Fördersystem in Deutschland ist mangelhaft
Das System staatlicher Förderung für die Wärmenutzung der Biomasse in Deutschland hat schwerwiegende Mängel. Auch deshalb betreiben viele Hausbesitzer die alte Ölheizung weiter. Zu diesem Ergebnis kam die Tagung "Wärmeerzeugung aus Biomasse" der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe in Berlin.
Ulrich Sattler vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), das die Förderanträge für Pelletanlagen und Scheitholzvergaseranlagen bis 100 Kilowatt Wärmeleistung bearbeitet, berichtete von einem dramatischen Rückgang der Anträge. 2009 waren es noch knapp 60.000 gewesen, 2010 noch gut 22.000. Bis zum 30. September dieses Jahres lagen noch keine 12.000 Förderanträge vor. Obwohl auch Anlagen ohne Förderung gekauft werden, dürften diese Zahlen die Marktentwicklung recht gut abbilden.
Sattler führt die Entwicklung auf zwei Ursachen zurück. Allein 10.000 Anträge habe es 2011 gekostet, dass Anlagen in neuen Gebäuden nicht mehr gefördert würden. Daran werde sich, wie er gerade erst aus dem Bundesumweltministerium erfahren habe, auch 2012 nichts ändern. Verheerend habe außerdem die Haushaltssperre gewirkt, wegen derer das Bafa das Programm zwischen März und Juli 2010 vorübergehend habe stoppen müssen. "Irgendwelche Abgeordneten meinten da irgendwas gefunden zu haben, und da wurden uns 115 Millionen aus den zugestandenen Haushaltsmitteln gesperrt", beklagte sich der Bafa-Experte. Zusammen mit der Verunsicherung durch die Energiewende habe das bei vielen zur Haltung geführt: "Erst mal abwarten, was kommt."
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