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KfW fördert Funksysteme zur Heizungssteuerung

Hausautomation spart bis zu 30 Prozent Energie

24.11.2009, 08:54

Heizungssteuerung via Mobiltelefon
Moderne Hausautomation erlaubt die Heizungsfernsteuerung via Mobiltelefon. Bild: Viessmann

Der Neubau energieeffizienter Häuser oder die Dämmung von Altbauten ist die eine Seite der Medaille, der energieeffiziente Gebäudebetrieb die andere. Moderne Hausautomationssysteme tragen nachweislich zur Senkung des Energieverbrauchs von Wohngebäuden bei, vor allem die Komponenten zur Heizungssteuerung. Aus diesem Grund wird die Anschaffung entsprechender Systeme von der KfW gefördert – allerdings nur, wenn nicht gleichzeitig die Heizung erneuert wird.

"Bei der Heizungserneuerung greift das Förderprogramm Energieeffizientes Sanieren. Die Sonderförderung gibt es nur, wenn die Wärmeverteilung bestehender Heizanlagen optimiert wird", stellt KfW-Sprecherin Eske Ennen klar. Der KfW-Zuschuss beträgt 25 Prozent der Kosten für die Optimierungsmaßnahme, wenn mehr als 100 Euro Kosten anfallen. Die Antragstellung erfolgt nach Einbau der Geräte indem die Rechnung eingereicht wird.

Systeme zur Hausautomation erlauben die Einstellung von Temperaturen individuell für jeden Raum und abgestimmt auf den persönlichen Lebensrhythmus der Bewohner. Werden nicht nur die Heizung einbezogen, sondern auch andere gebäudetechnische Anlagen wie Verschattung, Fenster, Lüftung und Warmwasserbereitung, liegt das Energieeinsparpotenzial nach Angaben verschiedener Anbieter bei bis zu 30 Prozent.

Diese Größenordnung nennt auch Manfred Riedel, Geschäftsführer von Riedel Automatisierungstechnik. Sein Unternehmen hat vorrangig für Wohnungsgesellschaften ein System entwickelt, mit dem nicht nur die Heizung, sondern auch alle anderen gebäudetechnischen Anlagen wie die Lüftung und die Warmwasserbereitung gesteuert und Verbräuche erfasst werden können. "Bei der Heizungssteuerung ist unser System dadurch charakterisiert, dass jede Wohnung mit einem Bedienterminal ausgestattet wird, über das der Mieter seine individuellen Wünsche eingeben kann: Wann soll es in welchem Raum wie warm sein? Das lässt sich für jeden Tag einer Woche sowie für längere Abwesenheitszeiten definieren", erläutert der Firmengründer.

Hat der Mieter seinen Bedarf eingegeben, übernimmt die Elektronik die Steuerung der Heizung – und das viel genauer und somit energiesparender als es durch die lästige Bedienung von Thermostatventilen möglich ist. Zudem erkennt das System offene Fenster und schließt den Heizkörper. Erst wenn die vom Gebäudeeigentümer vorgegebene Mindesttemperatur erreicht ist, wird er wieder geöffnet.

Doch damit nicht genug. Die Einraumregelungen der Wohnungen sind direkt mit der Heizzentrale des Gebäudes verbunden und geben die programmierten Daten weiter. Riedel: "Durch diese direkte Rückkopplung kann stets die Temperatur vorgehalten werden, die nötig ist, um alle Wünsche zu erfüllen. Auf diese Weise wird die Heizungsanlage immer am energetischen Minimum gefahren", erklärt der Berliner Ingenieur.

Riedel setzt für sein System auf die leitungsgebundene Datenübertragung. "Funkbasierte Systeme sind für die Wohnungswirtschaft nicht zuverlässig genug. Sie haben temporäre Störungen", nennt er den Grund. Das bedeutet jedoch, dass Wohnungsbaugesellschaften in den Wohnungen Leitungen legen müssen, um das Energieeinsparpotenzial der Hausautomation zu heben. Und das passiert heute noch eher selten, selbst wenn es im Rahmen einer umfassenden Sanierung kein großer Zusatzaufwand wäre. "Die enormen Möglichkeiten sind noch nicht ins Bewußtsein der Verantwortlichen gedrungen", konstatiert Riedel.

Doch auch, wenn ihr Vermieter nicht tätig wird, können Mieter die Vorteile der Hausautomation nutzen, ebenso wie die Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäusern. So bieten Heizungshersteller wie Viessmann funkgesteuerte Regelungssysteme für Heizungen an. Diese fallen ebenso wie das System Synco living der Gebäudetechnik-Division von Siemens unter die KfW-Sonderförderung. Beim Siemens-System können auch Beleuchtungs- und Sicherheitsfunktionen implementiert werden, so dass weitere Energieeinsparpotenziale erschlossen werden. sth

 

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