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Baden-Württemberg untersucht Beschäftigungseffekte

Erneuerbare und Sanierung sorgen im Süden für Jobs

13.11.2012, 19:37

Solarmodul an einer Hausfassade
Erneuerbare können Jobmotor werden. © Berres

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller hat eine Studie vorgestellt, die die Beschäftigungseffekte durch den Umstieg auf Erneuerbare Energien und die Gebäudesanierung erfasst. Er sieht Chancen auf 40.000 neue Jobs im Südweststaat bis 2020.

Insbesondere die Gebäudesanierung bringe vergleichsweise hohen Beschäftigungseffekte, so die Studie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung. Das wirkt sich besonders im Handwerk aus. "Die Beschäftigtenzahl im Bereich der Gebäudesanierung kann sich im Rahmen der Umsetzung der Ziele des Energieszenarios Baden-Württemberg 2050 von rund 29.000 in 2012 um zirka 35.000 Personen auf etwa 64.000 in 2020 erhöhen" stellen die Autoren in ihrer Studie fest.

Mit rund zwei Dritteln profitiert vor allem das installierende Handwerk von den neu entstehenden Jobs. Das restliche Drittel der Arbeitsplätze entsteht im Bereich der Vorleistungen wie der Herstellung von Dämm-Material.

Im Bereich der Erneuerbaren ist es nicht so sehr die Installation, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Bereiche. Neben Installation sind es Betrieb der Anlagen und insbesondere die Bereitstellung der zum Betrieb erforderlichen Brennstoffe, Substrate und Strommengen, die für ein Plus an Jobs sorgen sollen.

Die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien wächst, ausgehend von rund 17 TWh im Jahr 2011, im Energieszenario Baden-Württemberg 2050 auf zirka 22,6 TWh bis zum Jahr 2020. Maßgeblich zum Wachstum trägt KWK-Wärme bei, die gegenüber 2011 um mehr als 50 Prozent bis zum Jahr 2020 wächst. Dabei werden nur KWK berücksichtigt, die mit Erneuerbaren betrieben werden. Zusätzliches Wachstum steuern Wärmepumpen und Tiefengeothermie sowie Solarthermie bei, deren Beitrag zur Wärmeversorgung um den Faktor 2,5 höher liegen soll als im Jahr 2011.

Damit sich diese Dynamik auch wirklich entfaltet, setzt die Studie neben Fotovoltaik insbesondere auf Windenergie, aber auch die im Vergleich zu heute deutlich zu erhöhende Dynamik im Bereich der Solarwärme. "Wird der Ausbau gemäß des Energieszenarios Baden-Württemberg 2050 bis 2020 umgesetzt, können zwischen 2012 und 2020 ca. 4.500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden", so die Autoren der Studie. Damit würde sich die Gesamtbeschäftigtenzahl landesweit auf knapp 20.000 Personen erhöhen.

Durch den Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung müssen auch die Verteilnetzwerke erweitert werden. Das könnte noch einmal 1.000 neue Jobs bringen, so die Studie. Berücksichtigt würden in allen Bereichen nur die Jobs, bei der Nachfrage aus dem Land auch im Land zu Beschäftigung führt. Das führt zu einer eher konservativen Annahme, da der im Südweststaat starke Maschinen- und Anlagenbau, die Elektro- und die Baubranche viel Umsatz mit Erneuerbaren auch in anderen Ländern macht. Das wird nicht mitgerechnet.

In ganz Deutschland arbeiteten laut Angaben des Bundesumweltministeriums im Jahr 2010 insgesamt etwa 366.000 Menschen im Bereich Erneuerbarer Energien. Über 232.000 Personen waren 2010 direkt oder indirekt über Investitionen in der Branche beschäftigt. In Betrieb und Wartung der Anlagen waren 70.100 Menschen tätig. Im Bereich der Bereitstellung von Brenn- und Kraftstoffen waren es 55.700 Personen. Den größten Anteil hatte dabei Biomasse mit 128.000 Personen gefolgt von Windenergie und Solarenergie.
von Pia Grund-Ludwig

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