grenzen gesetzt, da die Vorlauftemperatur nur soweit reduziert werden kann, wie die installierten Heizkörper eine ausreichende Beheizung des Gebäudes ermöglichen.

Beim Kauf eines neuen Heizkessels sollten Verbraucher unbedingt darauf achten, dass der Kessel ohne Überströmventil oder hydraulische Weiche auskommt. Auch der Einsatz eines Pufferspeichers erhöht in vielen Betriebsfällen die Rücklauftemperatur der Heizanlage und mindert den Brennwerteffekt.

Eine Auswahl mit empfehlenswerten Brennwertkesseln ohne diese Einrichtungen haben die Energieagentur proKlima Hannover und die Ostfalia Hochschule zusammengestellt. Quelle: meine-heizung.de / pgl

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 4 von 4.

EWU2009 - 11.11.2016, 10:42

Zitat: "Ein elektronischer Heizkörperregler ist da besser. Bei diesen Reglern ist allerdings die Aufheizoptimierung zu vermissen. "

Ein Raumthermostat im Referenzraum kann Abhilfe schaffen. Dabei ist zu beachten, dass kein Heizkörperregler/-thermostat
im Referenzraum installiert ist und der hydraulischer Abgleich vorgenommen wurde.

Ulrich Engelke - 11.12.2013, 11:08

(Kommentar zu Heiko Schlanstedt). Meistens sind die Leistungen der Heizkessel maßlos zu groß. Meinen Viessmann habe ich auf 30% Heizleistung reduziert! Die Brennerlaufzeit erhöht sich dementsprechend. Wenn sich die Leistung in der Elektronik einstellen läßt, kann man die erforderliche wie folgt berechnen: Erf. Heizleistung [kW] = Verbrauch [kWh/a] dividiert durch 1.750 [h/a].
mfg Ulrich Engelke
(Allerdings ist es bei dem Kessel total daneben, die Pumpenleistung zu erhöhen, wenn die Außentemperatur fällt.Mann Viessmann!)

Heiko Schlanstedt - 10.12.2013, 23:14

Als erstes sollte bei einer Heizungsanlage die Taktung reduziert werden. Selbst bei guten Brennwertanlagen ist die Taktung noch viel zu hoch. Das bedeutet aus unseren Erfahrungen bei den von uns installieten Anlagen mit Pufferspeicher und Brennwertkessel eine nochmaliege Energieeinsparung von ca.15%. Als zweites den Sinn einer hydraulichen Weiche begreifen die meisten sowieso nicht ( hydraulicher Abgleich ? ). Ob es gleich wieder die Haarspalter aus den Büros auf den Plan ruft ich bin gespannt. Investitionskosten und Energieabrechnung zählen.
MfG Heiko Schlanstedt

Ulrich Engelke - 10.12.2013, 16:41

Zitat: „Bei hydraulisch abgeglichenen Heizungsanlagen tritt dieser Zustand häufiger auf, weil zu jedem Heizkörper dann nur die tatsächlich erforderliche Heizwassermenge transportiert wird.“

Das passiert im (stationären) Zustand sowieso, da das Thermostatventil die Temperatur bzw. die Menge regelt. Ein guter Abgleich würde vorwiegend nur den (instationären) Aufheizvorgang vergleichmässigen. Und das bekommt man besser mit einer Konstruktion der Verteilung nach Tichelmann hin.

Im allgemeinen wird meist mit dem Abgleich nur eine überhöhte Heizkennlinie abgeschwächt. Außerdem spielt die Parallelverschiebung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Praxiswerte sind 6 K (bezogen auf Vorlauftemperatur) bzw. eine Einstellung einer um 3 K überhöhten Raumtemperatur. Diese Überhöhung ist als Aufheizreserve erforderlich. Außerdem benötigt eine Aufheizung bei diesen Werten etwa eine Stunde pro K Raumtemperaturänderung und das bringt mich zu einem anderen Punkt:

Aufgrund der „Bleibenden Regelabweichung“ hat ein Abgleich eine Auswirkung auf die Raumtemperatur und verschiebt diese ein wenig. Ein elektronischer Heizkörperregler ist da besser. Bei diesen Reglern ist allerdings die Aufheizoptimierung zu vermissen. Der Raum wäre damit zum eingestellten Zeitraum warm. Regler sollten mit dieser Funktion ergänzt werden. Man kann es noch so spezifizieren, dass zum Sollzeitpunkt eine (per Option einstellbare) Unterschreitung zulässig ist. Anforderungen an kurze und lange Aufenthalte sind unterschiedlich und man kann hier frühmorgens eine wenig Energie einsparen.

 

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