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Deutlich geringere Heizkosten 2009 sind die Ausnahme

Heizen wird 2010 sicher wieder teurer

20.05.2010, 05:20

Im Abrechnungsjahr 2009 sind die Heizkosten in Deutschland durchschnittlich um 14 Prozent gesunken. Heizen kostet damit pro Haushalt im Schnitt 718 Euro. Das geht aus dem Heizspiegel 2010 hervor, den co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund (DMB) veröffentlicht.

"14 Prozent klingt zunächst nach viel. Doch das ist kein dauerhafter Preisrückgang. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres sind die Energiepreise wieder stark gestiegen", kommentiert Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer von co2online.

Der Heizspiegel liefert Vergleichswerte zu Heizenergieverbrauch, Heizkosten und CO2-Emissionen, getrennt nach Erdgas, Heizöl und Fernwärme. Holzheizungen wurden nicht berücksichtigt. Mit den Vergleichstabellen und der eigenen Heizkostenrechnung können Mieter und Eigentümer feststellen, ob ihre Heizkosten niedrig, mittel, erhöht oder zu hoch sind. Dafür hat co2online bundesweit knapp 80.000 Gebäudedaten ausgewertet.

Durchschnittlich 620 Euro kostete demnach das Heizen einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit Heizöl im vergangenen Jahr. Das sind 260 Euro weniger als im Jahr zuvor. Nutzer von Erdgasheizungen zahlten mit 785 Euro 15 Euro weniger . Die Heizkosten für Fernwärme stiegen um 20 Euro auf 860 Euro. Für Holzheizungen gibt es im Heizspiegel keine Angaben. Die Pelletpreise sind auf dem Vorjahresniveau bei zirka 200 Euro pro Tonne mit regionalen Schwankungen.

Der Heizenergieverbrauch ist 2009 trotz des kälteren Klimas im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwei Prozent gesunken. "Bereits vorgenommene Modernisierungen und geändertes Nutzerverhalten sind dafür verantwortlich", sagt Hengstenberg. Die Einsparungen für Mieter und Eigentümer hätten jedoch höher ausfallen können. "Dafür müssten mehr Häuser in Deutschland besser gedämmt und mit effizienten Heizkesseln sowie funktionierenden Thermostatventilen ausgestattet werden", meint Hengstenberg weiter.

Der DMB sieht ebenfalls keinen Grund zur Entwarnung. "Die aktuelle Entlastung bei den Heizkosten ist trügerisch", warnt DMB-Direktor Lukas Siebenkotten. Gegenüber dem Vorjahr seien die Ölpreise im ersten Quartal 2010 stark gestiegen – im Januar um 7 Prozent, im Februar um 13,8 Prozent und im März um 32,1 Prozent. "Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Gasversorger nachziehen", prognostiziert Siebenkotten. Deshalb bleibe die energetische Sanierung von Häusern unverzichtbar. "Nur so können sich Mieter langfristig von der Energiepreisentwicklung unabhängig machen", sagt Siebenkotten.

Mieter oder Eigentümer, die wissen möchten, wo und in welchem Umfang in ihrem Haus Sparpotenziale bestehen, können ein Heizgutachten bestellen. Das kostenlose Gutachten nimmt den energetischen Zustand der Wohnung so wie des Gebäudes unter die Lupe und schlägt konkrete Schritte vor.

Nutzerinnen und Nutzer, die ihren CO2-Fußabdruck ermitteln wollen, können dies über ein Energiesparkonto tun, das EnBauSa gemeinsam mit co2online anbietet. Sie können dann kontinuierlich verfolgen, wie sich bestimmte Maßnahmen der energetischen Sanierung auf ihre CO2-Bilanz auswirken. pgl

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

 

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