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Lichtblick-Anlagen gehen 2011 in Serie

Erste dezentrale Kellerkraftwerke stehen

05.10.2010, 10:18

Fisch-Schwarm
Mit dem Konzept des Schwarmstroms hat Lichtblick gepunktet. Bild: Pixelio

Derzeit baut der Hamburger Ökostrom-Anbieter Lichtblick die ersten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auf. Vor gut einem Jahr hatte die Kooperation zwischen dem Autobauer VW und Lichtblick großen Medienwirbel erzeugt. Fasziniert hatte die Idee einer zentralen Steuerung der Stromproduktion aus den dezentralen Kellerkraftwerken, die Wärme und Strom erzeugen können.

Erste Anlagen gehen demnächst ans Netz, aber die seien noch "handgemacht", erklärt Pressesprecher Ralph Kampwirth. Die Anlagen sollen ab 2011 bundesweit zu haben sein. Zur aktuellen Auftragslage verraten die Hamburger nichts, man werde aber im ersten Jahr Anlagen "im unteren vierstelligen Bereich" herstellen können. Bisher steht der Vertrieb in einigen großen Städten, vor allem aber nördlich des Weißwurstäquators.

Erste Verzögerungen gab es bereits. Im März 2010 hieß es noch, dass in diesem Jahr 300 Mini-KWK-Anlagen ans Netz sollen, nun wird die Serienproduktion im ersten Quartal 2011 beginnen. Bei wohnungswirtschaftlichen Unternehmen habe man mit Saga einen ersten Kunden, heißt es.

VW baut die Anlagen, Lichtblick übernimmt den Betrieb. Die Produktion bei VW soll die Stückkosten drücken. Experten wie Martin Pehnt vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg halten das Konzept für vielversprechend. Aus der Branche kam aber auch viel Schelte. So seien die anvisierten Umsatzzahlen von 100.000 Stück viel zu hoch gegriffen, kritisierte der BDH. Das ist nicht von der Hand zu weisen, vor allem die gekappte Förderung aus dem Marktanreizprogramm dürfte der Euphorie einen Dämpfer versetzen.

Angetreten ist Lichtblick mit dem Anspruch, den Strom von zwei Atomkraftwerken liefern zu können, dazu wäre die angekündigte Größenordnung notwendig. Das ist aber sicherlich eher eine mitttelfristige Zielsetzung.

Bereits installiert sind Anlagen des ebenfalls in Hamburg ansässigen Unternehmens Enversum, einer Conergy-Tochter, die mit einem ähnlichen Konzept wie Lichtblick arbeitet. "Der Unterschied ist, dass wir wärmegetrieben arbeiten", erklärt Pressesprecher Rolf Göddert. Das bedeutet, dass die Wärmeproduktion im Mittelpunkt steht, überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist. Auch bei Lichtblick werde der Wärmebedarf der Kunden auf jeden Fall gedeckt, ergänzt Kampwirth. Durch Pufferspeicher erreiche man aber eine zeitliche Entkoppelung und könne die Wärme dann erzeugen, wenn die Nachfrage nach Strom hoch und dieser gut zu verkaufen ist.

In den nächsten zwei Jahren will Enversum einige tausend Anlagen installieren, so Enversum. Seit dem Start im März habe man 30 Anlagen installiert, so das Unternehmen. Die Kosten für Erstinstallation liegen ähnlich wie bei Lichtblick bei knapp 4.800 Euro, dazu kommt eine Pauschale von 25 Euro pro Monat für den Betrieb der Anlage. Enversum garantiert die Wärmelieferung für zehn Jahre. "Warum sollte es nicht möglich sein, in einigen Jahren 200.000 Anlagen zusammenzuschalten und damit ein Atomkraftwerk zu ersetzen", hatte Enversum-Geschäftsführer Erich Ogilvie im Frühjahr 2010 ehrgeizige Ziele vorgegeben. Im Moment sei man noch dabei, Kunden zu überzeugen und den Markt zu bereiten, räumt Enversums Pressesprecher Göddert ein.

Ein schwieriges Argument könnte der Wärmepreis sein. Zahlen dazu wollte Göddert nicht nennen, die seien kundenspezifisch. In einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" war in einem konkreten Projekt aber die Rede von einem Wärmepreisvon 8 Cent pro Kilowattstunde Wärme. Das wäre im Vergleich zu anderen Wärmeerzeugern doch eher üppig. Lichtblick tritt im Moment mit 5,8 Cent an, arbeitet aber mit regionalen Preismodellen.

Andere Anbieter könnten bereits in den Startlöchern stehen. So erklärte Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation, es werde sicher nciht bei diesen zwei Anbeitern bleiben. Konkrete Pläne legt er jedoch bislang nicht vor. Pia Grund-Ludwig

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