RSS | Newsletter | Über uns | Kontakt | Sitemap

Sie sind hier: Home » Heizung » Aktuelles » Artikel » Handwerksverband wettert gegen Online-Vertrieb

Vaillant und Wolff in der Kritik

Handwerksverband wettert gegen Online-Vertrieb

06.06.2016, 08:30

Vaillant Wärmepumpen
Vaillant vermarktet Heizungen auch online. Dafür gab es Schelte. © Vaillant

Vaillant hat sich heftige Schelte vom Dachverband des Sanitär- und Heizungshandwerks, dem ZVSHK, eingehandelt. Der Grund: Das Unternehmen hat eine Online-Plattform für den Verkauf von Heizungen gestartet. Ähnlich wie die Plattform Thermondo, die Anlagen mehrerer Hersteller installieren lässt, bekommt man nach der Angabe von einigen Daten zum Baualter des Hauses und zu den bisherigen Sanierungsmaßnahmen ein Angebot für eine neue Heizung. Anders als bei Thermondo kann man aber keine Kombi-Heizung aus Solarthermie und einem anderen Brennstoff anfordern, man muss sich komplett zwischen fossilen und erneuerbaren Energien entscheiden. Auch Vaillant-Konkurrent Wolf und andere verkaufen über Thermondo, Wolf hatte dafür auch schon Verbands-Schelte einstecken müssen.

Für den ZVSHK ist das Online-Angebot seiner Mitglieder der Einstieg in den Direktvertrieb unter Ausschaltung des Handwerks. Damit reihe sich Vaillant "ein in eine Gruppe von Unternehmen, die in den letzten Jahren Maßnahmen zur Belebung des Heizungsmarktes konzipierten, ohne dabei in ausreichendem Maße die unternehmerischen Freiheiten des Fachhandwerks zu beachten", wettern die Vertreter des Handwerks.

Wirklich nachvollziehbar ist die Schelte allerdings nicht. Vaillant lässt die Anlagen nicht selbst installieren, sondern leitet die Anfragen an Handwerker weiter. Handwerker nutzen bislang das Internet selbst kaum als Plattform um Aufträge zu generieren, haben also unter Umständen sogar neue Umsatzchancen durch den Vorstoß in die digitale Welt. Insofern richtet sich das Angebot nicht gegen das Handwerk, sondern gegen andere, die Direktvertriebsmodelle per Internet aufbauen und dabei nicht nur eine Marke vertreten, sondern eine Plattform bieten, über die man Angebote zu den Produkten unterschiedlicher Hersteller anfordern kann. Bei solchen Plattformen macht Vaillant zwar mit, steht dann in einem gemeinsamen Web-Auftritt mit der Konkurrenz. Das vermeidet Vaillant beim eigenen Online-Vertrieb. Im Grunde fällt der Vorwruf auf den Verband zurück: Eine Online-Vertriebsplattform für alle Heizungshersteller hätte auch er für seine Mitglieder aufbauen können. pgl

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

 

Kommentar schreiben

(wird nicht veröffentlicht)
Bitte geben Sie die angezeigte Zeichenfolge (Captcha) ein. Dies dient zur Vermeidung von unerwünschtem Spam.

Zurück

Premiumpartner

Anzeige