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Bodenbeläge sind wichtig: Vorsicht bei Elektroheizung und Laminat

Fußbodenheizung mit Fliesen am effizientesten

08.11.2011, 00:00

Fussbodenheizung Uponor
Nicht jeder Bodenbelag ist für eine Fussbodenheizung gleich gut geeignet. © Uponor

"Eine Fußbodenheizung ist generell ein anspruchvoller Bodenaufbau", stellt Edgar Leonhardt fest, Geschäftsführer des Bundesverbands Estrich und Belag (BEB). Die Installation einer solchen Flächenheizung will gut geplant sein. Auch in Bezug auf den Bodenbelag. Denn grundsätzlich eignen sich zwar alle Arten von Belägen. Doch sie unterscheiden sich vor allem in ihrer Eigenschaft, die Wärme weiterzuleiten. Und nach dieser Eigenschaft muss sich die wärmetechnische Ausrichtung der Fußbodenheizung richten.

Je schlechter das verwendete Material die Wärme der Heizung passieren lässt, desto höher muss die Heizwassertemperatur sein. Die entscheidende Größe ist der Wärmedurchlasswiderstand. Er ergibt sich aus der Wärmeleitfähigkeit des Belages und seiner Dicke. Je höher er ist, desto mehr Energie muss aufgebracht werden, um den Raum zu erwärmen. "Aus Sicht der Energieeffizienz eignen sich daher Fliesen am besten, um eine Fußbodenheizung abzudecken", sagt Joachim Plate, Geschäftsführer des Bundesverbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF).

Bei einer Dicke von 13 mm liegt der Wärmedurchlasswiderstand von keramischen Fliesen bei etwa 0,012 m²K/W. Natursteine und Betonwerksteine bieten ähnliche Werte und stellen somit ein geringes Hindernis für den Wärmestrom dar.

"Für die Wahl eines Bodenbelags werden aber nicht immer nur energetische Argumente herangezogen", weiß Plate. Daher kombinieren Bauherren häufig auch andere Materialien mit einer Fußbodenheizung. Das sei auch prinzipiell gar kein Problem, meint Plate. Wichtig sei, dass der Wärmedurchlasswiderstand den Wert von 0,15 nicht überschreitet. Informationen dazu erhalten Verbraucher vom Hersteller des Bodenbelags.
 

Wärmedurchlasswiderstand verschiedener Bodenbeläge

Bodenbelag

Dicke
in
mm

Wärmeleit-
fähigkeit
in W/(mK)

Wärmedurchlass-
widerstand
in m²K/W

Keramische Fliesen

13

1,05

0,012

Marmor

12

2,1

0,0057

Natursteinplatten

12

1,2

0,010

Betonwerkstein

12

2,1

0,0057

Teppichböden

k.A.

k.A.

0,07 - 0,17

Nadelvlies

6,5

0,54

0,12

Linoleum

2,5

0,17

0,015

Kunststoffbelag

3

0,23

0,03

PVC-Beläge o. Träger

2

0,2

0,010

Mosaikparkett (Eiche)

8

0,21

0,038

Stab-Parkett (Eiche)

16

0,21

0,08

Mehrschichtparkett

11 - 14

0,09 - 0,12

0,03 - 0,15

Laminat

9

0,17

0,05

 

Teppichböden etwa sind mit einem Symbol gekennzeichnet, wenn sie für die Verwendung mit Fußbodenheizungen geeignet sind. Geeignet ist selbst Holz - auch wenn dieses Material gute Dämmeigenschaften besitzt, die in diesem Fall eher ungünstig sind. "Doch grundsätzlich lässt sich eine Fußbodenheizung auch unter Parkett betreiben", meint Leonhardt. Der Maximalwert des Wärmedurchlasswiderstands sollte allerdings ebenfalls nicht überschritten werden.

Zudem sollte bei der Auswahl eine weitere Eigenschaft von Holz beachtet werden. Bei Temperaturschwankungen dehnt es sich aus beziehungsweise zieht sich zusammen. Je weicher ein Holz ist, desto stärker tritt dieser Effekt auf. "Grobe dunkle Hölzer sind daher im Vorteil gegenüber weichen hellen Holzarten, wenn sie für einen Boden mit Flächenheizung verwendet werden sollen", erklärt Leonhardt. Zudem leitet dunkles Holz die Wärme besser als helles. Bauherren sollten daher eher auf Arten wie Eiche, Kirsche oder Nussbaum statt etwa auf Buche oder Ahorn zurückgreifen.

Besonders schlecht ist der Wärmedurchlasswiderstand von Laminat. Trotzdem könne auch dieser Bodenbelag in Verbindung mit einer Fußbodenheizung zum Einsatz kommen, meint Plate. Probleme könne jedoch die Trittschalldämmung bereiten, die häufig bei Laminat verwendet wird. Denn wenn eine solche verlegt wird, können Luftkammern entstehen, welche die Wärmeleitfähigkeit verschlechtern. Zudem muss der Wärmedurchlasswiderstand der Trittschalldämmung noch zu dem des Laminats hinzugezählt werden. Die Barriere für den Wärmestrom von der Heizung in den Raum wird somit größer.

Plate empfiehlt, das Laminat vollflächig zu verkleben und nicht schwimmend zu verlegen. So brauche man keine Trittschalldämmung und erreiche das "wärmetechnische Optimum". Generell sollten auch die anderen Beläge wie Parkett oder Teppichboden komplett verklebt werden, wenn sie über einer Fußbodenheizung verlegt werden. Denn bei einer schwimmenden Verlegung entsteht ein Luftraum zwischen Belag und Estrich, der den Wärmedurchlasswiderstand erhöht.

Wer eine elektrische Fußbodenheizung installiert, sollte besonders auf die Angaben des Herstellers achten, wenn er Holz oder Laminat als Belag verwenden möchte. Denn bei einer Elektroheizung sind die Oberflächentemperatur sowie die Temperaturschwankungen höher, als dies bei der Warmwasser-Variante der Fall ist. Plate weist darauf hin, dass zum Beispiel bei Laminat die Oberflächentemperatur nicht höher als 26 Grad Celsius sein darf. Beim Kauf des Bodenbelags sollten Bauherren also sicher stellen, dass dieser sich auch explizit für elektrische Heizungen eignet.

Von unserem Redakteur Markus Strehlitz

Eine Verwendung dieses Textes durch Dritte ist kostenpflichtig. Eine Lizenzierung ist möglich. Bitte nehmen Sie bei Fragen Kontakt auf.

Kommentare zur Meldung

Kommentare 1 - 1 von 1.

Wilhelm Ott - 07.10.2014, 20:33

Ich möchte Laminat - 0,089m² xK/W - auf der Wasser-Fussbodenheizung verlegen. Nun habe ich 2 verschiedene Trittschalldämmungen im Angebot. Die eine hat einen Wärmedurchlasswiderstand von 0,01 und ist sehr teuer, die andere hat den Wert 0,045 und ist sehr günstig.
Was macht es für einen Unterschied hinsichtlich der Heizenergiekosten auf´s Jahr gesehen um die gleiche Raumwärme zu erhalten?
Wiviel länger braucht die Heizung um auf gleiche Raumtemperatur zu kommen?

Anmerkung der Redaktion: Sehr geehrter Herr Ott, bei uns erhalten Sie Fachinformationen, aber keine kostenlosen Berechnungen im Einzelfall. Da müssten Sie einen Fachmann vor Ort zu Rate ziehen.

 

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